Mobiles Arbeiten Aussendienst mal Anders

Würth Elektronik räumt mit den typischen Klischees des Außendienstes auf.
Würth Elektronik räumt mit den typischen Klischees des Außendienstes auf.

Weder lebt Dennise Lautenschläger aus dem Koffer, noch muss sie Klinken putzen oder sich als Einzelkämpferin beweisen. Der Arbeitsalltag der 28-jährigen Ingenieurin zeigt: Typische Klischees des Außendiensts treffen auf den technischen Vertrieb bei Würth Elektronik nicht zu.

Eigentlich hatte Dennise Lautenschläger eine Aufgabe im Bereich Projektmanagement gesucht, doch es kam ganz anders. Ein Bekannter warb sie für Würth Elektronik eiSos an. Seit August 2017 ist sie dort nun als »Ingenieurin im Außendienst« tätig und betreut Kunden von Würth Elektronik in der Region rund um Dresden, Bautzen und Görlitz. Parallel begann sie einen Masterstudiengang in Strategischer Unternehmensführung, um ihre kaufmännischen Kenntnisse zu verstärken.

Nichtsdestotrotz sind ihre Ausbildung, ihr Erststudium und ihre Berufserfahrung im technischen Bereich entscheidend für den Erfolg in ihrer aktuellen Position. Nach einer Ausbildung zur Kfz-Mechatronikerin holte Dennise das Fachabitur nach und studierte anschließend an der Hochschule Mittweida Physikalische Technik mit dem Schwerpunkt Medizintechnik. Ihre Bachelorarbeit verfasste sie begleitend zu ihrer Tätigkeit bei Hartmann, einem Hersteller von Reinstwasseranlagen, im heimatlichen Hainichen, Landkreis Mittelsachsen. Dort hatte sie nacheinander verschiedene Aufgaben. Zuletzt war sie dort Produk­tionsleiterin und Projektmanagerin.

Mehr Beratung als Verkauf

Gerade ihre Erfahrung als Projektmanagerin kommt ihr als Ingenieurin im Außendienst zugute, denn neben Einzelunternehmern und Ingenieurbüros hat sie viel mit den Entwicklern in mittelständischen Unternehmen zu tun. »Das Faszinierende ist, dass ich bei meinen Kunden immer in neue Projekte eingebunden werde, sobald die Bauteileauswahl ansteht«, erklärt Dennise. »Insbesondere, wenn es um die erstmalige Nutzung einer Technologie geht, zum Beispiel induktive Stromversorgung, schätzen unsere Kunden die Informationen, die ich und gegebenenfalls unser Field Application Engineer bereitstellen, um sich schnell ins Thema einarbeiten zu können.« Dennise ist für den Vertrieb passiver Bauelemente wie Induktivitäten, Übertrager, HF-Bauteile, Varistoren, Kondensatoren, Widerstände, Quarze, Oszillatoren, Power Module, Wireless Power Transfer, LEDs und Sensoren zuständig.

90 Prozent ihrer Kunden sind Bestandskunden – was zum Teil daran liegt, dass es in Sachsen weniger Start-ups gibt, die als Neukunden gewonnen werden können. Umso wichtiger ist die intensive Pflege der Bestandskunden. Die wesentliche Aufgabe besteht darin, ihnen zu vermitteln, welche Neuerungen und Verbesserungen es im Portfolio gibt und welchen Nutzen sie daraus ziehen können. Wird in der Beratung der Bedarf nach vertiefenden Schulungen oder beispielsweise einer EMV-Beratung festgestellt, können die Außendienstmitarbeiter von Würth Elektronik einen Field Application Engineer (FAE) hinzuziehen. Bei einer EMV-Beratung erhalten Kunden zum Beispiel wertvolle Hinweise, um ihre Schaltungen zu optimieren.

Teamgeist trotz Homeoffice

Gewählt wird zwar eine Telefonnummer der Zentrale von Würth Elektronik im württembergischen Waldenburg, doch am Ende »landet« der Anrufer mitten in Sachsen bei Dennise: Ihr Arbeitgeber hat für sie ein topmodernes Homeoffice eingerichtet. Über Telefonanlage, VPN und Videokonferenzsystem ist sie jederzeit und standortunabhängig mit der Zentrale und ihrem Team verbunden. Apropos Team, bei Würth Elektronik zählt das Gesamtergebnis – Außendienstler sind keine Einzelkämpfer. Der Teamleiter einer Region und seine Außendienstmitarbeiter sind im ständigen Kontakt und Erfahrungsaustausch.

