Zone-Trigger bei Oszilloskopen Grafisch triggern

Zone-Tigger ergänzt durch eine neue Funktionen den echtzeitbasierten Trigger.
Zone-Tigger ergänzt durch eine neue Funktionen den echtzeitbasierten Trigger.

Beim Zone-Trigger handelt es sich um eine neue Funktion, die die herkömmliche Triggerung ergänzt. Sie kann dort eingesetzt werden, wo herkömmliche echtzeitbasierte Trigger an ihre Grenzen stoßen. Was sollten Ingenieure vor dem Einsatz des Zone-Triggers bei Oszilloskopen wissen?

Oszilloskope sind bei der praktischen Fehlersuche und Problemerkennung unangefochten die erste Wahl. Der Trigger ist dabei das wichtigste Element für die Isolierung von bestimmten Ereignissen. In der Regel sind Oszilloskope mit echtzeitbasierten Standard-Trigger-Fähigkeiten für Ereignisse wie Flanken, Pulsbreiten, Muster und sonstige parametrische Bedingungen ausgestattet. Diese Trigger sind hervorragend für die Isolierung seltener Ereignisse geeignet, stoßen jedoch zuweilen an ihre Grenzen. So kann es zum Beispiel vorkommen, dass ein Nutzer eine Anomalie zwar grafisch angezeigt bekommt, das Ereignis mit den verfügbaren Trigger-Optionen aber nicht einfach isoliert werden kann. Bei der grafischen Triggerung, auch als Zone-Trigger bekannt, handelt es sich um eine Fähigkeit, die die herkömmliche Triggerung ergänzt. Sie bietet Nutzern von Oszilloskopen mehr Flexibilität.

Was ist der Zone-Trigger?

Durch ein fundiertes Verständnis des Zone-Triggers können Nutzer besser beurteilen, in welchen Fällen der Einsatz sinnvoll ist. Wie funktioniert er also? Der Nutzer zieht auf der Bildschirmanzeige des Oszilloskops einen oder mehrere Bereiche auf, die sogenannten Zonen (Bild 1). Jeder Zone kann die Bedingung „schneidet“ oder „schneidet nicht“ zugewiesen werden. Bei jeder Abtastung überprüft das Oszilloskop die aufgezeichneten Daten. Erfüllen diese die vom Nutzer festgelegten Zonenbedingungen, werden sie vom Oszilloskop grafisch angezeigt. Ist das nicht der Fall, werden sie vom Oszilloskop verworfen. Somit werden nur die Aufzeichnungen angezeigt, die den vom Nutzer festgelegten Zonenbedingungen entsprechen.

Wann wird der Zone-Trigger eingesetzt?

Der Zone-Trigger wird üblicherweise als zweite Trigger-Stufe hinter einer herkömmlichen Trigger-Bedingung wie einem Flanken-Trigger eingesetzt. So können Nutzer zunächst bestimmte Ereignistypen herausfiltern und anschließend die Analyse durch den Einsatz des Zone-Triggers verbessern. Mit Hilfe des Zone-Triggers können Nutzer grafisch Bedingungen festlegen, die der Trigger erfüllen muss. Dies ist für den Nutzer oft einfacher als die Überlegung, wie dasselbe Ziel mit einer konventionellen Trigger-Bedingung erreicht werden kann. Noch häufiger kommt es vor, dass bestimmte Ereignisse mit herkömmlichen Trigger-Möglichkeiten nicht isoliert werden können.

Welche Einsatzmöglichkeiten gibt es? Bei der Ansteuerung von DDR-Speichern (Double Data Rate) weisen die Signalformen von Lese- und Schreibzyklen leichte Abweichungen voneinander auf. Die Separation von Lese- und Schreibzyklen ist mit Hilfe eines herkömmlichen Oszilloskop-Triggers nicht möglich, kann jedoch mit dem Zone-Trigger sehr einfach umgesetzt werden. Dazu zieht der Nutzer einfach ein kleines Rechteck über dem Teil der Messkurve auf, in dem Abweichungen zwischen Lese- und Schreibzyklus auftreten. Anschließend kann der Nutzer mit Hilfe der Zonenbedingung „schneidet“ oder „schneidet nicht“ festlegen, welche Zyklen auf dem Oszilloskop angezeigt werden sollen. Eine weitere Einsatzmöglichkeit ist, Signale mit einer nichtmonotonen Flanke anzuzeigen oder in Datensequenzen ein Muster aus Einsen und Nullen zu finden. Zusätzlich kann der Zone-Trigger zum grafischen Isolieren von seriellen Buspaketen genutzt werden. Beispielsweise kann ein Anwender eine Zone über einem Bereich aufziehen, in dem Datenpakete über USB übertragen werden, um sich ausschließlich diese anzeigen zu lassen.