Software für Datenanalyse: Viele Detailverbesserungen für Origin

Origin ist eine Software für die Verarbeitung und Darstellung von Messdaten
Origin ist eine Software für die Verarbeitung und Darstellung von Messdaten.

Die neueste Version der Datenanalyse- und Grafik-Software Origin bringt Verbesserungen in der Bedienoberfläche, eine projektbezogene Suche, Datenvorschau, neue Grafiktypen und die Unterstützung für Python.

Gegenüber der Vorversion 9.1, die 2013 erschien, hat Origin 2015 über 100 neue Funktionen. Einen Schwerpunkt legten die Entwickler dabei auf die Benutzerfreundlichkeit. So wird z.B. die Übersicht verbessert, indem es jetzt verkürzte Menüs im Stil der früheren Versionen von Microsoft Office gibt. Häufig benutzte Befehle werden dabei in den Menüs oben gehalten. Der Rest kann durch Anklicken eines Doppelpfeils nach unten am Ende des Menüs angezeigt werden. Dadurch werden die übrigen Menübefehle wieder eingeblendet und das Menü wächst zu seinem ursprünglichen Umfang an.

In der Projektübersicht (»Project Explorer«) werden die hierarchischen Objektstrukturen von Origin organisiert. Hier wurde eine neue Suchfunktion integriert, mit der nach einer Zeichenkette im Projekt gesucht werden kann. Im Dialog „Im Projekt suchen“ ist eine Liste von Metadaten aufgeführt, die mit verschiedenen Objekten eines Projekts verbunden sind, zum Beispiel Fenster, Blatt, Spalte, Legende, Diagrammtext. So kann die Suche auf bestimmte Bereiche des Projekts eingegrenzt werden. Bei der Suche nach einem Diagramm mussten in der Vergangenheit mehrere Fenster im Arbeitsbereich geöffnet werden. Dies konnte zeitaufwändig sein, insbesondere bei komplexen Diagrammen mit großen Datenmengen. Jetzt muss man nur noch mit der Maus über die Liste von Fenstern im Project Explorer fahren. Es steht auch eine Ansicht mit extragroßen Symbolen für Diagramm- und Layoutfenster zur Verfügung, sodass sofort eine Vorschau in Form von Miniaturbildern angezeigt wird.

Bedienfreundlich für Grafik- Darstellung und Datenanalyse

Auch die grafische Darstellung und die Analyse von Daten wurde in vieler Hinsicht einfacher und bedienfreundlicher gestaltet. In der Vergangenheit gab es für Kategorie-Werte in einer Spalte nur zwei Optionen: die Verwendung der Ordnung, in der die Werte eingegeben wurden, oder die alphanumerische Reihenfolge. Ansonsten mussten die Daten zunächst neu geordnet werden, bevor sie analysiert oder grafisch dargestellt werden konnten. In Origin 2015 ist dies viel einfacher. Hier können Anwender ihre eigenen Ordnungen definieren und z.B. Werte löschen oder hinzufügen, die sich noch nicht in der Spalte befinden. Überall, wo Formeln oder Funktionen definiert werden, werden Klammernpaare farbig angezeigt, zum Beispiel im Dialog „Werte setzen“, im Dialog „Fitfunktion erstellen“, im Funktionsdiagramm, im Spaltenfilter und im Dialog „Daten aus Arbeitsblatt extrahieren“. Mit dieser Besonderheit werden Fehler durch fehlende Klammern beim Schreiben von langen Formeln oder Skripten vermieden.

Die Funktion des Stapelzeichnens, d.h., die Funktion, mit der ein benutzerdefiniertes Diagramm mit neuen Daten von ähnlicher Struktur aus einem anderen Arbeitsblatt dupliziert werden kann, beschränkt sich ab Origin 2015 nicht mehr auf 2D-Diagramme, sondern wurde nun auch auf 3D- und Konturdiagramme erweitert.

Drei neue Diagrammtypen

Auch wenn Origin nun schon in die 10. Version geht – es gibt immer wieder neue Diagrammtypen, die die Macher in das Programm integrieren. Drei weitere kommen hinzu: die Heatmap (Bild 1), das Kernel-Dichtediagramm (Bild 2) und das Säulen-Punktdiagramm. Letzteres stellt zufällig verteilte Punkte, sogenannte „Jitter Points“, dar. Die Bild- und Konturprofile wurden verbessert, um auch Profile von beliebigen Linien zu unterstützen. Mit dieser Funktion ist es nun möglich, weitere Kennwerte, wie Minimum, Maximum, Median und Summe, entlang der Profillinien zu berechnen. Bei der Datenverwaltung können Arbeitsblätter nun seitlich angehängt werden.

Die Daten werden dann in nebeneinander liegenden Spalten in einem Arbeitsblatt angezeigt. Zum Import von Daten können jetzt auch transponierte Matlab-Daten und SPSS-Dateien importiert werden. Auch Langnamen und Einheiten können beim Import übernommen werden.

Zur Weiterverarbeitung der Daten dienen die Programmiermöglichkeiten von Origin. Hier haben die Entwickler von Origin 2015 eine Brücke zur Scriptsprache gebaut. Python kann entweder in Origin ausgeführt werden – wobei sowohl die Befehlszeile als auch die .py-Datei unterstützt werden – oder es wird ein PyOrigin-Modul verwendet, um von Python aus auf Origin zuzugreifen.