Die Vorteile offener Ökosysteme Erfolgreich durch Zusammenarbeit

Geschlossene Ökosysteme werden nicht in der Lage sein, mit den zukünftigen technischen Anforderungen Schritt zu halten.
Geschlossene Ökosysteme werden nicht in der Lage sein, mit den zukünftigen technischen Anforderungen Schritt zu halten.

Im neuen Zeitalter des Collaborative Engineering sind die Tage geschlossener Plattformen gezählt. Offene Ökosysteme können um immer neue Werkzeuge und Dienste erweitert werden. Somit vergrößert sich auch die Nutzerbasis stetig.

Wenn Microsoft niemandem erlaubt hätte, Anwendungen für Windows zu entwickeln, dann wäre das wohl bekannteste Betriebssystem der Welt niemals so erfolgreich geworden, wie es ist. Aber das war natürlich nicht der Fall. Stattdessen hat Microsoft gleich von Anfang an nebem seinem Betriebssystem auch das Software Development Kit für Windows zur Verfügung gestellt. Denn Microsoft wollte mit Windows nicht nur eine Software für die Steuerung des PCs entwickeln, sondern gleichzeitig eine offene Plattform bereitstellen. Seitdem ist Windows zu der am weitesten verbreiteten Plattform für PC-Software der Geschichte geworden.
Der Erfolg eines Produkts hängt davon ab, wie viel ein Unternehmen in dessen Entwicklung investieren kann. Als offene Plattform ausgelegt, bietet das Produkt jedoch das Potenzial, erfolgreicher zu sein als allein mit den vom Hersteller verliehenen Eigenschaften. Denn buchstäblich jeder kann eine offene Plattform erweitern. So haben Drittanbieter eine echte Möglichkeit, neue Funktionen bereitzustellen und so einen Mehrwert zu schaffen, der wiederum den Nutzerkreis vergrößert. Selbst die größten Unternehmen sind alleine nicht in der Lage, auf die Anforderungen jeder einzelnen Kundengruppe einzugehen. Ohne eine offene Plattform, die mithilfe von Drittanbietern und Partnern an individuelle Anforderungen angepasst werden kann, müssten sie zwangsläufig Kunden abweisen.

Daher haben Unternehmen wie Microsoft, Apple und NI ihre APIs zugänglich gemacht, um ein umfassendes Ökosystem aus Partnern und Entwicklern zu schaffen, mit dem sich auch Nischenanforderungen erfüllen und gleichzeitig erfolgreiche Geschäftsmodelle realisieren lassen. Das Ergebnis ist ein deutlicher Anstieg bei der Plattformnutzung, denn je größer das Ökosystem, desto mehr Nutzer und umgekehrt – eine Win-Win-Situation. So stiegen beispielsweise bei Apple nach der Einführung des App Stores die iPhone-Verkaufszahlen schlagartig von 717.000 Stück im dritten Quartal 2008 auf 6,89 Mio. im vierten Quartal 2008 an.

Offene Plattformen und Ökosysteme

Angesichts der heutigen Vielfalt an Smartphone-Apps ist es kaum vorstellbar, dass es eine Zeit gab, in der keine Drittanbieterentwicklung für Smartphones möglich war. Jedoch muss sich das Konzept der offenen Plattformen erst noch außerhalb des Unterhaltungselektronikmarkts durchsetzen. Insbesondere der Test-, Datenerfassungs- und industrielle Steuer-/Regelbereich wurde traditionell von geschlossenen, zweckgebundenen Systemen von einer Handvoll Anbietern dominiert, da es keinen offenen Plattformansatz gab. Man muss dabei jedoch bedenken, dass die meisten dieser Systeme zu einer Zeit auf den Markt kamen, als es fast nur proprietäre Software gab und Entwickler-Communitys noch nicht existierten. Für einen Großteil der in der Industrie eingesetzten elektronischen Geräte wird das alte Modell auch immer noch genutzt: geschlossene Software, die nicht verändert, geschweige denn erweitert werden kann. Bei Unternehmen, die teure und hochspezialisierte Geräte für vertikale Anwendungen vertreiben, erfüllt dieses Modell auch durchaus noch seinen Zweck. Jedoch sind die Tage dieses unflexiblen Ansatzes bereits gezählt, da sich darauf basierende Produkte nicht an zukünftige Anwendungsanforderungen anpassen lassen. Der offene Plattformansatz hingegen ist genau dafür ausgelegt, wechselnden Anforderungen gerecht zu werden, auch wenn diese heute noch gar nicht absehbar sind. So konnte Apple beispielsweise kaum voraussehen, dass ein Smartphone einmal als Navigationsgerät, Fitness-Tracker oder sogar als Stimmgerät für Dudelsäcke dienen würde. Dank des offenen Ökosystems rund um die iOS-Plattform konnten diese Funktionen jedoch von Partnern und Entwicklern bereitgestellt werden.

Anbieter geschlossener Plattformen werden zunehmend Schwierigkeiten haben, mit den Anforderungen ihrer Kunden Schritt zu halten, da sie nur auf ihre eigene Entwicklungsabteilung und ihre eigenen Ideen beschränkt sind. Denn ein geschlossenes Ökosystem verhindert, dass Anwender selbst Änderungen vornehmen oder Partner nützliche Zusatzpakete bereitstellen. Und da kein Unternehmen über unbegrenzte Entwicklungsressourcen verfügt, werden Anbieter geschlossener Plattformen zwangsläufig von den rasanten Technologiefortschritten und rasch wechselnden Anwenderanforderungen abgehängt werden.
Anbieter offener Plattformen hingegen verfügen nicht nur über ihr eigenes Entwicklungsteam, sondern aufgrund all der Drittanbieter, die ihre Plattformen durch bereitgestellte Werkzeuge und IP vervollständigen, gleich über ein Vielfaches mehr an Entwicklern – und das ohne finanziellen Mehraufwand. NI führt dieses Konzept noch ein Stück weiter, denn auch die Anwender selbst tragen zum offenen Ökosystem bei. Im Gegensatz zu vielen Mess- und Prüfgeräten, die mit auf eine spezielle Aufgabe zugeschnittener Software ausgestattet sind, lässt sich Hardware von NI nämlich mit offenen Softwaretools individuell programmieren. Die offene NI-Plattform wurde von Anfang an von Branchenexperten mitgestaltet und um vielfältige Funktionen für spezifische Anwendungsbereiche sowie um Treiber für Messgeräte von Drittanbietern ergänzt.