Virtual Sensor Experience Infineons virtuelle Sensorik-Hausmesse

Infineons virtueller Messestand wird ab dem 20. Juli 2020 geöffnet.
Infineons virtueller Messestand wird ab dem 20. Juli 2020 geöffnet.

Am Monatsanfang zeigte Infineon am virtuellen Messestand das, was man gerne auf der PCIM gezeigt hätte. Nun folgen zum Monatsende die Halbleitersensoren.

Ab dem 20. Juli zeigt Infineon sein Sensorik-Portfolio im Rahmen der virtuellen Haus-Ausstellung »Virtual Sensor Experience« (VSE). Präsentiert wird im Wesentlichen die Produkte, die das Unternehmen für die diesjährigen Fachmessen Sensors Expo in Kalifornien und Sensor+Test in Nürnberg vorbereitet hätten. Die Corona-Pandemie hat dazu geführt, dass die Sensor+Test abgesagt und die Sensors Expo – Stand jetzt – in den November verschoben wurde. Zusätzlich zum virtuellen Messestand kommen Fachvorträge und Möglichkeiten zum virtuellen Einzelgespräch.

Was genau gezeigt wird und für wen die VSE gedacht ist, darüber sprachen wir mit Philipp von Schierstädt, Leiter des Sensorik-Bereichs der Infineon-Division Power und Sensor Systems, und Frank Findeis, Leiter des Sensorik-Geschäfts in der Division Automotive.

 

Herr von Schierstädt, die Veranstalter der Sensor+Test haben bewusst auf eine virtuelle Messe verzichtet. Warum setzen Sie auf einen virtuellen Messestand?

v. Schierstädt: Im Bereich Sensorik hat in normalen Zeiten neben der Sensor+Test in Nürnberg auch die Sensors Expo in Kalifornien einen festen Platz in unserem Messekalender. Die Vorbereitungen beginnen viele Monate im Voraus. Deswegen ist es auf der einen Seite natürlich sehr schade, dass diesen Sommer keine der beiden Messen stattfinden kann. Auf der anderen Seite ergeben sich dadurch neue Chancen. Zum Beispiel hätten beide Messen in diesem Jahr quasi zeitgleich stattgefunden. Das heißt, wir hätten unsere Ressourcen, Demonstratoren und Exponate aufteilen und entscheiden müssen, was wir in den USA zeigen und was in Deutschland. Dank des virtuellen Formats sind wir viel freier. So umfassend wie bei unserer »Virtual Sensor Experience« haben wir unser Sensorik-Portfolio noch nie einem globalen Publikum präsentiert.

 

Für wen ist die VSE gedacht? Und wie kann man teilnehmen?

Findeis: Natürlich sprechen wir in erster Linie diejenigen an, die wir sonst auf den Messen persönlich getroffen hätten: Kunden, Partner und Medienvertreter. Darüber hinaus können wir mit dem digitalen Format auch Menschen erreichen, die sich sonst nicht in den Zug oder Flieger nach Nürnberg oder Kalifornien gesetzt hätten. Die Virtual Sensor Experience hat ab dem 20. Juli rund um die Uhr geöffnet und ist von überall aus erreichbar. Nur unsere Live-Präsentationen, die bis zum 22. Juli stattfinden, sind an bestimmte Termine gebunden, wobei wir im Anschluss auch Aufzeichnungen bereitstellen werden. Alle On-Demand-Inhalte sind bis Ende August abrufbar.  

Interessenten können sich ab 13. Juli über unsere Website registrieren und erhalten daraufhin ein digitales Ticket. Damit haben sie dann vom 20. Juli an Zugriff auf alle Inhalte des virtuellen Messestands inklusive der Live-Präsentationen. Eine extra Anmeldung zu diesen Präsentationen ist nicht erforderlich.

 

Die Vorstellungsbroschüre ihres Sensor-Portfolios ist 72 Seiten stark und umfasst Strom-, Magnet-, Druck-, Radarsensoren und MEMS-Mikrofone. Ein weites Feld – was genau werden sie zeigen?

Findeis: Es wird ein großer Teil des gesamten Portfolios zu sehen sein. Thematisch ist die Virtual Sensor Experience in drei Bereiche unterteilt: Automotive-, Industrie- und Consumer-Anwendungen. Im Automotive-Bereich zeigen wir zum Beispiel, wie sich im Zuge der Elektrifizierung die Anforderungen an Sensoren im Antriebsstrang verändern und welche neuen Lösungen wir bieten. Außerdem haben wir unser Angebot an Magnetsensoren im Bereich der funktionalen Sicherheit ausgeweitet. Auch darauf werden wir eingehen.

v. Schierstädt: In dem Consumer-Bereich präsentieren wir ein umfangreiches Portfolio, das aufzeigt, wie die Sensoren die Sinne nachahmen, also Augen, Ohren, Nase oder das Fühlen. Darüber hinaus stellen wir Möglichkeiten vor, über Sensoren Gebäude »smart« zu machen, wie etwa eine zuverlässige Einlass-Steuerung, die Social Distancing-Funktionen ausübt oder ein Einbruchschutz über Sensor-Fusion.

 

Bei den Hall-Sensoren haben sie im letzten Jahr den TLE4999I3 als erste Variante vorgestellt, die bis zum höchsten Sicherheitslevel ISO26262-konform ist. Wie geht die Entwicklung weiter?

Findeis: Funktionale Sicherheit hat für uns im Automotive-Bereich einen hohen Stellenwert. Nahezu alle unsere neuen Sensor-Produkte erfüllen entsprechende Anforderungen. Die TLE4999-Familie haben wir strikt nach den Vorgaben der ISO 26262-Norm entwickelt. Der TLE4999I3 eignet sich zum Beispiel für Applikationen wie das Electrical Power Steering und ist für künftige Herausforderungen im Zusammenhang mit dem automatisierten Fahren gerüstet. Neben der jetzigen Variante mit PSI5-Schnittstelle planen wir auch welche mit der busfähigen SPC-Schnittstelle. Zunächst als SMD-Version für die Oberflächenmontage, später dann auch als bedrahtete Version für Anwendungen außerhalb der Leitplatte. Aber das ist Zukunftsmusik und auf unserer virtuellen Messe in diesem Jahr noch kein Thema.