Kalibrierung optischer Messgeräte Start-up entwickelt Prüfkörper

Das Team von Opti-Cal (v. l. n. r.): Prof. Dr. Georg von Freymann, Dr. Matthias Eifler, Julian Hering und Prof. Dr. Jörg Seewig.
Das Team von Opti-Cal (v. l. n. r.): Prof. Dr. Georg von Freymann, Dr. Matthias Eifler, Julian Hering und Prof. Dr. Jörg Seewig.

Zur Kalibrierung von Messgeräten benötigt man Prüfnormale die Referenzwerte bereitstellen und damit die Genauigkeit des Messgerätes sicherstellen. Ein Start-up aus Kaiserslautern hat nun ein Prüfnormal entwickelt, mit dem sich optische Messgeräte kalibrieren lassen.

Dr. Matthias Eifler und Julian Hering haben dazu zusammen das Unternehmen Opti-Cal gegründet. Das Start-up entwickelt Prüfkörper, mit denen sich beispielsweise Mikroskope kalibrieren lassen, die etwa Mikrostrukturen auf Bauteilen prüfen. Beim Messen derselben Probe können fünf baugleiche Geräte des gleichen Herstellers durchaus fünf verschiedene Messwerte liefern. Um das zu vermeiden, kommen beim Kalibrieren Prüfkörper zum Einsatz, die als Referenz dienen, erklärt Dr. Matthias Eifler.

Das Feld der optischen Messtechnik im Mikrobereich ist ein relativ junges Feld. »Oberflächen von Bauteilen sind zum Beispiel mit funktionellen Eigenschaften ausgestattet. Ihre Mikrostruktur ist derart gestaltet, dass sie etwa Reibung und Verschleiß senken«, so Julian Hering. Um diese Strukturen zu prüfen, braucht es spezielle Mikroskope mit allgemeingültigen Standards. Ein solcher Standard wird aktuell mit der Norm zur Kalibrierung, der DIN EN ISO 25178-700, geschaffen. Das Prüfnormal von Opti-Cal erfüllt bereits jetzt diese Anforderungen.

Bei dem Prüfnormal handelt es sich um einen Körper, auf dem sechs unterschiedliche Mikrostrukturen in vier verschiedenen Größen untergebracht sind: von sternförmigen Rillen bis zu Kreuzgittern mit Flächen von 100 x 100 µm2 bis 800 x 800 µm2. Möglich sind 24 Messbereiche mit denen eine vollständige Kalibrierung der Geräte möglich ist. Bei Mikroskopen lassen sich beispielsweise Vergrößerungen von 5-fach bis 100-fach abdecken.

Neben dem Prüfkörper und Schulungen für Unternehmen, bietet das Start-up auch eine Herstellung von individuellen Prüfkörpern sowie eine Beratung zur Auswahl des Prüfkörpers und des Kalibrierprozesses an. Prof. Dr. Freymann und Prof. Dr. Jörg Seewig von der Technischen Universität Kaiserslautern sind ebenfalls am Start-up beteiligt. Sie unterstützten das junge Unternehmen bei der Entwicklung von Modellen von Prüfkörpern sowie bei der Herstellung der Prüfkörper im 3D-Mikrodrucker mittels 2-Photonen-Laserlithographie.