Software für Weltraumroboter Von der Sahara in den Weltraum

Der Rover SherpaTT simulierte bereits 2016 zusammen mit weiteren Robotern erfolgreich eine Weltraummission in der Halbwüste Utahs, USA.
Der Rover SherpaTT simulierte bereits 2016 zusammen mit weiteren Robotern erfolgreich eine Weltraummission in der Halbwüste Utahs, USA.

Das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) koordiniert eine vierwöchige Testkampagne in der Sahara. Getestet wird die neue Software für einen Weltraumroboter. Am Ende soll der Roboter ohne Hilfe die Wüste durchqueren.

Am nördlichen Rand der Sahara findet demnächst eine vierwöchige Feldtestkampagne statt, die vom DFKI koordiniert wird. Die neue Software für eine neue Generation von Weltraumrobotern ist bislang nur im Testlabor zum Einsatz gekommen. Bevor die neue Technik aber auf fremden Planeten oder im Orbit eingesetzt wird, soll die Software in der Wüste getestet werden. Die Software wurde im Rahmen des Strategic Research Cluster on Space Robotics Technologies (SRC) der Europäischen Union von einem Konsortium diverser Partner entwickelt.

Das SRC vereint verschiedene europäische Organisation zur Weltraumforschung. Ziel ist es, die Forschung und Entwicklung im Bereich der Weltraumrobotik voranzutreiben. Beteiligt am Projekt „Peraspera“ sind die European Space Agency (ESA), das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) sowie die nationalen Weltraumagenturen Frankreichs, Spaniens, Italiens und Großbritanniens. Das Cluster soll Test und Evaluierungsmaßnahmen für neue Techniken durchführen, so auch die Feldtestkampagne in Marokko. Das Projekt vereint mehrere Teilprojekte, in denen die neue Software entwickelt wurde. Es wird seit 2014 im Rahmen des Förderprogramms Horizon 2020 von der EU gefördert. Von 15. November bis 15. Dezember 2018 wird die Software in Marokko auf Herz und Nieren getestet.

Fahrrover SherpaTT als Testplattform

Im Teilprojekt „Ergo“ entwickelt ein Team ein Softwareframework, das den autonomen Betrieb von Robotern auf Weltraummissionen ermöglicht. Zusätzlich wurde im Teilprojekt „Infuse“ ein Framework zur Fusion heterogener Sensordaten realisiert, um eine möglichst präzise Bewegungsplanung und Navigation von Weltraumrobotern zu erreichen. Als Testplattform der Software dient in Marokko der hybride Schreit- und Fahrrover SherpaTT des deutschen Forschungszentrums. Der Roboter wurde bereits 2016 in einer Halbwüste in Utah erfolgreich getestet.

Die Kampagne in Marokko ist von Erkundungsszenarien der NASA Mars Sample Return Mission inspiriert. Mit der neuen Software soll der SherpaTT eine autonome Langstreckenmission absolvieren. Der Rover legt dabei eine kilometerlange Strecke zurück, die von weiten Ebenen, aber auch steilen Hängen und Schluchten geprägt ist. SherpaTT ist dabei auf sich alleine gestellt: Er muss den Weg selbstständig planen und auf Hindernisse oder sich ändernde Untergrundbedingungen reagieren. Hat er seinen Zielort erreicht, muss er eine Bodenprobe nehmen – das eigentliche Ziel seiner Mission.

Durchführen der Tests in zwei Stufen

Der Zeitplan für die Tests sieht zwei Stufen vor: In der ersten Stufe werden Integrations- und Reparaturmaßnahmen in einer Werkstatt durchgeführt – erste Tests auf einem Testgelände mit natürlichen Sanddünen. In der zweiten Teststufe begeben sich die Forscher in die Sahara, ein Zeltlager dient als Basis- und Kontrollstation. Dort wird dann die Langstreckenmission des SherpaTT ausgeführt.