wearHEALTH Mit digitaler Technik zu mehr Gesundheit

Das Sensorsystem analysiert die Bewegungen des Nutzers und gibt ihm direkt Rückmeldung, wenn dieser sich falsch bewegt.
Das Sensorsystem analysiert die Bewegungen des Nutzers und gibt ihm direkt Rückmeldung, wenn er sich falsch bewegt.

Ein Sensorsystem, das dem Nutzer Rückmeldung gibt, wenn er sich falsch bewegt, eine App, die Stress abbaut oder ein Computerspiel, das hilft, Thrombose vorzubeugen – mit solchen spannenden digitalen Techniken befasst sich Nachwuchsgruppe wearHEALTH der Technischen Universität Kaiserslautern.

Fünf Jahre wurden die Kaiserslauterer Nachwuchsgruppe vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) im Rahmen der Maßnahme »Interdisziplinärer Kompetenzaufbau im Forschungsschwerpunkt Mensch-Technik-Interaktion für den demografischen Wandel« gefördert. Am Donnerstag, den 26. September, stellt die Forschergruppe ihre Arbeiten nun bei einer Veranstaltung zum Projektabschluss in Aachen vor.

wearHEALTH an der Technischen Universität Kaiserslautern ist interdisziplinär zusammengesetzt. Die Mitglieder kommen aus Informatik, Mathematik, Psychologie, Kognitionswissenschaft, Bewegungswissenschaft und Regelungstechnik. Ihr Ziel ist die Entwicklung von digitalen Techniken, die die Gesundheit präventiv oder in Form von Reha-Maßnahmen verbessern sollen.

Bewegungsanalyse, Stress-Abbau und Thrombosevorsorge

So haben sich Dr. Gabriele Bleser, Dr. Bertram Taetz, Markus Miezal und ihr Team etwa mit einem Sensorsystem befasst, das Patienten dabei hilft, Schonhaltungen beim Gehen abzubauen. Über kleine Sensoren an Füßen, Beinen und Becken werden die Bewegungsabläufe gemessen. Eine Software wertet den Gang aus und gibt dem Nutzer Rückmeldung, sodass er seine Bewegung verbessern kann. Interessant ist dies zum Beispiel für Patienten nach einer Hüft- oder Knie-Operation. Die Technik entwickelt das Kaiserslauterer Forscherteam gemeinsam mit dem Institut für Biomechanik an der Rehaklinik Lindenplatz im nordrhein-westfälischen Bad Sassendorf.

Das Team um Dr. Corinna Faust-Christmann hat zudem die App »Stress-Mentor« entwickelt, mit der man sich spielerisch entspannen soll. Nutzer können dabei Entspannungsmethoden wie etwa Meditation in ihren Tagesablauf einbauen. Über eine Tagebuchfunktion ist es darüber hinaus möglich, Auslöser von Stress besser zu erfassen. 

An einem Computerspiel, das bei der Thrombose-Prävention zum Einsatz kommen könnte, haben der Informatiker Daniel Steffen und sein Team zusammen mit Medizinern des Westpfalz Klinikums gearbeitet. Das Besondere: Es lässt sich über die Füße steuern. Die Forscher haben es für Smartphone und Tablet entwickelt. Das Spiel kann auch nach einem Schlaganfall oder einer Gelenksoperation helfen.

Präsentation in Aachen

Das BMBF hat die Arbeiter der Nachwuchsgruppe fünf Jahre lang gefördert. Zur Abschlusskonferenz »Interdisziplinärer Kompetenzaufbau« kommen alle Nachwuchsgruppen im Digital Capability Center in Aachen zusammen, um ihre Arbeiten vorzustellen.

Wer an der kostenfreien Veranstaltung teilnehmen möchte, kann sich noch anmelden.