Smartes Stromtanken Conrad Connect und Fjordkraft entwickeln gemeinsame App

Es gibt immer mehr smarte Geräte. Eine Waschmaschine, die von unterwegs angestellt wird oder ein E-Auto, das sich automatisch nachts auflädt. Das norwegische Energieunternehmen Fjordkraft hat gemeinsam mit Conrad Connect eine App entwickelt zur individuellen Steuerung smarter Geräte.

Nach einem langen Arbeitstag kommt man nach Hause. Das Elektroauto sagt: Die Batterie ist leer. Der Besitzer verbindet es mit der Ladestation und tankt es auf. Doch das kann in Norwegen schnell teuer werden. Der Strompreis ändert sich dort stündlich. Die Idee: Eine App, die den Ladeprozess dynamisch steuert. Um zur richtigen Zeit den günstigsten Strom abzugreifen, passt die Software den Ladestrom an. Sie tankt das Auto dann auf, wenn es am günstigsten ist und macht Energiemanagement intelligenter und effizienter. Dieses smarte Laden und andere Prozesse ermöglicht zukünftig ein Service des norwegischen Retailers Fjordkraft.

Teurer Strom braucht smartes Energiemanagement

Norwegens größtes Energieunternehmen erkennt die Zeichen der Zeit: Im Alltag spielen smarte Geräte eine immer größere Rolle. Der Backofen, der die Lampen im Haus Grün aufleuchten lässt, wenn der Kuchen fertig ist. Die Heizung, die man fernsteuern kann. All diese Geräte sind smart, das heißt, sind über das Internet of Things (IoT) vernetzt und kommunizieren mit anderen Smart Devices über Funkprotokolle. Diese brauchen Strom. Deshalb ist das Thema gerade für Energieunternehmen interessant. In Norwegen, wo Strom mitunter sehr kostspielig ist, ist intelligentes Energiemanagement wichtig. Besonders wenn man ein E-Auto aufladen will.

Digitale Infrastrukturen als Baukastensystem

»Aber ein Energieunternehmen wie Fjordkraft ist kein Softwaredienstleister«, meint Peter Kiss, Leiter des Business Development bei Conrad Connect. »Erst recht hat Fjordkraft keine vollumfängliche IoT-Plattform im Keller rumstehen. Derartige eigene digitale Infrastrukturen aufzubauen, braucht Jahre und kostet Zeit und viel Geld. Mal davon abgesehen, diese ständig einwandfrei am Laufen zu halten. Aus diesem Grund greifen Unternehmen wie Fjordkraft auf fertige Lösungen wie die von Conrad Connect zurück«, so Kiss. Die Plattform funktioniert wie ein Baukastensystem. Mit ihr lassen sich Hunderte smarte Geräte und Dienste miteinander vernetzen.

Plattform läuft im Hintergrund und passt sich Bedürfnissen an

Fjordkraft integriert die Funktionen der Conrad-Connect-Plattform per API-Schnittstelle in das Backend der App. Dieses Angebot von Conrad Connect nennt man Plattform-as-a-Service. Es ist ein Service Modell des Cloud Computing Markets. Es kombiniert klassische Infrastrukturdienste mit Anwendungssoftware aus der Cloud. In einem PaaS-Modell lassen sich per API-Schnittstellen, Funktionen per Code steuern und nutzen. »Wir stellen Fjordkraft gewissermaßen eine Ready-to-use-Programmierschnittstelle zur Verfügung. Die Applikation von Fjordkraft schickt uns Anfragen und die Logiken unserer Plattform erweitert die App. Das optische Aussehen, also Weboberfläche etc. der App gestaltet Fjordkraft selber«, sagt Mohamed Jamal-Eddine, technischer Projektmanager bei Conrad Connect.

Mit Automatisierungsketten zum günstigsten Strom

Kunden wie Fjordkraft können auf die IoT-Plattform zurückgreifen und auf dieser Basis eigene Angebote unkompliziert entwickeln. Damit die Lade-App von Fjordkraft sich dynamisch an die Strompreise anpasst, werden die nötigen Geräte, wie das E-Auto zuerst mit der Conrad-Connect-Plattform verbunden. Das E-Auto liefert Sensordaten, welche diese analysiert. Zudem bindet Conrad Connect an seine Plattform weitere Dienste anderer Anbieter an. Einer dieser Dienste ermöglicht es, dass die Plattform mit dem E-Auto kommunizieren kann und nach dem günstigsten Strom sucht. Automatisierungsketten ermöglichen, dass alle Geräte, Dienste und die Plattform am Ende automatisch miteinander arbeiten. Diese Automatisierungen beruhen auf »Wenn-dann-Regeln«. Im Falle des Ladens: Wenn der Strompreis unter einen bestimmten Wert fällt, dann soll das Auto aufgeladen werden.  Der Kunde sieht das nicht. Er bekommt die Daten übersichtlich visualisiert in seiner App.

Neue Services für mehr Nachhaltigkeit

Fjordkraft und Conrad Connect wollen im Laufe des Jahres 2020 noch mehr praktische Services für die App weiterentwickeln und anbieten.  Gerade das Thema Nachhaltigkeit wird Dreh- und Angelpunkt sein. Kunden werden überprüfen können, wie viel Elektrizität sie mit Solarpanelen auf ihren Dächern produzieren und die Kosten der Anschaffung und der Installation berechnen können. Außerdem wird es einen einfacheren und schnelleren Überblick über Stromverbrauch vieler Geräte geben, der den Kunden anzeigt, wo sich überall »Stromfresser« im Haushalt befinden. »Mit derartigen Services wollen wir unseren Beitrag hinsichtlich der ‘grünen Wende’ leisten. Indem wir einen klaren und attraktiven Mehrwert aufzeigen, beeinflussen wir Kunden auf dem Weg zu nachhaltigeren Entscheidungen«, erklärt Jeanne Tjomsland, EVP Marketing und Kommunikation bei Fjordkraft.