Messtechnik Auf dem Weg zum Messgerät der Zukunft

Auf der zum 17. Male veranstalteten Entwickler-Konferenz VIP zeigte National Instruments einige der neuen Entwicklungen, die in den letzten Monaten in die Märkte eingeführt wurden. Mit dabei ist auch eine PXI-Architektur, deren Grundidee in der nächsten Zeit noch von sich reden machen dürfte: die vom Anwender umprogrammierbare Messtechnik-Hardware.

Rekordzahlen bei der diesjährigen VIP-Entwicklerkonferenz: 120 Vortrags-Präsentationen, über 40 Firmen in der begleitenden Ausstellung und mehr als 680 Konferenz-Teilnehmer waren der Rahmen zu einer Informationsveranstaltung, zu deren Highlights unter anderem der Vektorsignal-Transceiver VST zählte, dessen neue Architektur der umprogrammierbaren FPGA-Hardware beispielhaft für ein neues Messtechnik-Konzept steht: Der Anwender definiert sein Messinstrument nicht nur über die aktive Auswerte- oder Erfassungs-Software, sondern zusätzlich auch über Hardware-Funktionselemente, die er in einem FPGA umprogrammieren kann.

Damit  ist der Weg frei für eine neue Systembus-Messgeräte Kategorie, die die bisher da gewesenen Strukturen auflöst: Bestimmte nämlich früher der Hersteller des Messgerätes dessen Funktion, so kann dies nun auch der Anwender.

Letztlich entsteht damit auch eine neue Konzeption, wie ein Messgerät  aufgebaut sein und funktionieren kann: nämlich nicht nur in der Software, sondern auch in  der verwendeten Hardware völlig flexibel auf die Anforderungen der Messaufgabe vom Anwender zuzuschneidern zu sein. Das bedeutet aber auch, dass die gesamte Geräte-Konfiguration jederzeit auch wieder änderbar ist.

Die Folge: wesentlich effizientere Messsysteme, deutlich kürzere Messzeiten, raschere Modifiziermöglichkeiten und damit Kostenoptimierung sowie kürzere Entwicklungszyklen bei höherer Genauigkeit und Produktivität.

Eric Starkloff, Vice President Product Marketing System Platforms bei National Instruments, sieht durch den neuen PXI-Geräte-Ansatz sicher das traditionelle Box-Messgerät, so wörtlich, „vor einem langsamen Aussterben, wobei allerdings einschränkend zu berücksichtigen ist, dass für spezielle Anwendungen in Entwicklungslabors nach wie vor herkömmliche High-End-Messgeräte benötigt werden: Das herkömmliche Box-Instrument ist eben ohne von außen kommende Software-Programmierung mit einigen Tastendrücken rasch einstellbar, wenngleich gegenüber unserem neuen Ansatz dadurch aber auch Funktionseinschränkungen zu verzeichnen sind. Letztlich gehört die Zukunft dem Systembus-Messgeräte-Einschub, der für viele Aufgaben eben deutlich flexibler und in den meisten Parametern auch schneller ist.“

Weitere Neuerungen sind Apps für mobile Geräte - hier ist die Entwicklung allerdings noch nicht abgeschlossen. Dies ist künftig aber insofern ein Meilenstein in den Eigenschaften, als damit auch der Grundstein für eine Programmierung und Bedienung von Tablet-Computern aus gelegt wird. Das Unternehmen zeigte bereits die ersten vielversprechenden Ansätze zur Programmierung auf Tablets wie dem iPad.