Oszillokope Scope-Anforderungsprofile neu gefasst

Michael Vohrer, Vorsitzender der Geschäftsführung von Rohde & Schwarz: »Wir stellen uns gerne den Herausforderungen eines umkämpften Marktsegments. Mit den technischen Daten der neuen Oszilloskope haben wir dabei gute Chancen.«

Die Nachricht kam überraschend, und eigentlich hatte niemand – zumindest derzeit - damit gerechnet. Doch bei genauerer Betrachtung erscheint es durchaus logisch: Rohde & Schwarz ist nun auch Hersteller von Oszilloskopen.

»Unsere Kunden erwarten von uns ein komplettes Angebot – also auch Oszilloskope«, erklärt Michael Vohrer, Vorsitzender der Geschäftsführung bei Rohde & Schwarz. „Diesem Bedarf begegnen wir jetzt mit gleich sechs Geräten, auf die wir extrem stolz sind.«

Damit spricht Michael Vohrer in zwei Sätzen an, was als Technologie-Entwicklung völlig logisch erscheint: Ein Unternehmen, dessen Name in der HF- und Kommunikationstechnik sowie der zugehörigen Messtechnik seit Jahrzehnten im Zusammenhang mit Zuverlässigkeit und Präzision genannt wird, vor allem bei Spektrum- und Netzwerkanalysatoren, EMV- und Messempfängern sowie Generatoren aller Art, stellt sich nun mit der High-Performance-Serie RTO und den Mittelklasse-Scopes der RTM-Familie neben die etablierten Scope-Hersteller Tektronix, Agilent, LeCroy sowie Yokogawa und will nach eigener Aussage mittelfristig die »Nummer 3« in diesem  rund 1 Mrd. Dollar umfassenden Marktsegment sein.

Michael Vohrer fasst die überwiegend durch die RTO-Serie realisierten Eigenschaften, die durchaus geeignet sind, die im Markt etablierten Anforderungsprofile an Oszilloskope durchzurütteln, zusammen: »Unsere Scopes sind, was die Blindzeit betrifft, um den Faktor 20 besser als traditionelle Geräte dieser Klasse, wir haben die beste Live-FFT, einen ENOB-Wert (Effective Number of Bits) von 7,5 im Vergleich zu sonst üblichen 5 oder 6, eine höchst innovative Bedienoberfläche, sehr gute Jitter- und Rauschwerte und nicht zu vergessen den digitalen Trigger, den es sonst im Markt nicht gibt.«

Verantwortlich für die sehr hohe Verarbeitungsgeschwindigkeit ist im Wesentlichen ein eigens entwickelter ASIC-Baustein mit massiver Parallelverarbeitung. Die hohe Bit-Auflösung schafft ein eigener High-speed-Single-Core-A/D-Umsetzer, und eine Trigger-Architektur - die den gleichen Signalpfad und somit die gleiche Zeitbasis hat, wie die aufgezeichneten Daten - sorgt auch hier für weniger Fehlermöglichkeiten. All dies ist zusammen mit der Touch-Bedienoberfläche eine ganz neue Philosophie bezüglich der Technik in einer der wichtigsten Messgeräte-Kategorien.

»Wir haben die Scopes deshalb entwickelt, um, nicht zuletzt auf Kundenwunsch, unser Portfolio zu komplettieren«, so Vohrer. »Dabei ist uns natürlich klar, dass wir in einen sehr interessanten, wenn auch umkämpften Markt vorstoßen, doch solchen Herausforderungen stellen wir uns sehr gerne. Der Bandbreiten-Bereich bis 350 MHz bleibt übrigens den Geräten der von uns im Jahre 2005 übernommenen Firma Hameg vorbehalten, so dass hier eine klare Trennung vorliegt.«