Gute Aussichten Elektroingenieure gefragt wie nie

Elektroingenieure sind gefragt wie nie – das verspricht der VDE.
Elektroingenieure sind gefragt wie nie – das verspricht der VDE.

Laut dem VDE vergrößert sich die Lücke an Elektroingenieuren auf ein nie gekanntes Niveau. In den nächsten Jahren werden deutlich über 100.000 Stellen unbesetzt bleiben. Beste Aussichten für Absolventen also.

In den nächsten Jahren wird es einen großen Engpass an Elektroingenieuren geben. Zu dem Ergebnis kommt die Studie »E-Ing 2025: Technologien, Arbeitsmarkt, Ingenieurberuf« des Verbandes der Elektrotechnik, Elektronik und Informationstechnik (VDE) und des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) in Köln. Die Beschäftigung von Elektroingenieuren erreicht derzeit mit 393.600 Beschäftigten einen Spitzenwert – mit einer Erwerbslosenquote von 2,2 Prozent besteht praktisch Vollbeschäftigung.

Die Lücke von etwa 100.000 Ingenieuren entsteht durch den demographischen Wandel, volkswirtschaftliches Wachstum und einen Strukturwandel  - vor allem aufgrund der Digitalisierung, so Ansgar Hinz, CEO des VDE. Um die Elektroingenieure zu ersetzen, die in den Ruhestand gehen, werden derzeit jährlich etwa 11.000 Elektroingenieure gesucht – bis Ende der nächsten Dekade wird der Ersatzbedarf sogar auf 13.000 pro Jahr anwachsen. Absolventen des technischen Studienganges werden sich ihren Arbeitgeber also bald aussuchen können.

Nur fünf Bewerbungen bis zum Job

Ein weiterer Beleg dafür ist die geringe Anzahl an Bewerbungen, bis die Absolventen einen Job in der Tasche haben. Nach einer Befragung unter Young-Professional-Mitgliedern, hatten 60 Prozent der Absolventen ihren ersten Job nach maximal fünf Bewerbungen und zwei Vorstellungsgesprächen in der Tasche. Neun Prozent kamen sogar ganz ohne Bewerbung aus. Verglichen mit anderen Berufsgruppen sehen sich die Jung-Ingenieure klar im Vorteil: So können sich nach deren Meinung Elektroingenieure und Informatiker über die besten Berufsperspektiven freuen, gefolgt von Medizinern und  Ingenieuren allgemein. Juristen und Betriebswirten werden weit geringere Chancen am Arbeitsmarkt zugetraut.

Unzufrieden sind die Young-Professionals übrigens mit dem Stand der Digitalisierung und den Fortschritten bei der Künstlichen Intelligenz. Deutschland müsse aufpassen, dass es beim Innovationswettlauf nicht zurückfällt, gerade die USA und Asien seien bei Software und Internetplattformen weit voraus. Sogar 86 Prozent halten die Vorbereitung der Hochschulen auf die digitale Transformation als unzureichend. Schuld geben die Jung-Ingenieure vor allem der fehlenden Infrastruktur bei 5G und beim Breitbandausbau sowie die Planlosigkeit und fehlende Strategien für Geschäftsmodelle. Sie fordern, den Mikroelektronik-Standort Deutschland weiter zu stärken und die digitale Bildungsoffensive an Schulen weiter voranzutreiben.

Lebenslanges Lernen

Große Umwälzungen am Arbeitsmarkt durch künstliche Intelligenz sehen die Befragten auf sich zukommen. Viele glauben, dass einige Berufsbilder und Jobs sich stark verändern oder ganz wegfallen werden – vor allem in der Produktion und Montage. Über die Hälfte sagten aus, dass es der Vergangenheit angehören wird, lebenslang den gleichen Beruf auszuüben. Außerdem ist für viele Befragte klar, dass bei dem Thema KI viele ethische und rechtliche Fragen aufgeworfen werden. So werden sich Elektroingenieure in Zukunft auch mit solchen Fragestellungen beschäftigen müssen. Einigkeit herrscht auch über die große technische und wirtschaftliche Bedeutung von KI sowie darüber, dass die Entwicklungen auf dem Gebiet schon in vollem Gange und als Realität zu betrachten sind.