Robo-Cup 2019 Das sind die Sieger

B-Human feiert seinen Sieg beim RoboCup 2019 in Sydney.
B-Human feiert seinen Sieg beim RoboCup 2019 in Sydney.

In Sydney wurden dieses Jahr die 23. Robo-Cup-Meisterschaften ausgetragen. In verschiedenen Kategorien traten Teams aus aller Welt mit ihren Robotern gegeneinander an. Die deutschen Teilnehmer waren dabei sehr erfolgreich.

Seit 1997 gibt es den RoboCup – eine Fußball Weltmeisterschaft, bei der Roboter gegeneinander antreten. Tausende Wissenschaftler jeden Alters schicken dabei ihre Bots in verschiedenen Kategorien auf den Platz. Inzwischen gibt es neben Fußball auch andere Wettbewerbe. Auch deutsche Teilnehmer waren in Sydney am Start – und das mit großem Erfolg.

Kategorie »Standard Platform League«

In der Kategorie »Standard Platform League« holte sich das Team »B-Human« der Universität Bremen und des Deutschen Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) den Weltmeistertitel. Als amtierender deutscher Meister setzten sie sich in der Neuauflage des letztjährigen Finales mit 2:1 gegen das Nao-Team aus Leipzig durch. Im letzten Jahr waren sie den Leipziger Studenten unterlegen. Anfangs sah es auch in diesem Jahr nicht gut für sie aus, doch kurz vor dem Schlusspfiff gelangen ihnen zwei schnelle Treffer, wodurch sie die drohende Verlängerung abwenden konnten. Die Kategorie Standard Platform League ist beim Publikum besonders beliebt, da die Roboter eine putzige Form haben. Auch im Mixed-Wettbewerb, bei dem verschiedene Unis zusammen antreten, holten die Bremer Studenten als Team »B&B« zusammen mit der Universität Berlin den Titel.

Besonders die Lichtverhältnisse machten es den Robotern schwer, gleich neben dem Platz befanden sich große Fenster. Dank Deep-Learning Algorithmen kam der Roboter von B-Human mit den Bedingungen bestens klar. Nachdem in den vergangenen Jahren bereits die Ball-Erkennung von einem neuronalen Netz unterstützt wurde, kam diesmal ein sogenanntes Convolutional Neural Network (CNN) für die Robotererkennung zum Einsatz. Die wissenschaftlichen Arbeiten hierzu stellte das Bremer Team auch beim an die Weltmeisterschaft anschließenden RoboCup Symposium vor.

Kategorie »Humanoid«

In der »Humanoid-Adult-Size«-Klasse treten menschenähnliche Roboter gegeneinander an. Ein Team besteht aus zwei Robotern, die über WLAN kommunizieren. Die »NimbRo-OP2X-Roboter« der Universität Bonn konnten erfolgreich den Titel aus dem Vorjahr verteidigen. Dabei war das Team über das komplette Turnier die bestimmende Mannschaft. So standen am Schluss 48:0 Tore zu Buche. Das Finale gewannen die Bonner mit 8:0 gegen die Hochschule Offenburg.

Grund für die Überlegenheit ist die starke Verbesserung der Robotersoftware. Erstmals konnten die Bots den Ball aus dem Lauf kicken und dribbeln, sodass sie schnell am Gegner vorbeizogen. Außerdem konnten sie Pässe annehmen, den Ball ins Tor schießen und sogar beidbeinig in die Luft springen.

Kategorie »@work«

In der »@work-Liga« bewältigen Roboter aus der Arbeitswelt logistische Aufgaben: Sie müssen verschiedene Arbeiten in Lagerhallen und Produktionsstätten selbstständig erledigen. Die Roboter müssen sich zum Beispiel eigenständig orientieren, Gegenstände korrekt greifen, transportieren und wieder absetzen. Auch in der Kategorie konnte sich ein deutsches Team durchsetzen: Die Hochschule Bonn-Rhein-Sieg aus Sankt Augustin. Im Finale besiegte »b-it-bots« die Studenten der Universität Magdeburg denkbar knapp.

Beim Basic-Manipulation-Test wird der Stand der Software-Entwicklung getestet. Das Team b-it-bots schaffte es dabei als einzige, Gegenstände erfolgreich von einem rotierenden Tisch zu greifen. Sie stellten die Basis ihrer Erfolge auch auf dem anschließenden RoboCup-Symposium dar.

Kategorie »@home«

Wie der Name der Kategorie schon vermuten lässt, treten hier mobile Roboter für das tägliche Leben gegeneinander an. Es steht vor allem die Mensch-Maschine-Interaktion im Vordergrund. Bereits zum vierten Mal und drei Mal in Folge holte sich das Team »homer« der Universität Koblenz-Landau den Weltmeistertitel. Dabei nutzte das Team den eigens entwickelten Roboter »LISA« und den Roboter »TIAGo« der Firma Pal Robotics.

Aufgaben waren zum Beispiel der Transport von Müll aus dem Haus, das Einräumen einer Spülmaschine oder das Empfangen und Bedienen von Gästen. Im Finale zeigte das Team einen Ansatz zum adaptiven Lernen am Beispiel des Reinigens einer Toilettenbrille mit einem Schwamm-Greifer.

Im nächsten Jahr findet die RoboCup-Weltmeisterschaft im französischen Bordeaux statt. Wir dürfen gespannt sein, ob unsere deutschen Teams ihre Titel verteidigen können. Im Jahr 2050 soll dann sogar etwas Großes erreicht werden: Die Roboter sollen dann gegen den tatsächlichen Fußball-Weltmeister gewinnen.

Bilder: 7

RoboCup 2019 in Sydney

In Sydney traten Teams aus aller Welt mit ihren Robotern in verschiedenen Kategorien gegeneinander an.