National Instruments Was bringt LabVIEW NXG?

Keine schnellen Wechsel erwartet

Für die bereits existierenden Nutzer stellen diese Funktion aber noch keine Anlass zum Wechsel auf LabVIEW NXG dar. So erwartet Jeffrey Phillips, Section Manager im strategischen Marketing für den Software-Bereich von National Instruments, auch im Moment keine schnellen Versions-Wechsel. Dazu ist zu viel LabVIEW-Code im Einsatz, der mühsam konvertiert werden müsste oder noch gar nicht unterstützt wird.

Doch auf lange Sicht soll LabVIEW NXG das klassische LabVIEW ersetzen. Mit den nächsten Versionen von LabVIEW NXG soll der Funktionsumfang schrittweise erhöht werden, bis die klassischen Versionen eingeholt sind. Auch dann will NI die Kunden nicht zum Umstieg zwingen. Stattdessen sollen sich Anwender von der Überlegenheit LabVIEW NXGs überzeugen und so von selber wechseln. Erst wenn die Mehrheit der Kunden umgestiegen ist, wird das klassische LabVIEW langsam verschwinden. Ein genauer Zeitplan dafür steht noch nicht fest. Alex Davern geht davon aus, dass es mindestens fünf Jahre dauern wird, bis es soweit ist. Und auch darüber hinaus erhalten Anwender des klassischen LabVIEWs weiter Support und Bug-Fixes.

LabVIEW NXG 2.0 Beta

Um zu zeigen, wohin die Reise gehen wird, stellte National Instruments auf der NIWeek auch gleich noch die Beta-Version von LabVIEW NXG 2.0 vor. Die zweite Version richtet sich an bereits existierende Nutzer, für die der interaktive Workflow nicht das wichtigste ist. Stattdessen konzentriert sich LabVIEW NXG 2.0 auf andere Elemente, wie das System-Management oder eine bessere Klassen-Infrastruktur.

Existierende Kunden benötigen eher selten Hilfe bei der Entwicklung eines Software-Projekts mit LabVIEW.  Dagegen benötigen sie Hilfe bei der Wartung, bei der Verwaltung oder bei der Portabilität der Benutzeroberfläche. Die Beta von LabVIEW NXG 2.0 unterstützt deshalb unter anderem ein offeneres Dateiformat um beispielsweise einfachere interne Software-Versions-Verwaltung zu ermöglichen. Auch ein Package-Manager ist nun direkt in LabVIEW integriert.

Ein weiterer Punkt ist die Unterstützung von Internet-Technologien mit der neuen Web-VI: Ein neuer Compiler übersetzt LabVIEW-Code in Java-Script, das von praktisch allen üblichen Browsern ausgeführt werden kann. So können LabVIEW-Programme auch mobil beispielsweise von Smartphones oder Tablets gesteuert werden.