Nasa-Sonde zeichnet Mars-Beben auf Ein Lebenszeichen vom Mars

Dieses Bild, das am 19. März 2019 von einer Kamera auf der Mars InSight-Sonde der NASA aufgenommen wurde, zeigt den gewölbten Wind- und Wärmeschild des Rovers, der sein Seismometer, das seismische Experiment für die Innenstruktur und die Marsoberfläche im Hintergrund bedeckt.
Dieses Bild, das am 19. März 2019 von einer Kamera auf der Mars InSight-Sonde der NASA aufgenommen wurde, zeigt den gewölbten Wind- und Wärmeschild des Rovers, der sein Seismometer, das seismische Experiment für die Innenstruktur und die Marsoberfläche im Hintergrund bedeckt.

Hiermit dürften die Diskussionen beendet sein: Es gibt tatsächlich noch Leben auf dem Mars! Mit den ersten Lebenszeichen vom roten Planeten eröffnet sich auch gleich ein neues Forschungsfeld.

Die seit November auf dem Mars befindliche Nasa-Sonde »InSight« hat wahrscheinlich
erstmals Geräusche eines Bebens auf dem Roten Planeten eingefangen. Das schwache Tonsignal sei am 6. April und damit am 128. Tag des Roboters auf dem Planeten aufgezeichnet worden, teilte die US-Raumfahrtbehörde am Dienstag (Ortszeit) mit. Das von dem seismischen Instrument der Sonde aufgenommene Zittern scheine eher aus dem Innern des Mars zu kommen als von Kräften auf seiner Oberfläche wie Wind zu stammen, hieß es weiter. Wissenschaftler sind der Nasa zufolge noch damit beschäftigt, die genaue Ursache des Signals zu erforschen.

Nicht nur Nasa-Experten sind aus dem Häuschen

Dennoch sprachen Experten bereits von einem Meilenstein, der die seismische Aktivität des Mars bestätige. »Wir haben bisher Hintergrundgeräusche gesammelt, doch dieses Ereignis markiert offiziell den Beginn einesneuen Forschungsfeldes: der Erdbebenkunde des Mars«, sagte InSight-Experte Bruce Banerdt. »Wir haben
seit Monaten auf ein Signal wie dieses gewartet«, freute sich Philippe Lognonne, ein Erdbebenspezialist am französischen Physikinstitut Institut de Physique du Globe de Paris (IPGP). »Es ist so aufregend, endlich einen Beweis zu haben, dass der Mars immer noch seismisch aktiv ist.«

Mit zahlreichen wissenschaftlichen Instrumenten soll InSight für mindestens zwei Jahre das Innere des Mars erforschen und dabei vor allem mehr über dessen Aufbau und die Dynamik unter seiner Oberfläche in Erfahrung bringen. InSight (Interior Exploration using Seismic Investigations, Geodesy and Heat Transport) ist ein 360
Kilogramm schwerer Roboter, der nicht rollt, sondern an einem Ort bleibt. Im Dezember hatten zwei Sensoren der Sonde laut Nasa Geräusche von Winden auf dem Roten Planeten eingefangen. Die InSight-Mission kostet rund 650 Millionen Euro.

Feinfühliger Seismometer

Das neue seismische Ereignis ist noch zu klein, um solide Daten über das Innere des Mars zu liefern, was eines der Hauptziele von InSight ist. Die Marsoberfläche ist extrem ruhig, so dass SEIS, das speziell entwickelte Seismometer von InSight, nimmt auch ein schwaches Rumpeln auf. Im Gegensatz dazu zittert die Erdoberfläche ständig durch seismische Geräusche, die durch Ozeane und Wetter verursacht werden. Ein Ereignis dieser Größe in Südkalifornien würde unter Dutzenden von winzigen Bewegungen, die jeden Tag auftreten, verloren gehen.

Mars und Mond unter Druck

Die meisten Menschen sind mit Beben auf der Erde vertraut, die durch die Bewegung tektonischer Platten entstehen. Mars und der Mond haben keine tektonischen Platten, aber sie erleben dennoch Beben - in ihren Fällen verursacht durch einen kontinuierlichen Prozess der Abkühlung und Kontraktion, der Druck erzeugt. Dieser Druck baut sichsolange auf, bis er stark genug ist, um die Kruste zu brechen und ein Erdbeben zu verursachen.

Sensible Technik schützen

Die Erkennung dieser winzigen Beben erforderte eine enorme technische Leistung. Auf der Erde werden hochwertige Seismometer oft in unterirdischen Gewölben versiegelt, um sie vor Temperatur- und Wetterschwankungen zu schützen. Das Instrument von InSight verfügt über mehrere ausgeklügelte isolierende Barrieren, darunter eine von JPL gebaute Abdeckung namens Wind and Thermal Shield, um es vor den extremen Temperaturschwankungen und starken Winden des Planeten zu schützen.

Das Seismometer von InSight, das die Sonde am 19. Dezember 2018 auf der Planetenoberfläche platzierte, wird es Wissenschaftlern und Wissenschaftlerinnen ermöglichen, ähnliche Daten über den Mars zu sammeln. Durch das Studieren des tiefen Inneren des Mars hoffen sie zu erfahren, wie sich andere felsige Welten, einschließlich Erde und Mond, gebildet haben.