Moderne Licht-Technologie Kleine Leuchtdiode, große Wirkung

Was haben Festsäle in Hotels, die Räumlichkeiten in Restaurants oder Bars, Büro- und Geschäftsräume, Küchen, Autos, Straßenlaternen oder Displays gemeinsam? Sie alle profitieren vom Siegeszug der LED-Beleuchtung. Seit die effizienten Halbleiter-Dioden Anfang der 1990er Jahre erstmals als Ersatz von Kleinstglühlampen wie etwa Anzeigen in Autocockpits, Haushaltsgeräten oder Elektrogeräten eingesetzt wurden, haben sich die Anwendungsgebiete mittlerweile auf ein Vielfaches ausgedehnt.

Die Vorteile der LEDs liegen zum einen in ihrem geringen Energiebedarf: Das Licht wird nicht durch Erhitzung eines Wolframdrahtes oder durch Gasentladung und Anregung einer Leuchtstoffschicht erzeugt, sondern durch den Elektronenfluss im Halbleitermaterial. Dadurch wandeln LED deutlich effizienter als herkömmliche Leuchtmittel Energie in Licht um.Hinzu kommt ihre Langlebigkeit: So lebt eine weiße LED mit bis zu 50.000 Stunden etwa drei bis acht Mal länger als Fluoreszenz- und Kompaktfluoreszenz-Lampen und bis zu 50 Mal länger als eine Glühlampe.

Aufgrund ihres Aufbaus sind die Dioden zudem äußerst robust und kompakt, so dass die Lichtquellen in sehr platzarmen Bereichen eingesetzt werden können. Für die große Designfreiheit spricht auch ihre hohe Farbenvielfalt: Die LEDs ermöglichen sämtliche Farbnuancen und -temperaturen – mit farbigen Filtern auch bei weißem Licht, das zum Beispiel warmweiß mit Gelbanteilen oder kaltweiß mit Blauanteilen abgestrahlt werden kann. Da sie weder UV- noch IR-Anteile im Licht haben, ist auch der Einsatz in wärmeempfindlichen Bereichen wie Lebensmittel oder Kosmetik problemlos möglich.

Ein weiterer Vorteil der LED-Technologie: Als Punktlichtquelle emittiert sie gerichtetes Licht und ermöglicht Systeme, die eine bessere System- und Applikationseffizienz erreichen als herkömmliche Lichtlösungen.

Grüne LED

Auch die Ökobilanz spricht für die moderne Technologie: LED sind “grüne” Produkte, das heißt sie enthalten keine umweltschädlichen Stoffe wie Quecksilber oder Blei. Die Gesamtlebenszyklusanalyse für LED-Lampen („Life cycle assessment“) belegt die Umweltfreundlichkeit von LED auch in der Herstellung. Eine Studie zur Ökobilanz von LED-Lampen von Osram Opto Semiconductors zeigt, dass die neueste Generation von Leuchtmitteln schon heute in Sachen Umweltfreundlichkeit auf einem hohen Niveau liegt.

Innerhalb der Studie wurde der gesamte Lebenszyklus unter die Lupe genommen – wie viel Energie und Rohstoffe die Lampe während ihres Lebens bei der Herstellung, Nutzung und Entsorgung benötigt und welche Umweltbelastungen hierbei auftreten. Das Ergebnis: Heutige LED-Lampen erreichen die Ökobilanz-Werte der Kompaktleuchtstofflampen und sind herkömmlichen Glühlampen weit überlegen.

Für die Zukunft (um)rüsten

Grün ist auch die Farbe, die seit Längerem bei Bauherren und Gebäudebesitzern im Vordergrund steht: Gewünscht ist das energieeffiziente „Green Building“. Der Schlüssel dazu liegt nicht nur im Bereich Heizung und Dämmung, sondern auch in einem aufeinander abgestimmten Licht- und Gebäudemanagement. Bis zu 40 Prozent der Betriebskosten entfallen in einem normalen Bürogebäude auf Energie.

Für die Entwicklung eines nachhaltigen Sparkonzepts sollten daher alle Bereiche, von der Gebäudeautomation über Heizungs-, Lüftungs- und Klimatechnik bis hin zu Beleuchtung und Lichtmanagement eingebunden werden. Für Letztere eignet sich ein umfassendes Energy Audit: Es zeigt auf, wo und wie durch einfache Austausch- und Umrüstungsmaßnahmen bei bestehenden Beleuchtungsanlagen Kosten eingespart werden können. Die betreffende Liegenschaft wird unter wirtschaftlichen und optischen Gesichtspunkten analysiert, mit dem Ziel, eine sparsame und auch im Hinblick auf geltende Normen (DIN EN 12464 – Beleuchtung von Arbeitsstätten) geeignete Beleuchtungseinrichtung zu schaffen. Dazu gehört, dass die Lichtqualität beibehalten oder sogar noch verbessert, der CO2-Ausstoß wie auch Wartungskosten reduziert und Energie eingespart wird. Damit einher geht die Verringerung des Wärmeeintrags und damit der Klimatisierungskosten.

Nicht selten identifiziert ein Energy Audit Einsparpotenziale bis zu 70 Prozent, wenn die Beleuchtung bei bisherigen Sparmaßnahmen stiefmütterlich behandelt wurde. Hinzu kommt: Die ErP-Regelungen der EU (Ökodesign-Richtlinie) wirken sich auf Liegenschaften in zahlreichen Bereichen aus. Bisher eingesetzte Leuchtmittel werden ab einem bestimmten Zeitpunkt in den nächsten Jahren nicht mehr erhältlich sein, so dass kurz- bis mittelfristig Handlungsbedarf besteht. Neben der Identifizierung von Einsparpotenzialen hat ein Energy Audit den Vorteil, dass es die wirtschaftlichen und langfristig verfügbaren Alternativen aufzeigt und sich Betreiber daher nicht selbst aufwändig informieren müssen.