Es gibt drei bis vier Außendienstkonferenzen im Jahr, dazu ab und zu Bezirkstreffen, doch die meisten Kontakte sind spontan und informell. »Wir tauschen uns viel aus zu Produkten, Techniken und den Argumenten, mit denen wir diese den Kunden schmackhaft machen. Ich lerne von meinen Vertriebskollegen und kann wiederum eigene Ideen, wie das Entwicklerfrühstück einbringen«, berichtet Dennise. Das Frühstück hatte sie eingeführt, um bei Produktneuvorstellungen möglichst alle Entwickler eines Kunden an einem Tisch zusammenzubringen. »Der Umgang miteinander ist bei Würth Elektronik sehr wertschätzend. Man kann im Prinzip jedermann zu jeder Zeit direkt ansprechen und bekommt immer eine Antwort.«

Selbstbestimmt arbeiten

»Die Organisation des regionalen Vertriebs mit kleinen Gebieten, die durch jemanden betreut werden, der dieselbe Sprache spricht, funktioniert meines Erachtens sehr gut«, sagt Dennise und berichtet über ihren Arbeitsablauf. Montags und freitags ist sie in der Regel im Homeoffice, macht die Terminplanung für die Woche, fasst vergangene Termine nach, bereitet kommende vor. Dienstags bis donnerstags ist sie meist vor Ort bei bestehenden und potenziellen Kunden. Um ihr Ziel zu erreichen, muss sie dabei nie länger als zwei Stunden fahren und schafft es jeden Abend nach Hause zu ihrer Familie. In ihrem Heimatdorf Hainichen ist sie engagiert als Ortsvorsteherin und in der Feuerwehr.

Ihr privates und berufliches Engagement zeigt, dass Dennise heimatverbunden und gleichzeitig reiselustig ist. Ihre Außendiensttätigkeit hat ihr nichts von ihrer Freude an sportlichen Aktivitäten und Reisen genommen – im Gegenteil. Gerne lässt sie sich von Kunden Ausflugsziele nennen, die sie dann am Wochenende besucht. »Ich schätze an meiner Arbeit die große Abwechslung durch die vielen verschiedenen Projekte der Kunden. Man braucht natürlich Selbstdisziplin, aber mir gefällt es sehr gut, mich selbst zu organisieren und selbstbestimmt tätig zu sein.«

Oft organisiert sie nicht nur für sich, sondern auch für andere, denn zusätzlich zu den gemeinsamen Kundenbesuchen mit einem FAE gibt es auch gemeinsame Besuche mit Produktspezialisten und Innendienstmitarbeitern. Es gehört zur Kundenpflege, dass den Entwicklern beziehungsweise Einkäufern einmal im Jahr die Person vorgestellt wird, mit der sie sonst immer nur telefonisch oder schriftlich Kontakt haben, um Bauteile und Muster zu ordern. Dazu kommen noch die Gelegenheiten der spartenübergreifenden Betreuung, wenn Dennise ihrem Kunden beispielsweise einen Kollegen aus dem Bereich der elektromechanischen Bauelemente wie Steckverbinder oder Schalter, oder der kundenspezifischen Induktionen vorstellt.

Abwechslungsreicher Job

»Klassischer Verkauf wäre nichts für mich gewesen«, gesteht Dennise. Doch der technische Vertrieb bei Würth Elektronik ist die passende Aufgabe für sie. Im Kontakt mit den Kunden muss man sich immer wieder schnell in unterschiedliche Aufgabenstellungen hineindenken. Und die Kunden erwarten, dass man ihnen nur das verkauft, was ihrer optimalen Lösung zuträglich ist. Der globale Anspruch des »more than you expect!« wird durch die Arbeit von Außendienstlerinnen wie Dennise Lautenschläger für die Kunden zu einem echten Argument.

Über die Würth Elektronik eiSos Gruppe

Die Würth Elektronik eiSos Gruppe ist Hersteller elektronischer und elektromechanischer Bauelemente für die Elektronikindustrie und Technologie-Enabler für zukunftsweisende Elektroniklösungen. Das Unternehmen beschäftigt derzeit 8300 Mitarbeiter und hat im Jahr 2018 einen Umsatz von 848 Millionen Euro erwirtschaftet. Würth Elektronik eiSos ist einer der größten europäischen Hersteller von passiven Bauteilen und in 50 Ländern aktiv. Fertigungsstandorte in Europa, Asien und Nordamerika versorgen die weltweit wachsende Kundenzahl.

Das Produktprogramm umfasst EMV-Komponenten, Induktivitäten, Übertrager, HF-Bauteile, Varistoren, Kondensatoren, Widerstände, Quarze, Oszillatoren, Power-Module, Wireless Power Transfer, LEDs, Sensoren, Steckverbinder, Stromversorgungselemente, Schalter, Taster, Verbindungstechnik, Sicherungshalter sowie Lösungen zur drahtlosen Datenübertragung. Das Unternehmen ist Technologiepartner des Formel-E-Teams Audi Sport ABT Schaeffler und unterstützt außerdem die Formula-Student-Rennserie.

Die Autorin

Annika Rehmet ist 37 Jahre alt und ist seit fünf Jahren bei Würth Elektronik. Begonnen hat sie dort im Recruiting und Personal­markting. Seit 1,5 Jahren ist sie für den Bereich Employer Branding zuständig.