Nächste Wendung Ams und Osram verhandeln

Nun also doch: Ams hat ein verbindliches Übernahmeangebot für Osram abgegeben. Nun laufen Verhandlungen über eine Zusammenschlussvereinbarung.

Bis zum 5. September läuft die Annahmefrist für das Übernahmeangebot von Bain und Carlyle. Die Annahmeschwelle liegt bei 70 Prozent – und ob sie erreicht wird, ist seit der Ablehnung durch den größten Aktionär AGI (9,4 Prozent) ungewiss. Nun hat sich auch noch Ams im Bieterrennen zurück gemeldet und will die beiden US-Investoren mit einem Gegenangebot von 38,50 € pro Aktie, ein Aufschlag von fast zehn Prozent, ausstechen.

Hatten die Osram-Verantwortlichen nach der ersten Offerte von Ams im Juli einen Verkauf an den Sensorhersteller aus Osterreich noch als sehr unwahrscheinlich bezeichnet, ist man nun in Verhandlungen über eine Zusammenschlussvereinbarung getreten. »Nach unserer vorläufigen Einschätzung erscheint das vorgelegte Finanzierungskonzept verbindlich und tragfähig«, heißt es in einer aktuellen Konzernmitteilung.

Verhandelt wird nun über Arbeitslatz- und Standortgarantien, in wie weit die bisherige Firmenstrategie fortgeführt wird. Ein einvernehmlicher Verhandlungsabschluss ist Voraussetzung, um das bislang bestehenden Stillhalteabkommen zwischen Osram und ams aufzuheben.

Erst dann kann die Offerte den Osram-Aktionären unterbreitet werden, was noch vor dem 5. September geschehen soll. Die Annahmeschwelle liegt ebenfalls bei 70 Prozent. »Wir sind überzeugt, dass wir sie erreichen«, so Ams-Finanzvorstand Michael Wachsler-Markowitsch. Und das, obwohl die Österreicher mit rund 1,4 Milliarden Euro weniger als die Hälfte des Jahresumsatzes von Osram erwirtschaften. Die Eigentümerstruktur dürfte Ams aber in die Karten spielen: Viele Ams-Eigner sind auch Osram-Aktionäre – unter anderem auch AGI.