SmartCityFS-Hackathon Happy Hacking in Freising

26 Stunden, acht Teams, eine Mission – am 20. und 21. September fand der zweite SmartCityFS-Hackathon von Texas Instruments im FabLab Freising statt. Wir waren für Euch dabei.

Nach der erfolgreichen Auftaktveranstaltung im letzten Jahr ging es auch dieses Mal wieder darum, spannende und kreative Ideen zu entwickleln, um die Stadt Freising zu einer Smart City zu machen. Dabei hieß es für die acht Tüftler-Teams nicht nur kreativ, sondern vor allem schnell sein: Für die Entwicklung ihrer Ideen und deren Umsetzung in einem ersten Prototypen hatten die fleißigen Bastler nur wenige Stunden. Unterstützt wurden sie bei ihrer Arbeit von Mitarbeitern von Texas Instruments sowie Mitgliedern des FabLab Freising.

»Happy Hacking« hieß es für die Teilnehmer des Maker-Wettbwerbs dann endlich am Freitag, den 20. September, nach einer Begrüßung durch Andreas Schwaiger, Geschäftsführer von Texas Instruments Deutschland, Tobias Eschenbacher, Oberbürgermeister der Stadt Freising, Marion Thierry, EMEA Supplier Marketing Specialist bei Mouser, und Dr. Peter Schönweitz, Geschäftsführer von VIMpay. Nun blieben gut 26 Stunden, um Ideen rund um das Thema Smart Mobility auszutüfteln und am Ende der Jury in dreiminutigen Präsentationen vorzustellen. Kaum waren die Laptops ausgepackt, wurde sogleich programmiert und gebastelt, was das Zeug hält. Für die Umsetzung der Projekte stellte das FabLab Werkzeuge und technische Ausstattung zur Verfügung, die – unter Betreuung – verwendet werden konnten.

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SmartCityFS-Hackathon 2019

Am 20. und 21. September fand der zweite SmartCityFS-Hackathon von Texas Instruments im FabLab Freising statt. Elektronik neo war dabei.

Ohne intelligente Mobilität geht es nicht

Smart – da waren sich Jury und Teilnehmer einig – ist eine Stadt vor allem dann, wenn sie Bewohnern und Besuchern eine ebenso intelligente wie benutzerfreundliche Mobilität bietet. »Smart City heißt für mich, dass das Leben leichter und benutzerfreundlicher wird. Dazu braucht es vor allem einen schnellen und einfachen Zugriff auf Informationen und die entsprechende Technologien«, sagt Tobias Eschenbacher. Ähnlich sieht es auch Andreas Schwaiger. Für ihn ist eine »intelligente, flexible und emissionsfreie Mobilität in einer vernetzten Stadt« ausschlaggebend für eine Smart City.

Eine Vision, die scheinbar auch die teilnehmenden Maker inspirierte, die am Freitag noch hochkonzentriert bis spät in die Nacht an ihren Ideen feilten – natürlich bestens versorgt mit Snacks und Getränken. Dabei konnten die Voraussetzungen nicht unterschiedlicher sein: Während einige Gruppen sich seit einiger Zeit kannten und bereits gemeinsam an Projekten gearbeitet haben, gab es auch Teilnehmer, die sich einzeln angemeldet hatten und sich erst am Freitag zu einem Team zusammenfanden. Was sich jedoch nicht als Nachteil herausstellte. Nicht weniger eifrig machte sich das frisch entstandene Team sofort an die Arbeit und konnte am Ende ebenfalls einen ersten Prototypen präsentieren.

Schwere Entscheidung

Nach einem kleinen Frühstück wurde am Samstag, dem zweiten Tag des Hackathons, schon früh am Morgen wieder fieberhaft an den Ideen und Prototypen gearbeitet. Zusätzlich musste jeder seine Kurzpräsentation für die Jury ausarbeiten. Hierbei galt es nicht nur, die Technik und den Nutzen verständlich zu machen, sondern das Produkt auch richtig »zu verkaufen«. Eine Aufgabe, die alle Teams bravourös meisterten. Zum »Leidwesen« der Jury. Denn Ideen und Präsentationen waren zum Teil so gut, dass die Bewertung der einzelnen Projekte keine leichte Aufgabe war.

