Industrie 4.0 auf der Hannover Messe Fraunhofer HHI demonstriert optische Datenübertragung über LiFi

Das Fraunhofer-Institut für Nachrichtentechnik demonstriert auf der Hannover Messe eine sichere Datenübertragung über kurze Distanzen mit dem drahtlosen optischen Verfahren LiFi.

Mit dem Bestreben, die Produktionsphilosophie "Industrie 4.0" in die Praxis umzusetzen, muss auch die Frage der Vernetzung geklärt werden. Klar ist, dass die geplante Aufnahme all der Sensoren und Aktoren in ein firmenweites Kommunikationsnetzwerk nicht über eine Verdrahtung geschehen kann. Der Verkabelungsaufwand wäre zu hoch und eine fest verkabelte Produktion zudem auch nicht flexibel genug. Daher muss überwiegend auf drahtlose Datenübermittlung gesetzt werden.

Das geschieht heute in der Regel über WLAN nach den IEEE Standards. Problematisch ist hier, dass die Funk-Frequenzbänder bereits stark belegt sind. Als Alternative hat das Fraunhofer-Institut für Nachrichtentechnik (Heinrich-Hertz-Institut, HHI) die optische Methode LiFi ( Light Fidelity) zum Datentransfer entwickelt. Die Datenübertragung geschieht hier, wie der Name sagt, über sichtbares Licht, das von RGB-LEDs emittiert und von Fotodioden empfangen wird. Damit nutzt diese Methode ein Wellenlängenspektrum, das für die Übertragung hoher Datenraten bisher nicht oder nur wenig beachtet wurde und lizenzfrei verfügbar ist.

"Wir sind überzeugt, dass wir mithilfe von LiFi zahlreiche drahtlose Kommunikationsanforderungen in der Industrie effizient bedienen können", erklärt Dominic Schulz, Projektleiter am Fraunhofer HHI. Aktuell wird LiFi vom IEEE standardisiert. Konkrete Anwendungsfälle für den Einsatz der Methode in der Industrie konzipiert und erprobt das HHI zusammen mit BMW, EVOPRO und Osram im Rahmen des Forschungsprojekts "Optical Wireless Networks for Flexible Car Manufacturing Cells" (OWICELLS), das vom Bundesministerium für Bildung und Foschrung (BMBF) gefördert wird.

Das nächste Ziel der Forscher ist die Entwicklung eines MIMO-Verfahrens (multiple input multiple output) für LiFi, wie es bereits in vielen Bereichen der drahtlosen Datenübertragung üblich ist, um dort die Qualität der Übertragung und die Datenrate zu steigern. Im Falle von LiFi soll damit in erster Linie die Datenübermittlung auch ohne eine direkte Sichtverbindung zwischen Sender und Empfänger möglich werden.

Besucher der Hannover Messe vom 25. bis 29. April können die LiFi-Technik am Fraunhofer-Gemeinschaftsstand in Halle 2, Stand C16/22 näher in Augenschein nehmen.