Hochschule Bochum Solarbuggy ist bereit für die australische Wüste

Mit dem Solarbuggy wollen die Studenten der Hochschule Bochum eine Rekordfahrt durchführen.
Mit dem Solarbuggy wollen die Studenten der Hochschule Bochum eine Rekordfahrt durchführen.

Studenten der Hochschule Bochum entwickeln seit 2013 den Solarbuggy. Ein Geländefahrzeug, das ausschließlich mit Solarzellen betrieben wird. Nun steht ein Rekordversuch in »Down Under« an.

Das Ziel ist klar: Studenten der Bochumer Hochschule wollen den Guinness-Weltrekord für die schnellste Durchquerung der australischen Simpson-Wüste mittels eines solarbetriebenen Fahrzeugs aufstellen. Die Wüste liegt zum größten Teil im Northern Territory des Kontinents. Seit langem bauen die Studenten  dafür an einem Solarbuggy. Vor sechs Jahren entstand die Idee in der Simpson-Wüste nach der World Solar Challenge, einem Rennen für Solarfahrzeuge. Auf öffentlichen Straßen führt das Rennen rund 3.000 Kilometer quer durch Australien, von Darwin nach Adelaide. Seitdem die jungen Forscher der Hochschule Bochum die Idee aufgegriffen haben, tüfteln sie an dem Geländebuggy. Mit dem neuen Modell geht es dann im September nach Australien, im Oktober soll dann in der Simpson-Wüste die Rekordfahrt stattfinden.

Das Herzstück des Buggys ist die Hochvoltbatterie mit 20 kWh, die den 400 V Antriebsstrang antreibt. Zusammen mit der niederländischen Firma Spike wurde sie für die harten Anforderungen entwickelt. Da die neue Batterie mehr Stauraum ausfüllt, wurde eine komplett neue Konstruktion geschweißt. Schließlich muss sie Staub, Sand und Feuchtigkeit von der Batterie fernhalten. Die extremen äußeren Bedingungen sind auch der Grund, warum es bisher nur wenige Einsatzzwecke für solche Fahrzeuge in der Wüste gibt.

 

Nachtschichten für das gemeinsame Ziel

Im Vordergrund der Entwicklungen standen das faltbare Solararray und das Solardach. Für das Array galt es, jeweils acht Zellen zusammenzulöten und zu laminieren. Pro Panel benötigten die Forscher drei Schichten unterschiedliche Folie. In mehreren Spät- und Nachtschichten bastelten die Studenten etwa 160 solcher Module. In drei weiteren Arbeitstagen wurden die Module dann laminiert.

Für das Mechanik-Team stand die Fertigstellung der Karosserie im Fokus. So entstand ein überarbeitetes Fahrgerüst. Auch das Kühlsystem für Motor und Batterie wurde neu verlegt und befestigt. Es folgen noch die Federn, um das größere Gewicht des neuen Buggys entsprechend abzufangen. Auch eine Handbremse soll bald eingebaut werden, um die angestrebte Straßenzulassung zu erhalten. Im September findet dann der Rekordversuch in der Simpson-Wüste statt.