BASF Der Vorkoster für das Handy

Das Miniatur-Spektrometer ermöglicht es beispielsweise, den Fettgehalt von Quark zu ermitteln.
Das Miniatur-Spektrometer ermöglicht es beispielsweise, den Fettgehalt von Quark zu ermitteln.

Wie viel Fett entspricht 3,5% in der Milch und was steckt in dem Quark wirklich drin? Ein neuer Sensor von BASF soll genau diese Werte ermitteln, am besten mit Hilfe des Smartphones. Doch bis der Vorkoster für das Hady kommt, kann es noch eine Weile dauern.

Der deutsche Chemiekonzern BASF präsentierte bei einer Veranstaltung in London einen Infrarot-Detektor für das Smartphone. Der gezeigte Prototyp des Miniatur-Spektrometers »Hertzstück« ermöglicht es die Zusammensetzung von Lebensmitteln zu ermitteln. Denkbar wäre auch die Anwendung des Sensors um den Feuchtigkeitsgehalt der Haut zu ermitteln, den Wirkstoffgehalt von Medikamenten oder den Naturfasergehalt von Möbelstoffen.

Entwickelt wurde der Nahinfrarotsensor für Wellenlängen von 1-3 μm vom Start-up trinamiX, das von Forschern der BASF 2015 in Ludwigshafen gegründet wurde. Die patentierte ultra-dünne Verkapselung der funktionalen Halbleiterschicht schützt den Sensor vor Umwelteinflüssen wie Wasser und Sauerstoff. Dadurch wäre es möglich, Hertzstück als Sensor-Chip auf der Platine eines Smartphones einzusetzen.

Ab 2022 im Smartphone?

Bei der Nahinfrarotspektroskopie werden durch ausgesandtes kurzwelliges Infrarotlicht spezifische Molekülschwingungen angeregt, die dann vom Sensor detektiert werden können. Mit großen Geräten wird dieses Verfahren in der Industrie routinemäßig unter anderem zur Qualitätskontrolle bei Nahrungsmitteln und Pharmaprodukten eingesetzt. Mit den entsprechenden Auswerteprogrammen können beispielsweise der Wassergehalt oder der Gehalt an Proteinen und Fetten bestimmt werden.

Erste Spektrometer, die den neuen Infrarot-Sensor einsetzen, werden im Jahr 2019 für industrielle und semiprofessionelle Anwendungen verfügbar sein. Im Smartphone wird die Nahinfrarotspektroskopie voraussichtlich ab 2022 Einzug halten.