Raspberry Pi Maker Kit im neo Test »Make it so«

Füllstandsanzeige für die Speicherkarte: Halb voll oder halb leer?

Auf zum nächsten Projekt. Jetzt wollen wir den Füllstand unserer Speicherkarte im Raspberry mittels LEDs anzeigen (Bild 4). Für unser Projekt nutzen wir dazu die rote, die gelbe und die grüne LED aus dem Lernkit. Außerdem brauchen wir noch 220-Ω-Widerstände sowie vier Verbindungskabel. Um den Status der Speicherkarte im Raspberry anzufragen, nutzen wir eine Funktion des Betriebssystems – der Linux-Distribution Raspian –, die über Python abgefragt wird. Dazu dient das Python-Modul os, das grundlegende Betriebssystemfunktionen zur Verfügung stellt. Am Ende soll unser Programm speicheranzeige.py abhängig vom freien Speicherplatz unterschiedliche LED-Anzeigen liefern (Tabelle). Was es auch tut, im Testfall aber etwas langweilig ist. Da wir eine 16-GB-Speicherkarte als »Festplatte« für unseren Raspberry Pi einsetzen, leuchtet ausschließlich die grüne LED. Aber gut, das schimpft sich wohl Luxusproblem. Als Ausweg ließen sich ja im bestehenden Programm auch einfach die Grenzwerte für die Füllstände an die jeweiligen Speicherkartengrößen anpassen.

War es am Anfang in Ordnung das Python-Programm abzutippen und erst dann zu erfahren, was die einzelnen Befehle bedeuten, wird es bei einem komplexeren Programm wie der Füllstandsanzeige schwerer. Da tippt man Zeile um Zeile ab – ohne genau zu wissen warum – und macht entsprechend schnell Leichtsinnsfehler wie einen fehlenden Doppelpunkt, eine Klammer zu viel oder eine falsche Einrückung. Eigentlich nicht weiter schlimm, da die Python-Shell den Anwender beim Ausführen eines Programms auf Syntax-Fehler hinweist, aber dennoch etwas demotivierend. Vor allem für Einsteiger, die die bisweilen sehr kryptischen Fehlermeldungen nicht auf Anhieb verstehen können. Hier wäre es besser gewesen, die Struktur der Kapitel zu ändern und erst den Code zu erklären und dann das gesamte Programm darzustellen. Das schützt zwar nicht vor Tippfehlern, fördert aber das Verständnis. Für Tippfaule gibt es die Programme auch zum Download, aber es soll ja auch etwas gelernt werden.

 

Freier SpeicherplatzLED-Anzeige
< 10 MBRot
10 MB bis 100 MBRot-Gelb
100 MB bis 500 MBGelb
500 MB bis 1000 MBGelb-Grün
> 1000 MBGrün

 

Abhängig vom verfügbaren Speicherplatz auf der Speicherkarte des Raspberry Pi liefert das Speicheranzeigen-Programm verschiedenfarbige LED-Lichtsignale.

Once More, with Feeling: Klavier für Raspberry Pi

Zum Schluss widmen wir uns einem der anspruchsvolleren Projekte des Lernkits: dem »Klavier«. Dazu wird der im Set enthaltene Piezo-Summer verwendet, der Töne in verschiedenen Höhen spielen kann. Zusammen mit den vier Tastern lässt sich so ein Klavier mit vier Tasten bauen, das einfache Melodien spielt. Als zusätzlicher Effekt soll bei jedem Tastendruck jeweils eine LED aufleuchten. Damit sich die Taster gut bedienen lassen und man nicht versehentlich Kabel aus der Steckplatine zieht, werden dieses Mal beide Steckboards eingesetzt, die sich – mit sanfter Gewalt – auch an den Längsseiten zusammenstecken lassen (Bild 5). Außerdem müssen aus dem mitgelieferten isolierten Schaltdraht vier Drahtbrücken gefertigt werden. Mit einer Schere und einem scharfen Messen war auch das notwendige Abisolieren kein Problem.

Jetzt aber ran an den Code. Nach ein paar Korrekturschleifen kann es losgehen. Damit es nicht allzu abstrakt wird, liefert das Handbuch auch gleich die Noten für den Kindergartenklassiker »Backe, backe Kuchen«. Keine Sorge, für alle, die es musikalisch nicht über die Blockflöte hinausgeschafft haben, gibt es auch einen Farbcode. So kann man sich auch einfach an den LEDs orientieren. Einen Blumentopf gewinnt zwar keiner, aber immerhin ist es selbst gebaut.