Tobias Eschenbacher, Lukas Badura von Texas Instruments, Rafik Mitry von Mouser Electronics, Peter Schönweitz von VIMpay, Entrepreneur-Coach Christine Purnell sowie die Elektronik neo Redakteurinnen Christina Deinhardt und Cornelia Meier bewerteten dabei neben dem Innovationsgrad, der Auswirkung auf die Stadt Freising und der Qualität der technischen Lösung auch die Skalierungsmöglichkeiten – das heißt, ob sich das Projekt auch im großen Umfang umsetzen lassen würde.

AR-Wegweiser, Leitpfosten und belohnte Busfahrten

Über eine Stunde lang brütete die siebenköpfige Jury über ihrer Entscheidung, bis sie endlich das Ergebnis präsentierte. Mit knappen Vorsprung konnte sich das Team »AR Schild« durchsetzen. Sie erarbeiteten eine Augmented-Reality-App, die Wegweiser und Schilder sinnvoll erweitern soll. Dafür greift die App auf die Kamera von Smartphones oder Tablets zu und überlagert die Ansicht in Echtzeit mit Verkehrsinformationen oder Wegweisern. Besucher und Anwohner können sich damit leichter orientieren und zum Beispiel sofort den Weg zum gewünschten Bus finden. Prämiert wurde die Siegeridee mit einem Wertgutschein über 3000 Euro.

Den zweiten Platz ergatterte das Team »Lightpfosten«, die aus den bekannten »Pinguinen«, den schwarz-weißen Leitpfosten am Straßenrand, intelligente, vernetzte und gut sichtbare Hinweissysteme machen wollen. Die Pfosten könnten künftig Autofahrer vor Wildwechsel, Stau, Unfällen oder Rettungseinsätzen warnen. Neben der Idee begeisterte das Team auch mit seinem Dummy-Pfosten, den sie mithilfe eines 3D-Druckers bastelten. Belohnt wurde das zweiköpfige Team mit einem Gutschein im Wert von 2000 Euro.

Der mit einem 1000-Euro-Gutschein dotierte dritte Platz ging an das vor Ort entstandene Team »Bus Plus«. Die Idee war einfach, aber clever: Über eine App wollen sie die Nutzung des öffentlichen Nahverkehrs belohnen. Fahrgäste, die einen Bus-Plus-Account erstellen, können für die in Stadtbussen zurückgelegte Strecke Punkte sammeln, die sie bei teilnehmenden Einzelhändlern, Gastronomen oder Museen in Form von speziellen Angeboten oder Rabatten einlösen können. Die zurückgelegte Strecke wird mittels Sensoren in den Bussen ermittelt.

Zu den weiteren Projektideen, die teilweise unter Beteiligung von Texas Instruments Mitarbeitern bearbeitet wurden, zählten aufsteckbare E-Scooter-Blinker, ein intelligentes Parkleitsystem auf Basis von Ultraschallsensoren, das freie Parkplätze anzeigt und vergibt, eine dynamische Ampelschaltung abhängig vom tatsächlichen Verkehr, die automatische Fahrgastmessung für den öffentlichen Nahverkehr, um Strecken und Fahrzeugauslastung zu verbessern, sowie ein Sensornetzwerk für die Messung der Luftqualität.
Alles in allem: tolle Ideen. Man darf sich also auf nächstes Jahr freuen und gespannt sein, wenn es in Freising wieder »Happy Hacking!« heißt.

Die Freude am »Machen«

»Auch unser zweiter Hackathon war ein voller Erfolg. Alle teilnehmenden Teams haben bewiesen: Das Thema Smart Mobility bietet enormes Potenzial, um Verkehr in der Stadt sauberer, effizienter und ressourcenschonender zu machen – wenn man clevere Ideen hat und im Team zusammenarbeitet, kann man extrem viel bewegen«, fasst Andreas Schwaiger abschließend zusammen.

Und auch Marie-Pierre Ducharme, Director Supplier Marketing & Business Development EMEA bei Mouser Electronics, ist begeistert von den Projekten, die in so kurzer Zeit entstanden sind: »Maker, Studenten und Design Ingenieure sind unsere Kernzielgruppe. Die teilnehmenden Teams in Aktion zu sehen, hat uns wieder sehr inspiriert. Wir werden die Projekte mit Sicherheit weiter beobachten.«

Veranstaltet wurde der Hackathon von Texas Instruments in Kooperation mit dem Fablab Freising, Mouser Electronics, VIMpay, der Stadt Freising sowie dem Medienpartner Elektronik neo. Alle Projekte, die Gewinner und die Freude am »Machen«, wurden am Samstag noch bis spät in die Nacht mit einem BBQ gefeiert.