Datenübertragung mit Licht LiFi-Community wächst

Weltweit wächst die Zahl der LiFi-Anwendungen.
Weltweit wächst die Zahl der LiFi-Nutzer und LiFi-Tester. Neben Signify will mit Zumtobel der nächste große Leuchtenhersteller die Technik in seine Produkte integrieren.

Das Interesse an der LiFi-Technik wächst. Aktuell laufen über 130 Projekte. Tendenz steigend, denn mittlerweile sind die Komponenten klein genug, um sie in mobile Geräte zu integrieren.

Bisher waren LiFi-Komponenten auf der Empfängerseite noch zu groß für die Integration in tragbare Elektrogeräte. Als einer der ersten kommerziellen Anbieter hat Signify die Technik bereits vor etwa einem Jahr in seine Deckenleuchten integriert. Als Empfänger dient ein USB-Dongle, der auf Dauer aber zu benutzerunfreundlich sein wird. Die Übertragungsgeschwindigkeit von rund 30 MB/s reicht für das Streamen von mehreren HD-Videos.

Mittlerweile sind Übertragungsraten von 1 Gbit/s im Downlink und 400 MB/s im Uplink möglich, so Alistair Banham auf dem diesjährigen Mobile World Congress (MWC). Banham ist CEO der Firma pureLiFi. Sie entwickelt LiFi-Komponenten und treibt die Kommerzialisierung der Technik voran. Die Projekt-Weltkarte weist aktuell über 130 Einträge in mehr als 20 Ländern aus. Die Anwendungsfelder reichen von Testinstallationen in Bürogebäuden und Flugzeugen bis hin zu Kooperationsverträgen für die Entwicklung von drahtlosen Kommunikationsanwendungen.

Integrierter LiFi-Empfänger

Auf dem MWC war am Firmenstand von pureLiFi ein Laptop mit integriertem LiFi-Empfänger zu sehen. Die Komponentengröße wurde so weit reduziert, dass OEMs sie prinzipiell auch zur Integration in Tablets und Smartphones nutzen können. Ein aktueller Prototyp ist noch als Ansteckmodul für Smartphones ausgeführt. Nachdem bereits einige Leuchtenhersteller LiFi-Sender in ihre Produkte integrieren, wird der nächste Schritt im Adressieren der Mobilgerätehersteller bestehen, um auch die Empfängerseite abzudecken.

Unterstützen könnte dabei die Standardisierung. Seit 2018 entwickelt eine IEEE-Arbeitsgruppe eine LiFi-Norm, die 802.11bb. Die Fertigstellung wird für 2021 erwartet. Erste serienreife Produkte von pureLiFi sollen in etwa drei Jahren kommen.

Derweil hat sich mit Zumtobel ein weiterer großer Leuchtenhersteller für die Integration der Technik entschieden. Das kündigte die Unternehmensgruppe vor Kurzem an. Außer den technischen Vorteilen von hoher Bandbreite und der Robustheit gegenüber EM-Störungen formuliert der CEO der Zumtobelgruppe, Alfred Felder, auch einen geschäftsstrategischen Aspekt der LiFi-Technik: »Wir glauben, dass LiFi in einer zunehmend vernetzten digitalen Welt eine maßgebliche Rolle spielen wird, unsere Branche in das Zeitalter des digitalen Lichts zu führen.«

Aktuell finden die meisten mobilen Drahtlosdatenübertragungen im Innenbereich statt. Zumtobel sieht hier die Chance, dass Lichtanbieter sich als Teil der Wertschöpfungskette in der Kommunikationsbranche etablieren können.