Mobilfunkabdeckung bewerten Drohnenbasiertes Testsystem für die Industrie

Drohnenbasiertes Testsystem für LTE- und 5G-Netzabdeckung und Netzqualität.
Drohnenbasiertes Testsystem für LTE- und 5G-Netzabdeckung und Netzqualität.

Für die Messung von Mobilfunkabdeckung und Verbindungsqualität am Endgerät hat Ericsson ein drohnenbasiertes Testsystem entwickelt. Gemessen werden LTE- und 5G-NR-Parameter.

Entwickelt wurde in Finnland am Ericsson-Standort in Jorvas, zusammen mit der finnischen Centria University of Applied Sciences. Die Messtechnik dafür stamm aus Deutschland: Von Rohde & Schwarz kommen Mobilfunkscanner und smartphonebasierte Geräte zur Netzoptimierung.

Die Messtechnik ist an einer Drohne angebracht. Das System kann auf einer flexibel programmierbaren Route automatisierte Tests ausführen. Parameter wie Flugroute und -geschwindigkeit können vom Anwender vorgegeben werden. Gegenüber den etablierten Walk- und Drive-Tests bietet sie Vorteil einer höheren Reproduzierbarkeit und Positionsgenauigkeit. Beamforming-Funktionen lassen sich einfacher testen und die Netzabdeckung kann in 3D visualisiert werden.

Der Netzwerkscanner erfasst parallel Parameter zur Netzabdeckung von LTE- und 5G NR: Reference Signal Received Power (RSRP, Referenzsignal der Empfangsfeldstärke am Endgerät) und Signal to Interference-plus-Noise Ratio (SINR) gemäß 3GPP-Spezifikationen. Zusammen mit einem smartphonebasierten Network Optimizer kann auch der IP-Datenverkehr aufgezeichnet werden. Aktuell ist das System auf LTE-Endgeräte beschränkt. Sie sollen demnächst um 5G-Endgeräte erweitert werden.

Bisher wurden nach Angaben von Ericsson etwas mehr als 20 erfolgreiche Testflüge durchgeführt, in der die Reproduzierbarkeit der Messungen unter Beweis gestellt wurde. Die Steuerung und Authentifizierung der Drohne laufen über die Mobilfunknetze ab. Damit entfällt die Notwendigkeit einer Sichtverbindung zwischen der Drohne und dem steuernden Piloten.

Das Projekt ist eine Zusammenarbeit zwischen Ericsson, Rohde & Schwarz, der Tampere University (Finnland) und der Centria University of Applied Sciences und ist Teil des Business Finland 5G FORCE-Programms.