Elektronik-Zeitreise Das elektronische Papier

Als Vorläufer der heutigen Smartphones kann man vielleicht PDAs – persönliche digitale Assistenten – ansehen, die sich mit dem Stift bedienen ließen. Erste Alternativen zur Tastatureingabe gab es bereits 1990: ein Flachdisplay mit Stift von IBM.

Flachdisplay und Stift ersetzen Tastatur. Eine Alternative zu Tastatur oder Spracheingabe für die Kommunikation mit dem Computer hat IBM entwickelt. Als Eingabemedium dient ein Flachdisplay, auf das der Anwender mit einem Stift schreibt. Der Rechner kann auf diese Art sogar mit Noten etwas anfangen.

An Versuchen, die obligatorische Tastatur beim Computer zu ersetzen, mangelt es nun wirklich nicht. Selbst Steve Jobs, der Gründer von Apple, hat seiner neuen Kreation »Next« ein Spracherkennungs-System verpaßt. All diesen Versuchen zum Trotz hat sich das gute alte Keyboard aber bisher nicht verdrängen lassen. Einen neuen Weg geht jetzt IBM.

Am Thomas-J.-Watson-Forschungszentrum der Firma wurde ein LCD-Flachbildschirm entwickelt, der mit Hilfe eines Schreibstiftes wie ein Blatt Papier beschrieben werden kann. IBM hat seine neue Errungenschaft dann auch auf den Namen PLI (Paper-like Interface) getauft.Anwendungsmöglichkeiten gibt es beispielsweise bei CAD.

Der Benutzer kann Skizzen oder handschriftliche Informationen direkt über den Bildschirm eingeben oder ergänzen. Das System erkennt die Schriftzüge und setzt sie automatisch in druck- oder darstellungsreife Reinzeichnungen oder Texte um. Das System besteht aus einem LCD-Bildschirm mit Rückbeleuchtung und integriertem Digitalisier-Tablett.

Es registriert die jeweilige Position des Schreibstiftes und meldet, ob ein mechanischer Kontakt zwischen Stift und Schirm besteht. Die Folge der Berührungspunkte interpretiert das System quasi als Tintenspur eines Füllers oder Kugelschreibers.

Interpretation durch spezielle Software

Anhand der Koordinatendaten werden die Einzelpositionen gegebenenfalls als geschriebene Linien interpretiert. Ergänzt wird das Ganze durch eine Software, die bei der Eingabe von geschriebenen Worten die Handschrift des Anwenders entziffert – bei mancher »Klaue« sicher keine leichte Aufgabe.

 

Mathematische Formeln und Noten kein Problem

Das PLI läßt sich zusammen mit den üblichen Rechnern einsetzen. Bisher hat sich IBM auf Computer mit der hauseigenen Unix-Version AIX als Betriebssystem konzentriert. Eines der Programme, die inzwischen für das PLI zur Verfügung stehen, erlaubt die handschriftliche Eingabe von mathematischen Formeln.

Die Möglichkeiten gehen soweit, dass beispielsweise Komponisten mit Hilfe des Systems ihre musikalischen Einfälle in Form von Noten auf einem elektronischen Notenblatt festhalten können.

 

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Elektronik-ZeitreiseDie Elektronik wird 65 Jahre – der perfekte Moment, um eine kleine Elektronik-Zeitreise zu beginnen: Wir haben in unserem Archiv geschmökert und bahnbrechende Neuigkeiten der vergangenen 65 Jahre entdeckt. Erleben Sie in unserer Elektronik-Zeitreise revolutionäre Neuigkeiten der vergangenen Jahrzehnte – gerne mit einem Schmunzeln.