1. Elektronik lighting congress Großes Interesse für LED-Beleuchtungstechnik

Mit großem Erfolg ging am 8. November 2011 der 1. Elektronik lighting congress über die Bühne. Die eintägige Veranstaltung vermittelte den rund 280 Teilnehmern in konzentrierter Form und in deutscher Sprache den Stand der Technik und des Marktes bei den LED-Systemen für die Beleuchtungstechnik.

In seiner Keynote zum Kongress-Motto "Ideen für neues Licht" zeigte Prof. Dr. Karlheinz Blankenbach auf, wo und wie sich die LED-Produkte in der Beleuchtungstechnik heute durchsetzen. Er zeigte darüber hinaus, dass die LED auch auf anderen Gebieten neue Möglichkeiten eröffnet, etwa im UV-Bereich für die Entkeimung von Trinkwasser oder die Realisierung von UV-C-freie Bräunungslampen. "Die LED als Universalwerkzeug". In dem technisch orientierten Teil standen naturgemäß die Alleinstellungsmerkmale der LED im Vordergrund, wie z.B. die Möglichkeit, mit einer RGBW-LED vom High-Power-Typ und 30 Low-Power-LEDs das Sonnenspektrum nachzubilden. Das zugehörige Experiment war in der begleitenden Ausstellung aufgebaut und stieß bei den Teilnehmern auf großes Interesse.

Die Vorträge des Kongresses adressierten in den Sessions Systementwicklung mit LEDs, Referenzdesigns und Module sowie Thermische Auslegung die Problemkreise bei der Entwicklung einer LED-Beleuchtung. Dr. Angelika Hofmann und Dr. Andreas Timinger von OEC erläuterten die Vorgehensweise für ein effizientes Optikdesign für LED-Produkte. Dabei setzen sie auf Freiformoptiken, mit denen sich eine nahezu beliebige Lichtverteilung erreichen lässt und mit deren Hilfe sich 70 bis 80 Prozent des LED-Lichts an das Ziel bringen lässt.

Alexander Müller und Martin Schiel von Future Electronics zeigten, wie Referenzdesigns vorteilhaft für die Realisierung einer intelligenten LED-Beleuchtung genutzt werden können. Mit "Intelligenz" ausgestattet kann eine Beleuchtungseinrichtung etwa laufend an die äußeren Bedingungen angepasst und damit effizienter betrieben werden.

Prof. Andreas Griesinger von der Dualen Hochschule Baden-Württemberg beschrieb die Vorgehensweise bei der thermischen Analyse des Wärmepfades von LED-Anwendungen. Für die messtechnische Bestimmung der einzelnen thermischen Widerstände eines LED-Aufbaus stellte er die Laser-Flash-Methode, die 3w-Methode und die stationäre Zylindermethode vor. Die Charakterisierung von Kühlkörpern schließlich erfolgt im Windkanal, für die Ausmessung des kompletten Wärmepfades im Einbauzustand wird auf das thermische Transientenverfahren zurückgegriffen.

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Kongress LED-Beleuchtungstechnik

LED-Beleuchtungstechnik liegt im Trend, das zeigte sich an dem großen Interesse am 1. Elektronik lighting congress

Das Leuchtmittel der Zukunft

Ergänzt wurden diese Infomationen um Sessions zur Klassifizierung und Beurteilung von LEDs, die Aussichten der LED-Beleuchtung in der Zukunft und die neuen Möglichkeiten mit LEDs, hier stand die Steuerung der Lichtfarbe im Fokus. So gab Prof. Dr. Peter Marx einen technisch orientierten Überblick über die aktuelle Messtechnik für LEDs, LED-Lampen und LED-Leuchten. Ausgehend von den photometrischen Begriffen erläuterte er die Geräte und Spektrometer, mit denen sich die Charakteristika von LED-Leuchten in geeigneter Weise bestimmen lassen. Claudia Schruhl und Harald Thomas von Cree Europe zeigten in ihrem Vortrag "Wie wird die Adaptionskurve der LED in der Beleuchtung zur Realität" auf, welche Marktkräfte hier wirksam werden und was die Vorausetzungen sind, in diesem Markt erfolgreich zu sein. Hierzu zählt neben ausreichenden finanziellen Ressourcen und einer kosteneffizienten LED-Fertigung ein breites Portfolio an Patenten und Know-how.

Dr. Torsten Schulz von Getronic und Todd Bishop von TAOS Germany zeigten, ausgehend von den Grundlagen der "Farbenlehre", was bei der Farberkennung zu beachten ist, welche Kenndaten integrierte Sensoren heute erreichen und wie mit einer pragmatischen Vorgehensweise praktikable Lösungen gefunden werden können.

Im Schlussvortrag erläuterte Dr. Jürgen Waldorf vom Fachverband Licht des ZVEI, in welchen Anwendungen LEDs heute sinnvoll eingesetzt werden können und welche Einsparmöglichkeiten sich damit erzielen lassen. Als wirtschaftlich bedeutsame Entwicklung nannte er die Steuerung von Lichtfarbe und Beleuchtungsstärke in der Bürobeleuchtung, die durchaus zum Wohlbefinden der Mitarbeiter beitragen kann.

Gut genutzt wurde auch das Informationsangebot der Unternehmen auf der kongressbegleitenden Ausstellung. Dabei reichte wegen der großen Nachfrage das Platzangebot im Konferenz-Bereich des Kempinski-Hotels am Münchner Flughafen nicht aus, einige Aussteller zeigten ihre Produkte und Entwicklungen daher im großzügigen Foyer.

 

Der 2. Elektronik lighting congress findet statt am 9. und 10. Mai 2012 im Forum am Schlosspark, Ludwigsburg