Social Distancing in der Produktion Siemens bietet Ortungssystem für Mitarbeiter an

Social Distancing in der Produktion: Das RTLS von Siemens überwacht den Mindestabstand und schlägt automatisch Alarm.
Social Distancing in der Produktion: Das RTLS von Siemens überwacht den Mindestabstand und schlägt automatisch Alarm.

Für produzierene Unternehmen bietet Siemens ein Echtzeit-Ortungssystem an, mit dem sich das Einhalten der Abstandsregeln am Arbeitsplatz kontrollieren lassen soll.

»Unternehmen können hiermit schnell und effizient regulieren, wie Mitarbeiter miteinander, mit der Produktionslinie und mit der Anlagengestaltung interagieren«, heißt es in einer Mitteilung von Siemens. Zum Funktionsumfang des Simatic RTLS (Real-Time Location System) gehört das Messen und Protokollieren der Abstandregelungen zwischen den Mitarbeitern.

Das System besteht aus tragbaren RTLS-Transpondern, die mit Infrastrukturgeräten interagieren. Damit soll in deutlich gekennzeichneten Bereichen die Bewegung der Mitarbeiter »unter Berücksichtigung von geltenden Datenschutzreglements verfolgt werden.« Standortdaten der Transponder werden über die Siemens-Software SieTrace verarbeitet und die Entfernungen zwischen den Mitarbeitern berechnet. Sollte die Abstandsregelung von 1,5 m unterschritten werden, folgt ein Warnsignal über das Display des Transponders an alle beteiligten Personengruppen. Im Falle eines Risikoszenarios sollen so potenziell betroffene Mitarbeiter zuverlässig erkannt und schnell informiert werden.

Positionsdaten verfeinern digitalen Zwilling der Produktion

Die erhobenen Positionsdaten können über Simatic RTLS mit einem digitalen Zwilling der realen Fertigungsumgebung kombiniert werden. Das soll Unternehmen in die Lage versetzen, Bereiche zu erkennen, in denen sich viele Mitarbeiter auf engem Raum begegnen und ihre Sicherheitskonzepte für COVID-19 kurzfristig dort zu optimieren, wo tatsächlich Bedarf dafür besteht. Großflächige Hygienemaßnahmen im gesamten Gelände können vermieden und nur auf bestimmte Bereiche fokussiert werden.

Die Bewegungsdaten lassen sich außerdem nutzen, um den digitalen Zwilling zu verfeinern. Damit sollen Unternehmen einen detaillierteren Überblick über Materialflüsse, Auftragsinformationen und mögliche Engpässe innerhalb der gesamten Betriebsanlage gewinnen. Zeitaufwendige Suchprozesse lassen sich minimieren und Durchsatz und Effizienz steigern, stellt Siemens in Aussicht.