Funken wie ein Astronaut Erster mitwandernder Satellit für Amateure

Mit der Inbetriebnahme eines mitwandernden Satelliten feiert die Sternwarte in Bochum einen Meilenstein des Amateurfunks.
Mit der Inbetriebnahme eines mitwandernden Satelliten feiert die Sternwarte in Bochum einen Meilenstein des Amateurfunks.

Qatar OSCAR-100, kurz QO-100, ist den Angaben zufolge der weltweit erste Satellit für die Nutzung des nicht-kommerziellen Amateurfunkdienstes, der mit der Erde rotiert anstatt sie zu umkreisen.

Geostationären Satelliten ermöglichen Funk über Satellit – und das rund um die Uhr. Normalerweise sind sie Weltraumbehörden oder Telekommunikationsunternehmen vorbehalten.

Doch das soll sich nun ändern. Künftig sollen Amateurfunk-Enthusiasten, Forscher aber auch Schülergruppen und Studenten mit anderen Funkern von Brasilien, Europa über die arabische Halbinsel bis Asien in Kontakt treten und so für funktechnische Experimente begeistert werden, sagte Thilo Elsner, Leiter der Sternwarte Bochum. Dort liegt die Bodenstation von QO-100, die den Satelliten betreut.

Kontrolliert wird der Satellit auch aus Doha in Katar. Denn möglich gemacht wurde er durch eine Zusammenarbeit der Ingenieure und Raumfahrtenthusiasten des Vereins Amsat Deutschland und dem Wüstenstaat. Der ehemalige Ministerpräsident Katars, selbst Amateurfunker, hatte sich für das Prestige-Projekt eingesetzt und Amsat freie Hand bei der Entwicklung des Satelliten gegeben. QO-100 wurde bereits im November als Anhängsel an einen kommerziellen katarischen Telekommunikationssatelliten ins All geschossen. Nach ersten Testläufen kann der Satellit nun von Amateuren mit entsprechender Lizenz genutzt werden.

Etwa 65.000 Deutsche haben eine Amateurfunk-Lizenz. Nach Angaben des Deutschen Amateur Radio Clubs befasst sich davon nur ein kleiner Teil mit Weltraum-Satelliten-Technik.