Universität Augsburg Kommt ein Roboter in eine Bar…

Ihren Reeti-Roboter, der weiß, worüber Sie besonders lachen können, v.l.n.r. flankierend: Dr. Florian Lingenfelser, Klaus Weber, Hannes Ritschel und Dr. Ilhan Aslan vom Augsburger HCM-Lehrstuhl.
Ihren Reeti-Roboter, der weiß, worüber Sie besonders lachen können, v.l.n.r. flankierend: Dr. Florian Lingenfelser, Klaus Weber, Hannes Ritschel und Dr. Ilhan Aslan vom Augsburger HCM-Lehrstuhl.

Stell dir vor, ein Roboter erzählt dir einen Witz – und du lachst nicht. Er wird es dir zwar nicht übel nehmen, aber er wird es sich merken. Und es nochmal versuchen, bis er dich zum Lachen bringt. Ein solcher Roboter wurde an der Universität Augsburg entwickelt und auf der ICMI ausgezeichnet.

Klaus Weber und seinem Kollegen vom Augsburger Lehrstuhl für Multimodale Mensch-Technik-Interaktion haben einen Roboter entwickelt, der seine Witze an den individuellen Humor einer Person anpasst. Dafür gab es auf der diesjährigen International Conference for Multimodal Interaction (ICMI’18) in Boulder (Colorado) eine Nominierung für den Best Paper Award.

Die ICMI ist eine der wichtigsten Konferenzen im Bereich der Mensch-Computer-Interaktion. Die Forschungsarbeiten, die in diesem Jahr dort vorgestellt wurden, erstreckten sich von Untersuchungen neuartiger Kommunikationsmöglichkeiten zwischen Mensch und Computer wie Blick-, Gesten-, und Stiftbasierter Interaktion, über Interaktionen, die menschliches Wohlbefinden adressieren, bis hin zu sozialen Interaktionen mit Robotern. Dazu zählt auch Klaus Webers Arbeit zum Thema  »How to Shape the Humor of a Robot – Social Behavior Adaptation Based on Reinforcement Learning«.

Robotern fehlt die Empathie

Humor zu verstehen, ist eine Eigenschaft, die bislang den Menschen vorbehalten war, denn Robotern fehlt eigentlich die notwendige Empathieebene. Menschen verstehen es, andere zum Lachen zu bringen und vor allem zu erkennen, ob ihr Humor auch von anderen als witzig verstanden wird. Klaus Weber hat es mit seinen Kollegen Hannes Ritschel, Dr. Ilhan Aslan, Dr. Florian Lingenfelser am Lehrstuhl von Prof. Dr. Elisabeth André nun geschafft, einem Roboter dieses »Verständnis« zu verschaffen: sie fütterten den Roboter mit dem Wissen darüber, wie Menschen auf Witze reagieren.

Zum Einsatz kam dabei das am Augsburger Lehrstuhl entwickelte Tool SSI (Social-Signal-Interpretation). Es ermöglicht die Echtzeitanalyse sozialer Signale – hier speziell Lachen und Lächeln. Ein trainiertes Modell liefert die Wahrscheinlichkeiten für Lachen bzw. Lächeln der Nutzer, und der Roboter versucht auf Basis eines Algorithmus' des Bestärkenden Lernens, das emotionale Empfinden beim Nutzer zu maximieren, indem er diejenigen Witze präferiert, bei denen der Nutzer positivere Reaktionen zeigt.