OLED-Displays - Marktzahlen und Prognose Kleine Nachfrage für die Großen, große Nachfrage für die Kleinen

Den mit Abstand größten Bedarf für OLED-Displays haben aktuell die Smartphone-Hersteller. In absehbarer Zeit wird wohl auch Apple zu den Kunden der OLED-Hersteller gehören.
Bei den Smartphones hat sich der Wechsel vom LCD zum OLED-Display bereits vollzogen. Bald soll auch der letzte prominente Hersteller, der noch auf LCDs setzt, ins OLED-Lager wechseln. Bei den Fernsehern blieb dieser Wechsel noch aus und wird wohl auch weiter auf sich warten lassen.

OLED-Displays werden zum größten Teil für OLED-Fernseher, Smartwatches und Smartphones genutzt. Die größten Abnehmer nach Stückzahlen sind mit weitem Abstand die Hersteller von Smartphones, deren Kreis sich bald prominent erweitern soll.

OLED-Displays sind für die meisten industriellen Anwendungen, für die Displaygrößen zwischen etwa 7 bis 24" die Regel sind, noch weitestgehend uninteressant. Die Gründe dafür sind in erster Linie deren begrenzte Lebensdauer und die relativ hohen Herstellungskosten. Technisch haben OLED-Displays den LCDs durchaus einiges voraus. »Praktisch keine Blickwinkel-Abhängigkeit, kürzeste Schaltzeiten, besonders bei niedrigen Temperaturen«, nennt Prof. Karlheinz Blankenbach von der Hochschule Pforzheim und Vorsitzender des Deutschen Flachdisplay-Forums (DFF) einige Vorzüge von OLED-Displays. Ferner seien die OLED-Displays im Vergleich zu den TFT-LCDs leichter und insgesamt performanter in der Bilddarstellung, so der Pforzheimer Professor.

Sinkende Nachfrage für OLED-Fernseher

Anwendungen, in denen die technischen Vorteile die hohen Produktionskosten überwiegen, gibt es aber bereits. OLED-Displays werden in Smartphones, Smartwatches und zum Teil auch in Fernsehern genutzt. Letzteres setzt allerdings voraus, dass die Kunden bereit sind, für die Eigenschaft der OLED-Fernseher, Farben und Schwarztöne satt und kräftig darzustellen, auch satt und kräftig in die Brieftasche zu greifen. Zumindest Samsung hat diese Hoffnung aufgegeben und angekündigt, in absehbarer Zeit keine neuen OLED-Fernseher auf den Markt zu bringen. Das Marktforschungsinstitut IHS hat seine Umsatzprognose für den weltweiten Verkauf von OLED-Fernsehern darauf hin auch nach unten korrigiert. Aktuell geht IHS davon aus, dass 2016 etwa 830.000 OLED-Fernseher verkauft werden. Bis zum Jahr 2020 sind es nach derzeitiger IHS-Prognose dann etwa 5,8 Mio. pro Jahr. Zu Beginn des Jahres 2016 sah die Prognose noch positiver aus (siehe Tabelle).

IHS-Prognose aus Q2 2016IHS-Prognose aus Q1 2016 
Jahr

Verkaufte OLED-Fernseher  (pro Jahr)

Jahr

Verkaufte OLED-Fernseher (pro Jahr)

2016830.0002016870.000
20194,00 Mio.20195,60 Mio.
20205,80 Mio.20208,50 Mio

 

Als Anbieter für OLED-Fernseher steht LG Display damit erst einmal allein auf weiter Flur und verkaufte nach eigenen Angaben im ersten Quartal 2016 etwa 113.000 Exemplare. Laut IHS wurden in dieser Zeit weltweit insgesamt 145.000 OLED-Fernseher verkauft, womit LG Display auf einen Marktanteil von etwa 78 Prozent käme.

Die daraus resultierende Display-Produktion für LGs Eigenbedarf reicht allerdings nicht, um LG als OLED-Display-Produzent in die Nähe von Samsung zu bringen. Die relevanten Abnehmer von OLED-Displays sind nach wie vor die Hersteller von Smartphones, wie die nachfolgenden Zahlen belegen.