Europäisches Ausbildungsprojekt Tomocon Smarte Sensoren

Eine am HZDR entwickelte Methode erlaubt die berührungslose Messung einer heißen Stahlschmelze – eine wichtige Voraussetzung, um das Befüllen der Gussform mit flüssigem Stahl zu steuern.
Eine am HZDR entwickelte Methode erlaubt die berührungslose Messung einer heißen Stahlschmelze – eine wichtige Voraussetzung, um das Befüllen der Gussform mit flüssigem Stahl zu steuern.

Der Sensor der auch Daten verarbeiten kann. An diesem Ziel arbeiten ab dem 1. September 15 junge Wissenschaftler im europäischen Verbundprojekt Tomocon. Neben einigen Doktortiteln sollen dabei auch interessante Lösungen für die Industrie 4.0 herauskommen.

Moderne hochparallele Rechnerarchitekturen sind heute in der Lage, riesige Datenmengen in hoher Geschwindigkeit zu verarbeiten. Bildgebende Messverfahren haben – insbesondere mit der Entwicklung ultraschneller paralleler Datenverarbeitung – ein enormes Potenzial als Sensoren zur Echtzeit-Steuerung von Prozessen und Anlagen. Für viele industrielle Prozesse sind vor allem tomographische Messverfahren von großem Interesse, weil sie berührungsfrei Einblicke in die Anlagen liefern.

Doktorandenausbildung und Praxiserfahrung

Im neuen Europäischen Trainings-Netzwerks »Smart Tomographic Sensors for Advanced Industrial Process Control« (Tomcon) erhalten 15 junge Wissenschaftler die Möglichkeit, ihren Doktor im Bereich der bildgebenden Messverfahren zu erarbeiten. Entsprechend breit sind die Forschungsthemen für die Nachwuchswissenschaftler, denn sie betreffen Gebiete wie die Mess- und Sensortechnik, Prozesstomographie, Prozesssteuerung und -regelung, Prozessmodellierung, Mensch-Maschine-Interaktion und massiv-parallele Datenverarbeitung. Neben ihren Forschungsprojekten sollen sie in den beteiligten Industrieunternehmen tätig werden. Drei Sommerschulen und ein Training zu Soft Skills durch die Graduierten-Akademie der TU Dresden runden das Ausbildungsprogramm ab.

Von der EU gefördert

Die EU fördert jährlich im Rahmen der Marie-Sklodowska-Curie-Aktionen themenoffen internationale Doktoranden-Netzwerke, sogenannte Innovative Training Networks. Das vom Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf koordinierte Projekt hat eine Laufzeit von vier Jahren und startet am 1. September 2017. Das Fördervolumen beträgt knapp vier Millionen Euro. Am Projekt sind zwölf Forschungseinrichtungen aus neun Ländern zusammen mit 15 namhaften Industrieunternehmen beteiligt.