Bessere Sicht im Straßenverkehr Jacken mit integriertem Display entwickelt

Eine Jacke, auf die die entwickelten Displays aufgebracht werden.
Eine Jacke, auf die die entwickelten Displays aufgebracht werden.

Fußgänger und Fahrradfahrer werden im Straßenverkehr oft übersehen und es kommt zu Unfällen. Um das zu verhindern, forscht die Hochschule Landshut an einer Jacke mit integriertem Display und Blinker.

Seit März 2019 befinden sich die »smarten« Jacken im Praxiseinsatz – nun liegen erste Ergebnisse vor. Im Projekt »Smart Foil Display« der Hochschule Landshut entwickelte eine Projektgruppe um Projektleiter Prof. Dr. Artem Ivanov druckbare Displays. Sie sind leicht auf Jacken oder Rucksäcke aufzubringen und gewähren so Fußgängern und Fahrradfahrern zusätzliche Sicherheit im Straßenverkehr. Die Displays agieren als Blinker oder Bremslicht, ebenso ist die Anzeige eines individuellen Textes – zum Beispiel »Brake« – möglich. Weitere Tests sollen laut Ivanov bis Oktober 2020 laufen.

Die Displays zeigten sich sehr stabil gegenüber Umwelteinflüssen und mechanischen Beanspruchungen, die mit dem alltäglichen Einsatz verbunden sind. Es gab kaum Systemausfälle, falls doch, konnten sie schnell behoben werden. Ebenso ist die Lebensdauer ausreichend: So betrug die maximale Tragedauer fast 200 Stunden, die maximale Einsatzdauer 75 Stunden. Gleichzeitig untersucht Ivanov die Leuchtkraft der Displays in Dauertests und wertet die Daten aus – die Ergebnisse will er auf der LOPEC Konferenz präsentieren.

Lediglich 0,1 mm dick

Das System besteht aus einem leuchtenden, flexiblen, gedruckten Elektrolumineszenz-Display (ELD) mit einer Pixelmatrix. »Die Displays lassen sich im Siebdruckverfahren auf Kunststoffsubstraten günstig herstellen und stellen derzeit die einzige technische Möglichkeit dar, selbstleuchtende flexible Anzeigen mit einer Gesamtdicke von etwa 0,1 mm im Druckverfahren zu produzieren«, erklärt Ivanov.

Angesteuert wird das System über ein Bluetooth Low-Energy-Modul, entweder über eine Elektronik im Fahrradlenker oder über das Smartphone, das am Lenker befestigt ist. Je nach Kommando zeigt ein leuchtender Pfeil auf dem Display an, in welche Richtung der Fahrradfahrer abbiegen will. Mittels Druckknöpfe oder Reißverschlüsse bringt der Nuterz die Displays auf den Jacken an und nimmt sie im Falle einer Reinigung einfach wieder ab. Nach dem gleichen Prinzip ist ebenfalls die Verwendung für Taschen oder Rucksäcke möglich.

Indem das Team die Displays im Siebdruckverfahren herstellen lässt, liegen die Kosten sogar bei kleinen Stückzahlen bei unter zehn Euro pro Display. So bleiben die finanziellen Risiken ebenso für Start-ups überschaubar.