Rezept für die Energiewende Mit Pizza das Klima retten

Beim nächsten Kauf einer Tiefkühlpizza könntet Ihr ein genauso großes Stück Solarzelle gewinnen.
Beim nächsten Kauf einer Tiefkühlpizza könntet Ihr ein genauso großes Stück Solarzelle gewinnen.

Was haben Pizza und Solarstrom gemeinsam? Die Größe des Pizzakartons! Bei einer gemeinsamen Aktion verschenken Enyway, ein Online-Marktplatz für direkte Energie und Gustavo Gusto, Hersteller für Tiefkühlpizza, 100.000 pizzakartongroße Solaranlagenstücke.

Enyway ist ein Blockchain-basierter Online-Marktplatz für direkte Energie – bekannt als weltweit erste Peer-to-Peer-Plattform für Ökostrom direkt vom Erzeuger. Klassische Energieversorger werden damit überflüssig, dezentrale erneuerbare Energien gestärkt und der Energiemarkt demokratisiert. Enyway ist aus dem Ökostromanbieter Lichtblick entstanden. Gegründet wurde das Unternehmen Ende der 1990er Jahre von Heiko von Tschischwitz. Die meisten, die nach der Liberalisierung des Strommarktes durchgestartet sind, waren schnell wieder verschwunden. Nicht so Lichtblick, die inzwischen etwa 700.000 Kunden haben.

Von Tschischwitz, heute 50 Jahre alt, wollte es noch einmal wissen: Letztes Jahr gab er die Geschäftsführung ab und gründete Enyway mit dem Ziel, die klassischen Energieversorger ganz und gar überflüssig zu machen. 

So werdet Ihr mit Pizza zum Ökostromproduzenten

Enyway und Gustavo Gusto verschenken in einer gemeinsamen Aktion
100.000 pizzakartongroße Solaranlagenstücke. Die Stücke sind Teil von Deutschlands erster subventionsfreien Freiflächen-Solaranlage und haben einen Wert von jeweils 39 Euro. Die Idee: Energiewende für jeden schmackhaft machen. Mit der »Solar-Pizza« kann jeder – sogar Mieter in der Stadt – zum Solarstromproduzenten werden und die Energiewende aktiv mitgestalten. Ohne darauf zu warten, dass die Politik die Klimaschutzziele irgendwann umsetzt. Dabei kann der Solarstromproduzent selbst entscheiden, was er mit seinem Solarertrag macht: Die erzeugte Energie kann zum Beispiel zuhause selbst verbraucht werden. Alternativ kann der Ertrag für ein Aufforstungsprojekt in Indonesien gespendet werden.

Auf jedem Pizzakarton mit »Rezept für die Energiewende« ist ein Aktionscode enthalten, der auf Webseite von Enyway eingelöst werden kann. Die Aktionspizza ist bei Rewe, Edeka, Real und Netto in limitierter Auflage erhältlich.

Die virtuellen Pizzastücke sind jeweils 0,1 m² groß. In Summe ergeben sie eine Solaranlage in der Größe von 10.000 m² (das entspricht zwei Fußballfeldern) und produzieren, laut dem Unternehmen subventionsfrei 1,5 Millionen kWh Strom pro Jahr. Damit könnten rund 2.000 t CO2-Emissionen im Vergleich zu Strom aus Braunkohle eingespart werden.

Mit Blockchain zum eigenen Solarstrom

Wer keinen Pizzakarton als Solarzelle gewinnt, kann sich dennoch an dem Projekt namens Change beteiligen:

Die Fläche einer geplanten Solaranlage wird per Computer in einzelne Parzellen eingeteilt. Zwei Größen stehen hier zur Auswahl: das 30-x-30-cm²-Stück und eins in der Größe etwa einer Tischtennisplatte. Diese Stücke können Bürger für einen festgelegten Zeitraum pachten. Ein Stück in Pizzakarton-Format kostet für zwei Jahre 39 Euro, die »Tischtennisplatte« 99 Euro. Ein auf der Blockchain-Technologie basierender Algorithmus ist dafür zuständig, dass der Solarstrom eines Stücks ausschließlich an seinen Pächter geleitet wird.