Light+Building 2016 Everlight will auf den europäischen LED-Markt Preisdruck ausüben

Dr. Christopher Keusch, Business Development Lighting EMEA bei Everlight Electronics Europe, auf der Light+Building 2016.
Dr. Christopher Keusch, Business Development Lighting EMEA bei Everlight Electronics Europe, auf der Light+Building 2016.

Der taiwanesische LED-Hersteller Everlight Electronics will mit mehreren neuen Varianten seiner LED-Chip Produktfamilien auf dem europäischen Markt Fuß fassen. Gelingen soll der Vorstoß nicht zuletzt mit einer aggressiven Preispolitik.

Auf den Märkten für Low- und Mid-Power-LEDs (bis ca. 0,5 W) in Taiwan und China ist Everlight Electronics traditionell stark vertreten. Für Europa gilt das nicht, da der Markt hier stark von der LED-Effizienz getrieben wird und die Lichtausbeute von Everlights LED-Chips bisher hinter der von Konkurrenzprodukten liegt. Diese Lücke wurde jetzt mit neuen Varianten der 2835- und 5630-LEDs geschlossen. Hinter der Bezeichnung verbergen sich Low- und Mid-Power Weißlicht-LEDs im Format 2,8 x 3,5 mm² bzw. 5,6 x 3,0 mm². Die Effizienz für die 0,5 W Variante der 2835-LED ist mit bis zu 150 lm/W spezifiziert, wobei diese Effizienz bei 65 mA Betriebsstrom und ca. 3 V Vorwärtsspannung gilt und kleiner ausfällt, wenn die LED mit dem im Datenblatt angegebenen Normalbetriebsstrom von 150 mA versorgt wird. Eine auf Effizienz optimierte Version der 2835-LED erzielt bis zu 175 lm/W.

Preisdruck auf dem europäischen Markt erzeugen Everlights 5630-LEDs der Generation KK5D und KK6D. Sie werden laut Dr. Christopher Keusch, Business Development Lighting für EMEA bei Everlight Electronics, den Marktstandard um etwa 25 Prozent unter dem üblichen Marktpreis angeboten. Dabei ist die KK6D bei der Effizienz durchaus konkurrenzfähig: in etwa 210 lm/W (ermittelt beim spezifizierten Normalbetriebsstrom von 65 mA) können mit den Chips erzielt werden.

Außerdem wurden die fertigungsbedingten Variationen des Farborts so weit reduziert, dass dieser Chip und auch die hocheffiziente Version der 2835-LED gemäß 3-Step MacAdam-Ellipse klassifiziert werden, was bisher nur die wenigsten LED-Hersteller tun.

Man sei nun zum ersten Mal in der Lage, in Sachen Effizienz und Qualität nicht nur zu den Marktbegleitern wie Samsung aufzuschließen, sondern selbst Maßstäbe zu setzen, erklärte Dr. Keusch im Standgespräch auf der Light+Building. „Die aggressive Bepreisung der 5630-LEDs ist auch eine strategische Entscheidung von Seiten der Geschäftsführung, um Druck auf die Marktbegleiter aufzubauen und weitere Marktanteile zu gewinnen“ erklärte Dr. Keusch weiter.

Da Everlight Electronics nicht allein im Beleuchtungsmarkt tätig ist, kann sich das Unternehmen einen zeitweiligen Preiskampf in diesem Segment erlauben und will ihn jetzt auch führen. Ein so massives Unterbieten des marktüblichen Preises könnte für manche Hersteller für den Low- und Mid-Power LED-Bereich auf Dauer zu viel sein, zumal die Margen eh nur noch sehr dünn sind. Um auch technisch weiter auf der Höhe zu bleiben, investiert Everlights weiter in die Entwicklung von LEDs mit hoher Lichtausbeute. Die nächste Generation der 5630-LED (KK7D) ist mit bis zu 220 lm/W spezifiziert und soll im Juni 2016 auf den Markt gebracht werden. Einen weiteren "Preiskampf-Chip" wird es aber aller Voraussicht nach in naher Zukunft nicht geben.