OLED-Displays Merck eröffnet OLED-Technologiezentrum in Schanghai

Darmstadt expandiert in China: Merck eröffnet in Schanghai ein neues Entwicklungszentrum für OLED-Bauteile.
Darmstadt expandiert in China: Merck eröffnet in Schanghai ein neues Entwicklungszentrum für OLED-Bauteile.

Merck setzt auf den chinesischen Markt. Mit der Eröffnung eines OLED-Technologiezentrums baut das Unternehmen seine Präsenz in der dortigen Display-Industrie weiter aus.

Angesiedelt wurde das Technologiezentrum in der Schanghaier Freihandelszone. Hier gelten für ausländische Investoren weniger strenge Auflagen bei der Firmengründung. Lokal ansässige Kunden erhalten Entwicklungsunterstützung und Zugriff auf moderne Produktionstechnik sowie Reinraumeinrichtungen. Vor Ort können OLED-Bauelemente charakterisiert und hergestellt werden.

Merck sieht das Projekt in erster Linie als Investition in erweiterten Marktzutritt und als Innovationsinkubator: »Es ergänzt die bestehenden OLED-Anwendungslabore in Korea und Taiwan und stärkt unser Engagement für die chinesische Display-Industrie«, skizziert Michael Heckmeier, Leiter der Geschäftseinheit Display Solutions, das Gesamtbild hinter dem Engagement. Man wolle außerdem als zuverlässiger lokaler Partner wahrgenommen werden, der zur engen Zusammenarbeit bereit sei und Innovationen vorantreibe.

Engagement auf dem wichtigsten Wachstumsmarkt für OLED-Displays

Über die Investitionshöhe gab Merck keine genaue Auskunft. Im Allgemeinen sind OLED-Produktionslinien recht kostenintensiv. Der Aufbau des Technologiezentrums ist ein Zeichen für die hohe Bedeutung, die Merck der chinesischen OLED-Display-Industrie beimisst. Allen Gabor, Geschäftsführer des Bereichs Performance-Materials, sieht das größte Potenzial für Flachbildschirme im Markt für Smartphones und Unterhaltungselektronik, bei dem sich China zum Weltmarktführer entwickelt habe.

Laut Bericht des chinesischen Wirtschaftsmagazins Economy & Nation Weekly befinden sich in China neun Produktionslinien der 6. Generation für Aktiv-Matrix-OLED-Displays. Sie sind entweder schon im Betrieb oder noch im Aufbau befindlich. Die Display-Produktion findet hier auf Mutter-Substraten mit einer Größe von 1,5 x 1,85 Metern statt. Insgesamt wurden in den Standort China knapp 21 Milliarden Euro (157,5 Milliarden RMB) in den Aufbau von Produktionskapazität investiert – weltweiter Spitzenwert.

Perspektivisch wird das Land bis 2020 zum zweitgrößten Lieferanten für OLED-Displays werden, prognostiziert IHS Markit. Der Marktanteil liege dann bei 28 Prozent.

Merck unterhält in Schanghai bereits ein größeres Kompetenzzentrum für Materialforschung, das schrittweise wächst. 2013 eröffnete das Unternehmen aus Darmstadt ein neues Flüssigkristallzentrum, 2016 folgte ein Forschungs- und Entwicklungszentrum für Displaymaterialien. 2017 wurde das Technology Application Network um einen Standort in Schanghai erweitert, sodass für die kundenspezifische Materialentwicklung vor Ort auf die globalen Ressourcen des Unternehmens zurückgegriffen werden können.