Kyoto-Preis 2019 OLED-Forscher ausgezeichnet

Der Kyoto-Preis 2019 im Bereich Hochtechnologie geht an den Chemiker Dr. Ching W. Tang.
Der Kyoto-Preis 2019 im Bereich Hochtechnologie geht an den Chemiker Dr. Ching W. Tang.

Der japanische Chemiker Dr. Ching W. Tang hat die Entwicklung moderner OLEDs maßgeblich vorangetrieben. 1987 setzte er einen Meilenstein. Für sein Lebenswerk wird er nun mit dem Kyoto-Preis ausgezeichnet.

Dass organische Materialien Licht emittieren können, ist seit den 1960er Jahren bekannt. Trotz intensiver Forschungsarbeiten scheiterte die praktische Anwendung als Lichtquelle an der geringen Effizienz der Emission (ca. 0,1%) und den notwendigen hohen Spannungen von einigen zehn Volt.

1987 entwarf Dr. Ching W. Tang einen modifizierten Schichtaufbau aus zwei organischen Materialien, mit einer zehnfach höheren Effizienz bei Spannungen unterhalb von 10 V. Die Arbeit dazu veröffentlichte er unter dem Titel »Organic electroluminescent diodes«. Zwei Jahre später gelang ihm durch Dotierung mit hoch fluoreszenten Molekülen eine weitere Effizienzsteigerung um den Faktor fünf (»Electroluminescence of doped organic thin films«).

Diese beiden Arbeiten haben laut Jury die Entwicklung von Materialien und Schichtaufbau für OLEDs deutlich beschleunigt. Dafür erhält er den Kyoto-Preis 2019 im Bereich Materialforschung.

Dr. Tang, Jahrgang 1947, wurde in Hong Kong geboren und studierte Chemie und physikalische Chemie an den Universitäten in British Columbia und Cornell. Anschließend arbeitete er seit 1975 als Forschungsmitarbeiter bei Kodak. 2006 wurde er Professor an der University of Rochester und ist seit 2017 emeritierter Professor. 2018 wurde er in die National Investors Hall of Fame aufgenommen.

Kyoto-Preis

Seit 1985 verleiht die Inamori-Stiftung jährlich den Kyoto-Preis in den Kategorien Grundlagenforschung, Hochtechnologie sowie Philosophie und Kunst. Die drei Preiskategorien sind in jeweils vier Felder unterteilt, die jährlich in abwechselnder Folge ausgezeichnet werden.

Zur Hochtechnologie gehören die Felder Informationstechnologie (letzte Auszeichnung 2016), Elektronik (letzte Auszeichnung 2017), Biotechnologie (letzte Auszeichnung 2018) und Materialwissenschaft. Nominiert wird nach dem Leistungsprinzip, für das unter anderem wissenschaftliche Veröffentlichungen, Konferenzbeiträge und verliehene Auszeichnungen als Bewertungsgrundlage dienen.

In Frage kommen Forscher, Wissenschaftler und Ingenieure aus der ganzen Welt. Das Auswahlverfahren für ein Feld erstreckt sich über vier Jahre und wird von der Inamori-Stiftung durchgeführt.

Zu den Preisträgern des Feldes Elektronik zählen unter anderem Rudolf E. Kálmán (Erfinder des Kalman-Filters, USA, 1930-2016), Stanley Mazor (Miterfinder des ersten Mikrocontrollers, USA, 1941- heute) und Izuo Hayashi (Miterfinder des ersten kontinuierlich laufenden Festkörperlasers bei Raumtemperatur, Japan, 1922-2005).