Osram Übernahme bahnt sich an Finanzinvestor bietet 3,4 Milliarden

Standort von Osram Opto Semiconductors in Regensburg.
Standort von Osram Opto Semiconductors in Regensburg.

Osram steht vor der Übernahme. Zwei Finanzinvestoren bieten 3,4 Milliarden Euro für den Münchner Lichtkonzern.

Seit Februar führte Osram mit den beiden US-Finanzinvestoren Bain Capital und The Carlyle Group vertiefte Gespräche. Nun bestätigte der Münchner Konzern den Erhalt eines verbindlichen Übernahmeangebots von 35 Euro je Osram Aktie. Das Gesamtvolumen bewertet Osram mit 3,4 Milliarden Euro.

Sechs Jahre nach der Abspaltung von Siemens ist der Konzern in Schieflage geraten. Nach zwei Gewinnwarnungen im vergangenen Jahr, an dessen Ende 4,1 Milliarden Euro Umsatz und damit ein Wachstum von 2 Prozent standen, prognostiziert der Vorstand für dieses Jahr nun einen deutlichen Umsatzrückgang von 11 bis 14 Prozent. Grund seien die anhaltende Marktschwäche in der Automobilindustrie, der Allgemeinbeleuchtung und mobilen Endgeräten.

Gerade der Rückgang im Automobilgeschäft trifft das Kerngeschäft der Osram-Tochter Opto Semiconductors mit Hauptsitz in Regensburg. Sie entwickelt und liefert Komponenten für Spezialbeleuchtung im Automobil und konnte dem Konzern in den vergangenen Jahren aus manchem Umsatztief helfen.

Umbruch mit oder ohne Führungswechsel?

Geht Osram an die Finanzinvestoren, könnte Vorstandsvorsitzender Olaf Berlien das Unternehmen laut Handelsblatt verlassen. Denkbar sei allerdings auch, dass er nun den bereits begonnenen Umbau des Konzerns in Richtung Hochtechnologie mit finanziellem Rückenwind betreiben kann. Erst in der vergangenen Woche verkaufte Osram das nicht mehr für rentabel gehaltene Leuchtengeschäft Siteco. Damit will der Vorstand die Ausrichtung als Photonik-Konzern weiter voran treiben. Einen kurzen Kommentar dazu finden Sie hier.

Eine Investorenvereinbarung ist laut Handelsblatt bereits ausgehandelt. Das Übernahmeangebot wird nun im Aufsichtsrat von Osram geprüft und eine Empfehlung an die Aktionäre gegeben.