Raspberry Pi Maker Kit im neo Test »Make it so«

Top oder Flop

Geliefert wird das Maker Kit in einem formschönen, stabilen Karton. Dabei macht nicht nur die Optik des Kartons und des Handbuchs etwas her, auch die 41 Elektronikbauteile können sich sehen lassen. Funktioniert haben in unserem Testkit alle Bauteile einwandfrei. Ansprechend ist vor allem das umfangreiche Handbuch, in dem die einzelnen Arbeitsschritte gut verständlich und auch für Einsteiger nachvollziehbar beschrieben sind. Obwohl optisch hochwertig aufbereitet, sind die Grafiken allerdings zum Teil etwas zu ungenau, um zu erkennen, wo die einzelnen Komponenten auf dem Steckboard aufgebracht werden müssen. Größere Bilder und ein schärferer Druck wären hier hilfreich gewesen. Schön ist, dass die Bilder durchgehend farbig sind und sich in jedem Kapitel kleine Infokästen mit Zusatzwissen oder Tipps finden.

Die Struktur und die aufeinander aufbauenden Kapitel sind gut gewählt – auch sind die Schwierigkeitssprünge zwischen den Kapiteln nicht zu groß. Gut gefallen haben uns auch die eingestreuten »reinen« Programmieraufgaben, wie ein grafischer Spielewürfel. Auf diese Weise werden auch Einsteigern die Möglichkeiten von Python noch einmal verdeutlicht. Um die Grundzüge der Programmiersprache strukturiert zu lernen, reicht das Maker Kit nicht aus. Interessierte sollten dafür auf zusätzliche Lehrbücher oder Online-Kurse zurückgreifen.

In den späteren Kapiteln erweist sich die Entscheidung des Autors als problematisch, zunächst den vollständigen Programmcode anzugeben und erst danach zu erklären. So tippt man viel ab, versteht aber nicht, warum. Das ist aber jedoch ein kleines Manko, schließlich lässt sich das Leseverhalten ja einfach entsprechend anpassen. Nicht gefallen hat uns, dass ein Kundenkonto erforderlich ist, um Zusatzinformationen herunterzuladen – das ließe sich sicher auch anders und mit weniger Datenabfrage lösen.

Alles in allem ist das »Maker Kit für Raspberry Pi« von Franzis ein toller Einstieg in die Welt der Einplatinen-PCs. Dabei werden nicht nur die Möglichkeiten aufgezeigt, die solche Geräte bieten. Das Lernkit fungiert auch als guter Ausgangspunkt, um eigene Ideen zu entwickeln und praktisch umzusetzen. Gerade denjenigen, die einen Raspberry Pi
ihr Eigen nennen, denen aber noch die zündende Idee für ein erstes Projekt fehlt, sei das Lernset wärmstens empfohlen.