Bosch Healthcare und Randox COVID-19-Schnelltest ab April verfügbar

Ab April 2020 sollen Kartuschen für Schnelltests auf COVID-19 in Deutschland verfügbar sein.
Ab April 2020 sollen Kartuschen für Schnelltests auf COVID-19 in Deutschland verfügbar sein.

Bosch Healthcare und Randox haben einen Schnelltest für COVID-19 entwickelt. Innerhalb von 2,5 Stunden soll eine zuverlässige Diagnose vorliegen.

Mit dem Schnelltest lässt sich laut Bosch Healthcare innerhalb von zweieinhalb Stunden ab Probenentnahme eine zuverlässige Diagnose auf COVID-19 und neun weitere Atemwegserreger stellen. Der Schnelltest basiert auf Differentialdiagnostik und grenzt COVID-19 gegen neun weitere Atemwegserreger wie Influenza A und Influenza B ab, auf die ebenfalls getestet wird. Damit wird der behandelnde Arzt in die Lage versetzt, auch bei negativem Test auf COVID-19 eine Diagnose zu stellen und eine Therapieempfehlung zu geben.

Der Test erfolgt vollautomatisiert direkt am Behandlungsort, sodass die Zeit für Kurierfahrten zum Labor entfällt. Nötig sind ein Analysegerät und pro Patient eine Kartusche mit biologischen Reagenzien für die Analyse auf Molekularebene.

Analysegeräte und Kartusche

Das Analysegerät »Vivalytic« wurde von Bosch Healthcare nicht speziell für COVID-19-Tests entwickelt, sondern war schon vor der Corona-Pandemie kommerziell verfügbar. Auch die Testkartusche wurde ursprünglich für den Test auf eine andere Krankheit entwickelt und befanden sich seit Februar in der Erprobung und Zertifizierung. Nach dem Ausbruch der Corona-Pandemie haben Bosch Healthcare und das nordirische Medizintechnik-Unternehmen Randox Laboratories innerhalb von sechs Wochen die Testkartusche auf COVID-19 umgerüstet und führen die nötigen Tests für die Zulassung durch.

In diversen Labortests mit SARS-CoV2 lieferte der Schnelltest laut Bosch Healthcare Ergebnisse mit einer Zuverlässigkeit von über 95 Prozent und erfülle die Qualitätsstandards der Weltgesundheitsorganisation (WHO).  Für die Diagnose wird eine Probe mittels Abstrichtupfer aus Nase oder Rachen eines Patienten entnommen. Anschließend wird die Kartusche für die Analyse in das Vivalytic-Gerät eingeführt. Das medizinische Personal kann sich während der Auswertung anderen Aufgaben widmen.

Chance für mehr Laborkapazität ab April

Das Analysegerät kann auch von nicht speziell geschultem Medizinpersonal bedient werden. Die maximale Testkapazität liegt, wenn rund um die Uhr getestet wird, bei knapp zehn Tests pro Tag. Durch den Schnelltest lässt sich die Laborkapazität auf Krankenhäuser und Arztpraxen ausweiten, um die zentralen Labors zu entlasten. Die Testkartuschen sollen ab April in Deutschland verfügbar sein, zusätzlich werden die Produktionskapazitäten für das Analysegerät erhöht. Die Fertigung der Testkartuschen findet am Hauptsitz in Waiblingen statt, der Vertrieb wird über den nordirischen Partner Randox erfolgen. Über genaue Lieferkapazitäten und Liefertermine konnte sich Bosch Healthcare aktuell noch nicht äußern.