Die Elektronik-neo auf der Productronica Schlaflos auf der Messe

Auf großen Tafeln konnten die Teams beim Hackathon ihre Ideen festhalten.
Auf großen Tafeln konnten die Teams beim Hackathon ihre Ideen festhalten.

Career Center, Talent Stage, 48-Stunden-Hackathon: Die Fachmesse Productronica 2019 war nicht nur für alte Hasen, auch Newcomer kamen beim neuen Messeformat „Accelerating Talents“ auf ihre Kosten. Natürlich ging es aber nicht nur um den Ernst des Lebens, auch der Spaß kam nicht zu kurz.

Vom 12. bis 15. November 2019 versammelte sich die Welt der Elektronikfertigung in München auf der Fachmesse Productronica. Doch diesmal waren nicht nur die langjährigen Vertreter der Industrie und Forschung gefragt, sondern auch Studenten und angehende Ingenieure. Um dem Nachwuchs die Elektronikfertigung näher zu bringen, stellte die Messe München in der Halle B2 ein spannendes Programm auf die Beine: das neue Format »Accelerating Talents«, eine Plattform für Nachwuchskräfte mit verschiedenen Segmenten, wie einem Career Center, einem Talent Gateway und einem Escape-Bus. Wer kurz einmal verschnaufen und sich weiterbilden wollte, machte Halt an unserem Stand der Elektronik neo. Dort gab es nicht nur Lesestoff und gute Gespräche, sondern auch etwas zu feiern: unseren ersten Geburtstag.

Buntes Angebot

Schon von weitem zu sehen war der leuchtende Turm aus Kanistern, der den Mittelpunkt der Accelerating-Talents-Plattform markierte. Dort angekommen war man auch schon direkt im Career Center mit Informationsstand, Talent Stage und Career Café. Auf der Talent Stage wurden jeden Tag verschieden Vorträge und Podiumsdiskussionen rund um Prozesse und Chancen in der Industrie sowie Start-ups und Berufseinstieg gehalten.

Für Abwechslung sorgte der Tech Slam, bei dem drei Slammer bewiesen, dass Wissenschaft nicht zwangsläufig trocken und langweilig sein muss, sondern durchaus auch für herzhafte Lacher sorgen darf. Im Café konnten es sich interessierte Besucher und Verteter von Messeausstellern bei Kaffee und Snacks gemütlich machen, um in Ruhe über Karrieremöglichkeiten zu sprechen – oder einfach für ein paar Minuten abzuschalten. Interessante Stellenangebote waren zusätzlich an der Recruiting-Tafel ausgehängt.

Wer auch einmal selbst Hand anlegen wollte war beim »Agile Barista« genau richtig. Neben kostenlosen Kaffee bot der Experte für koffeinhaltige Heißgetränke einen Schnellkurs für die perfekte Tasse an – Latte Art inbegriffen. Eine QR-Rally führte die Teilnehmer auf eine Schnitzeljagd durch die Messe, bei der am Ende tolle Preise gewonnen werden konnten – zum Beispiel ein Modellbaukasten vom Franzis Verlag. Auch Knobelfreunde hatten ihren Spaß auf der Messe: Im Escape Bus konnten sich Gruppen gemeinsam auf ein kleines Abenteuer begeben. Es galt innerhalb einer halben Stunde alle Rätsel zu lösen, um die Tür zu öffnen und das Spiel zu gewinnen.

Hack the Fair

Zum ersten Mal fand auf der Productronica der 48-Stunden-Hackathon statt, der Höhepunkt der Accelerating Talents. Organisiert wurde er von der Messe München, dem VDMA und dem Fraunhofer Institut für Zuverlässigkeit und Mikrointegration (IZM). Als Medienpartner standen wir, die Redaktion der Elektronik neo, den Organisatoren zur Seite. Gesponsert wurde der Hackathon von den Kabelherstellern Komax und Schleuniger – außerdem waren die beiden Unternehmen für die Aufgabenstellung zuständig. Bei der Eröffnungsveranstaltung präsentierten sie ihre Challenges – für die Bearbeitung der Aufgaben stellten sie alle nötigen Daten und ihre Infrastruktur zur Verfügung und unterstützten die Teilnehmer als Ansprechpartner. Unter dem Motto »Plant meets Reality« mussten die Hacker sich für die Komax Challenge überlegen, wie man Produktionspläne mit realen IoT-Daten und -Infrastrukturen zusammenführen kann. Schleuniger forderte die Teilnehmer dagegen mit »Are you ready for the industry 4.0« heraus, Geschäftsmodelle zu entwickeln, die Kunden aufzeigen, warum es sinnvoll ist, die eigenen Daten mit dem Unternehmen zu teilen.

Nach der Präsentation der Aufgaben ging es auch schon an die ersten Pitches, denn auch Einzelpersonen hatten sich für den Hackathon angemeldet und mussten vor Ort noch Teammitglieder finden. Sobald sich alle in Gruppen zusammengefunden hatten, ging es direkt an die Arbeit. Für diejenigen, die jede Minute nutzen wollten, standen in der Halle Übernachtungsmöglichkeiten und Verpflegung zur Verfügung – eine Premiere für die Productronica. Ideen, Notizen und Skizzen wurden im Laufe der 48 Stunden an großen Tafeln festgehalten.

Am Ende hatte jede Gruppe vier Minuten Zeit, um ihre Ergebnisse vorzustellen und die Jury von sich zu überzeugen. Zu gewinnen gab es insgesamt 6000 Euro, einen Workshop am Fraunhofer IZM und einen Sonderpreis der Messe München. Der erste Platz, dotiert mit 4000 Euro, ging an »InIT Solutions«. Die Gruppe entwickelte für die Komax-Challenge ein standardisiertes Reporting-Tool, genannt SDAR (Standardized Data Accessing Report), das durch Rollenverteilung und Spezifizierung große Datenmengen strukturiert.

»Pragmatic Industries« konnte sich bei der Schleuniger-Challenge durchsetzen und gewann so den zweiten Preis von 2000 Euro. Das Team überlegte sich eine Möglichkeit, wie die Informationen aus gesammelten Prozess- und Maschinendaten gewinnbringend zur Verfügung gestellt werden können, sodass sowohl Drittunternehmen als auch Schleuniger Vorteile daraus ziehen können. Den dritten Preis – den Workshop »How to start a factory« vom Fraunhofer IZM – gewann das Team »NAiSE«, das sich der Aufgabe von Komax stellte und ein Lokalisierungssystem entwickelte, mit dem der Weg des Produktes genau nachvollzogen werden kann. Der Sonderpreis, eine kostenlose Ausstellungsfläche auf der Productronica 2021, ging an »InnoSEp meets Schleuniger«. Das Team entwickelte eine Applikation und ein Business-Modell, das dabei hilft, das Potenzial der zur Verfügung gestellten Daten auszuschöpfen, zum Beispiel für Predictive Maintenance. Im Abschluss hatten die Teilnehmer die Möglichkeit, sich auf der Standparty mit den Organisatoren und Unternehmen auszutauschen oder einfach bei Getränken, Burgern und Snacks den Abend zu genießen.