Oszilloskope Beachtliche Funktionsvielfalt zum Economy-Preis

Durchaus einen neuen Preis/Leistungs-Maßstab in der Economy-Oszilloskop-Kategorie setzen die neuen 70- bis 200-MHz-Scopes von Hameg, die für den Breitenmarkt konzipiert wurden.
Durchaus einen neuen Preis/Leistungs-Maßstab in der Economy-Oszilloskop-Kategorie setzen die neuen 70- bis 200-MHz-Scopes von Hameg, die für den Breitenmarkt konzipiert wurden.

Eine neue Oszilloskope-Serie von Hameg kann mit einem in der Economy-Kategorie bislang nicht verfügbaren Preis-/Leistungs-Spektrum aufwarten: Die Scopes der neuen HMO-Reihe zählen zur 70- bis 200-MHz-Klasse, sie bieten eine beachtliche Funktionsvielfalt im Preisbereich zwischen 1000 und rund 2000 Euro.

Die neuen Oszilloskope gibt es als 2- bzw. 4-Kanal-Varianten mit (je nach Typ) 70 MHz, 100 MHz, 150 MHz und 200 MHz Bandbreite, so dass insgesamt acht unterschiedliche Modelle zur Verfügung stehen. Die MSO-Erweiterung lässt daraus dann insgesamt 16 Produktvarianten werden. Preislich liegen die Scopes zwischen 1148 Euro (HMO 0722 mit 2 Kanälen, 70 MHz) und 2180 Euro (HMO 2024 mit vier Kanälen, 200 MHz).

Im Datenblatt stehen als maximale Abtastrate (bei halber Kanalzahl) 2 GS/s, im Normalbetrieb tasten die Geräte mit 1 GS/s in jedem Kanal ab, so dass ein ausreichendes Oversampling gegeben ist. Hinter jedem Kanal zeichnet ein Speicher von 1 MPunkten die Daten auf, bei Kaskadierung in halber Kanalzahl sind es 2 MPunkte. Interessant an den Geräten ist nicht zuletzt die Mixed-Signal-Betriebsart (MSO), für die bereits in der Frontplatte ein Interface-Stecker für acht Logikkanäle integriert ist. Um die MSO-Funktionen dann nutzen zu können, ist für 290 Euro ein 8-Kanal-Logik-Tastkopf hinzu zu nehmen.

Serienmäßig bieten die Oszilloskope acht benutzerdefinierte Ereignismarker zur einfachen Navigation, den Quick-View-Modus mit der on-the-fly laufend aktualisierten Anzeige von elf signaltypischen Parametern (zum Beispiel Anstiegszeit) und ein Zoom mit 1:50.000. Ein Gut-schlecht-Test mit frei definierbaren Kurven-Masken, die Triggerbetriebsarten für Flanke, Video, Pulsbreite, Logik, verzögert und Ereignis sowie eine maximale Empfindlichkeit im Vertikalteil von 1 mV/Teil sind weitere in dieser Preisklasse sonst nicht zu findende Charakteristika.

In anderen Geräten dieser Klasse ebenfalls nicht verfügbar: ein Offsetbereich bis maximal 20 V, ein Komponenten-Tester (X-Y-Darstellung von Spannungs-Strom-Diagrammen aktiver oder passiver Bauelemente ), ein sechsstelliger Frequenzzähler, die Automatik-Messfunktion, ein Formeleditor, ein Verhältniswert-Cursor, eine FFT-Spektrumsanzeige und ein Dreifach-USB-Interface für Massenspeicher, Drucker und Fernsteuerung (optional GPIB oder Ethernet/USB).

Nicht zuletzt bei der Untersuchung von Mixed-Signal-Schaltungen interessant ist auch der aufwärts und abwärts  scrollbare "Virtual Screen", bei dem insgesamt in vertikaler Richtung fast die dreifache Normal-Bildschirmhöhe zur Verfügung steht.

Das Display ist ein 16,5-Zentimeter-TFT-VGA, nützlich ist in diesem Zusammenhang ein DVI-Ausgang, mit dem man einen Computer-Flachbildschirm oder Beamer zur 1:1-Wiedergabe des Scope-Bildschirminhaltes anschließen kann. Der interne Prozessor lässt die Scopes dieser Serie innerhalb weniger Sekunden nach dem Einschalten betriebsfertig sein, angenehm ist dabei, dass der Gerätelüfter überhaupt nicht zu hören ist.

Mit einer Option gibt es eine Protokolldekodierung für I2C-, SPI-, UART-, RS-232-Busse (190 bzw. 290 Euro, je nach Anzeige in den ANalog- oder Digitalkanälen). Selbst ohne Logik-Tastkopf kann man die Protokolldekodierung durchführen, denn dies ist auch in den Analogkanälen möglich. Diese Scope-Klasse ist damit die erste im Markt, bei der in einem 70-Megahertz-Gerät die serielle Bus-Analyse realisierbar ist. Nach Angaben des Herstellers kommen weitere Protokolldekodierungen noch hinzu.