Oszilloskop-Markt Rohde & Schwarz: »Unsere Scope-Hardware steht für die Daten«

Roland Steffen, Rohde & Schwarz: »Unsere R&S RTO-Scopes verfügen über mehrere technische Alleinstellungsmerkmale, die klare Pluspunkte gegenüber den anderen Geräten im Markt sind.«

Wie bereits berichtet, ist Rohde & Schwarz mit zwei Oszilloskop-Familien in dieses Messtechnik-Marktsegment eingestiegen. Welche strategischen Aspekte dahinterstehen und welche Weiterentwicklungen geplant sind, klären wir mit Roland Steffen, dem Leiter des Geschäftsbereiches Messtechnik.

Die beiden Scope-Serien sind einerseits die High-Performance-Vierkanal-Geräte R&S RTO mit 1 und 2 GHz Bandbreite sowie 10 GS/s Abtastrate und die Mittelklasse-Oszilloskope der Reihe R&S RTM mit 500 MHz Bandbreite und 5 GS/s Abtastrate. Hierzu fragen wir Herrn Steffen:

»Herr Steffen, andere Scopes begrenzen die Bandbreite, um bessere Rauschwerte zu erzielen, oder sie nehmen DSPs zu Hilfe, um rechnerisch den Frequenzgang zu linearisieren oder zu erweitern. Gibt es das bei Ihren Scopes auch?«

Roland Steffen: »Nein, unsere Hardware allein erfüllt die Rausch-, Empfindlichkeits-, HF- und Bandbreiten-Werte. Es gibt keine Datenblatt-Kosmetik und Artefakt-Korrektur per Software. Auch den Interpolations-Algorithmus zwischen den aufeinanderfolgenden Abtastpunkten, der ja prinzipbedingt nötig ist, haben wir aus Geschwindigkeitsgründen im ASIC per Hardware realisiert. «

»Wie geht es denn weiter? Wird es auch Mixed-Signal-Typvarianten oder gar Geräte im noch höheren GHz-Frequenzbereich geben? Was ist mit den Hameg-Geräten?«

Roland Steffen: »Für das R&S RTO-Gerät gibt es eine Mixed-Signal-Option zum Nachrüsten. Beim Typ R&S RTM denken wir über die Mixed-Signal-Version nach. Ebenso überlegen wir, was man in den höheren Frequenzbereichen eventuell noch tun kann. Derzeit sind wir aber im mittleren Frequenzbereich tätig, wo auch das Marktvolumen groß ist. Im unteren Marktsegment bis 350 MHz werden die Hameg-Produktreihen, die ja seit fünf Jahren zum Hause Rohde & Schwarz gehören, weiterhin bestehen bleiben. Unser momentanes Ziel im Markt ist es, die 110 Mio. Dollar Umsatz von LeCroy im Oszilloskop-Markt zu überholen und damit Dritter in diesem Marktsegment zu werden.«