Deutscher Zukunftspreis 2011 250.000 € Preisgeld für Organische Elektronik

Ebenfalls nominiert: Prof. Dr. rer. nat. Karl Leo (Sprecher), Dr. rer. nat. Jan Blochwitz-Nimoth und Dr. rer. nat. Martin Pfeiffer (v.l.)
Ausgezeichnet: Prof. Dr. rer. nat. Karl Leo (Sprecher), Dr. rer. nat. Jan Blochwitz-Nimoth und Dr. rer. nat. Martin Pfeiffer (v.l.)

Gestern Abend verlieh Bundespräsident Christian Wulff in Berlin den Deutschen Zukunftspreis 2011. Gewonnen haben ihn die Wissenschaftler um Prof. Dr. rer.nat. Karl Leo vom Fraunhofer IPMS in Dresden: Sie bringen organische Halbleiter als hauchdünne Schicht auf unterschiedlichste Materialien auf und reduzieren so den Energiebedarf der Anwendung.

Den Wissenschaftlern um Prof. Dr. rer. nat. Karl Leo, Dr. rer. nat. Jan Blochwitz-Nimoth und Dr. rer. nat Martin Pfeiffer von der TU Dresden ist es gelungen, organische Halbleiter als hauchdünne Schicht auf unterschiedlichste Materialien aufzubringen und so den Energiebedarf der Anwendung drastisch zu reduzieren. „Organische Elektronik – mehr Licht und Energie aus hauchdünnen Molekülschichten“ lautet der Arbeitstitel des prämierten Projekts. Diese Technologie findet in einer neuen Generation von Flachbildschirmen, stromsparender Beleuchtung oder in flexiblen Solarzellen (OSC) Anwendung.

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Deutscher Zukunftspreis 2011: Organische Elektronik – mehr Licht und Energie aus hauchdünnen Molekülschichten

Die Gewinner des Deutschen Zukunftspreis 2011

Eine Unbekannte ist diese Technologie jedoch nicht: Sie findet in den neuen Generationen von Flachbildschirmen, in stromsparender, flächiger Beleuchtung oder in flexiblen Solarzellen (organischen Solarzellen, kurz OSC) Anwendung. „Organisch“ heißt in diesem Zusammenhang, dass Verbindungen aus Kohlenstoff verwendet werden, die so auch in der Natur zu finden sind. Diese Kohlenwasserstoffverbindungen werden auch als Farbstoff z.B. für Autolacke oder in Fotokopierern verwendet und haben zwei Eigenschaften: Sie können Licht entweder absorbieren oder aber abstrahlen. Die Forscher nutzen diese Eigenschaften entweder für Solarzellen oder für Lichtquellen. Damit die Moleküle elektrische Ladung transportieren, mischen die Forscher gezielt Fremdmoleküle bei – hier spricht man von Dotierung. Ein Prozent Beimischung kann die elektrische Leitfähigkeit um den Faktor eine Million steigern. Mit Hilfe dieser dotierten Schichten können Ladungsträger aus der absorbierenden Schicht heraustransportiert werden – Solarzellen, oder aber in die emittierenden Schichten hinein – LED.

Ein Vorteil dieser Technologie liegt u.a. in der Fertigung: Im Gegensatz zur Herstellung von Silizium-Solarzellen, bei der die Silizium-Kristalle bei Temperaturen von 1.000 °C verarbeitet werden, sind bei Herstellung dieser organischen Halbleiter maximal 150 °C notwendig – dadurch wird weniger Energie benötigt. Den Anfang nahm das Projekt an der Technischen Universität Dresden und wurde dann im Fraunhofer-Institut für Photonische Forschung weiterentwickelt.

Der Preis des Bundespräsidenten für Technik und Innovation ist mit 250.000 Euro dotiert und würdigt sowohl die Entwicklung des Verfahrens als auch dessen erfolgreiche Umsetzung in den Markt. »Die Nominierten für den Deutschen Zukunftspreis stehen für einen Erfindungsreichtum, der dazu beiträgt, das Leben der Menschen zu verbessern. Sie stehen für den Fortschritt, der uns Menschen dient«, so Bundespräsident Christian Wulff.

Erstmals nahmen auch Preisträgerinnen und Preisträger des Bundeswettbewerbs »Jugend forscht« an der Verleihung teil. Wie die Nominierten des Zukunftspreises forschen die Jugendlichen in den gleichen Themenfeldern. Bundespräsident Christian Wulff: »Mit dem Deutschen Zukunftspreis sollen auch Mädchen und Jungen motiviert werden, sich für Technik- und Wissenschaftsberufe zu interessieren. Sie sind unsere Forscher und Erfinder von morgen, die wir brauchen, um uns den Herausforderungen einer Gesellschaft mit knapperen Ressourcen zu stellen.«