LXI-Referenz-Design LXI für jeden

Freigabe des LXI-Referenz-Design erleichtert die Ausstattung der Messgeräte.
Freigabe des LXI-Referenz-Design erleichtert die Ausstattung der Messgeräte.

Das LXI-Konsortium hat das LXI-Referenz-Design Version 1.0 freigegeben. Durch die quelloffene Referenzimplementierung ist es leichter geworden, Messgeräte mit diesem Standard auszustatten, sowohl für LXI-Mitglieder als auch für Messgerätehersteller, die bisher noch keine LXI-Unterstützung anbieten.

Der LXI-Standard legt fest, wie sich Messgeräte an der Netzwerkschnittstelle verhalten sollen, und definiert weitere zusätzliche Features, die das Zusammenspiel von mehreren Messgeräten im Netzwerk vereinfachen beziehungsweise erweitern. Der Standard gliedert sich in mehrere Teilkomponenten. Die Komponente „LXI Core 2011“ enthält, wie der Name vermuten lässt, alle Basiskomponenten wie Netzwerkkonfiguration, Webserver zur Steuerung der Geräte über einen Webbrowser und weitere Teilkomponenten, wie mDNS zur automatischen Identifikation der Geräte im Netzwerk oder Event Logging. Andere Teilkomponenten sind optional, wie Event Messaging, HiSLIP, Wired Trigger Bus und Clock Synchronisation gemäß dem IEEE-1588-Standard.

Anfang des neuen Jahrtausends wurde es immer wichtiger, verschiedene Messgeräte möglichst einfach zu einem Testsystem verbinden zu können. Dies wurde notwendig, um die verschiedenen Messszenarien und Messabläufe auch in verteilten Systemen realisieren zu können. Die immer komplexeren Anforderungen verlangten, im Messaufbau immer mehr unterschiedliche Messgeräte wie Generatoren, Analysatoren, Schalteinheiten zu integrieren und diese Geräte für die Programmierung des Messablaufes mit dem Steuerrechner zu verbinden.

Alternative zu GPIB

Die bisherigen Ansätze basierten auf dem IEC-Bus (GPIB, auch als IEEE-488-Bus bekannt), was die Austauschbarkeit, Flexibilität und Erweiterbarkeit begrenzte. Durch die starke Verbreitung des Ethernet sowohl im Heim-PC-Bereich als auch in der Industrie bot sich die LAN-Schnittstelle als Alternative für einen standardisierten Bus für Messsysteme an. Deshalb haben sich 2004 die führenden Mess- und Prüftechnikunternehmen entschlossen, einen Standard auf Basis des Ethernet-Netzwerkes zu etablieren. Um dies zu ermöglichen, wurde 2004 ein Non-Profit-Konsortium gegründet, um den LXI-Standard (LAN eXtensions for Instrumentation) zu definieren.

Heute sind über 50 Mess- und Prüftechnikunternehmen weltweit in diesem Konsortium [1] vertreten, unter ihnen Keysight, Pickering und Rohde & Schwarz als strategische Mitglieder. Mehr als 2700 Geräte von 41 Mitgliedsfirmen sind LXI-zertifiziert, was mehr als deutlich zeigt, dass sich dieser Standard durchgesetzt hat.

Bis zum Jahr 2013 hatten vor allem die Global Players im Mess- und Prüftechnikmarkt eigene Implementierungen des LXI-Standards in ihren Geräten etabliert. Aufgrund der damit verbundenen Kosten für Wartung und Anpassungen an neue Plattformen wie Betriebssysteme und Rechnertechniken wurde immer mehr der Wunsch nach einer LXI-Referenzimplementierung laut. Auch von den mittleren und kleinen Mess- und Prüftechnikfirmen, für die eine eigene Implementierung einen erheblichen Kostenfaktor darstellt, war ein derartiger Wunsch immer wieder geäußert worden.

2014 entschied dann das LXI-Konsortium, nun auch eine eigene Referenzimplementierung des Standards zu erstellen und ihren Mitgliedern den Quellcode kostenfrei zur Verfügung zu stellen. Nach intensiven Gesprächen wurde die deutsche Software-Firma TSEP [2] mit der Erstellung der Referenzimplementierung beauftragt. TSEP hatte zu diesem Zeitpunkt bereits mehrere Implementierungen im LXI-Umfeld realisiert.