Sonderthema der Sensor+Test Messtechnik in der Cloud

Cloud-Lösungen in der Messtechnik
Cloud-Lösungen in der Messtechnik

Ein wesentlicher Vorteil der vernetzten Welt liegt in der globalen Verfügbarkeit lokaler Messergebnisse. Der Ausstellerbeirat der Sensor+Test hat deshalb 2016 das Sonderthema »Messtechnik in der Cloud« benannt. Wir zeigen Ihnen eine Auswahl der für die Messtechnik vorgesehenen Cloud-Lösungen.

Die Sensor+Test vom 10. bis 12. Mai in Nürnberg bietet viele Informationsmöglichkeiten über neue Lösungen und Konzepte zur Übertragung, Verarbeitung, Analyse und Sicherheit messtechnisch ermittelter Daten. Neben den Messeständen der Aussteller gibt es auch das Sonderforum in Halle 5, auf dem sich die Besucher gezielt und konzentriert einen Überblick über neue Produkte und Entwicklungen zu dem Thema verschaffen können. Auch das Vortrags-Forum in Halle 5 steht am ersten Messetag ganz im Zeichen der „Messtechnik in der Cloud“.

Bei den meisten Anbietern steckt das Thema noch in den Kinderschuhen, doch es gibt schon einige interessante Angebote, die auch auf der Sensor+Test vorgestellt werden. Die Anwendungsmöglichkeiten für Cloud-Systeme in der Messtechnik sind vielfältig: vom einfachen Datenaustausch, dem Abfragen von Messdaten von Sensoren und Messsystemen an unzugänglichen oder gefährlichen Orten über die Fernwartung bis hin zur Koordinierung von Messaufgaben von verschiedenen Mitarbeitern. Auch automatische Berichterstellung und Dokumentation sowie das Sichern der Daten können mit Cloud-Systemen einfach erreicht werden. Die bisherigen Cloud-Systeme für die Messtechnik sind keine allgemeinen Lösungen. Jeder Anbieter hat sich auf einen Anwendungsfall spezialisiert und sein Angebot dementsprechend zugeschnitten.

Klimaüberwachung aus der Ferne

Die MSR SmartCloud [1] ist dafür vorgesehen, Messwerte zu speichern, aus der Ferne zu überwachen und mit mehreren Nutzern zu teilen. Die von MSR Electronics verwaltete Cloud-Lösung speichert die von MSR-Datenloggern gemessenen Werte in einer Datenbank. Via Web-Browser können die aktuellen Messwerte von mehreren Datenloggern jederzeit eingesehen werden (Bild 1).

Die Messungen können als Kurven dargestellt und bei Bedarf als PDF-Report ausgegeben werden. Die Alarmfunktion kann bei Grenzwertverletzungen umgehend eine Warnung per E-Mail versenden. Der Besitzer eines MSR-Datenloggers mit Zugang zur MSR SmartCloud hat die Möglichkeit, zusätzlichen Nutzern Leserechte auf die Messdaten eines definierten Datenloggers zu geben. So können Mitarbeiter in einem Unternehmen jeweils diejenigen Daten einsehen, die in ihren Zuständigkeitsbereich fallen. Die Konfiguration des Datenloggers bleibt dabei dem Verwalter des Datenloggers vorbehalten.

Die Lösung von MSR bietet sich vor allem für die Überwachung von Werten wie Temperatur, Feuchte und Druck an, beispielsweise wenn es um die Klima­überwachung von Kunstobjekten in einem Museum geht, oder wenn Vorschriften zur Überwachung und Dokumentation bei der Lagerung von Medikamenten eingehalten werden müssen. Bei der MSR SmartCloud werden die von den MSR145WD-Datenloggern gemessenen und gespeicherten Werte mittels Nahbereichs-Funktechnik Bluetooth Low Energy (BLE) an die BLE-Empfängerbox oder ein Mobilgerät mit spezieller App übermittelt. Von dort werden die Daten an die MSR SmartCloud weitergeleitet. Die beiden Funk-Datenlogger mit Display – der MSR145WD und der MSR385WD – können Messdaten direkt über das Mobilfunknetz zur MSR SmartCloud senden. Datenlogger von Drittanbietern werden nicht unterstützt. MSR hat für den Service Server angemietet; alternativ können Kunden ihre eigenen Server verwenden. Bislang bietet MSR keine Analysemöglichkeiten in der Cloud. Für die Zukunft ist die Einführung für spezielle Anwendungsfälle aber durchaus denkbar.