Corona-Pandemie Analog Devices priorisiert Medizintechnik

Komponenten für Medizintechnik werden für die Zeit der Corona-Pandemie bei Analog Devices priorisiert.
Komponenten für Medizintechnik werden für die Zeit der Corona-Pandemie bei Analog Devices priorisiert.

Der Halbleiterhersteller priorisiert Kunden aus der Medizintechnik und reserviert Fertigungslinien zur Produktion von Komponenten für das Gesundheitswesen.

Analog Devices hat mehrere Maßnahmen als Reaktion auf die COVID-19-Pandemie angekündigt. So wird das Unternehmen die Produktion vom Komponenten für Medizintechnik hochfahren und priorisieren. Dazu gehören Mess- und Steuertechnik für Beatmungsgeräte, diagnostische Testsysteme, Infusionspumpen, Patientenmonitore sowie bildgebende Systeme wie Computertomographen (CT) und digitale Röntgengeräte. Das Unternehmen kündigte noch vier weitere Maßnahmen an, um die eigene Produktion und die Lieferkette für Medizintechnik zu schützen und an die verschobene Nachfrage anzupassen:

  • Tägliche Analyse des Auftragsbestands zur Identifizierung und Priorisierung von Kunden, die wichtige medizinische Geräte herstellen.
  • Reservieren von Fertigungslinien zur Steigerung der Produktion von Komponenten für das Gesundheitswesen, um die erhöhte Nachfrage nach diesen Produkten von Kunden aus dem Gesundheitswesen abzudecken.
  • Ausstattung der Fertigungsteams mit Schutzausrüstung, Erteilung von Richtlinien für Social Distancing und Praktiken für den sauberen Arbeitsplatz, um die Gesundheit und Sicherheit der Mitarbeiter zu gewährleisten.
  • Weltweite Zusammenarbeit mit lokalen Behörden und Regierungen, um sicherzustellen, dass die Einrichtungen von Analog Devices oder von Subunternehmen in Betrieb bleiben, damit sie weiterhin wichtige Gesundheitstechnologien produzieren können.

Open-Source-Projekt für Beatmungsgeräte

»Die COVID-19-Pandemie hat noch nie da gewesene Auswirkungen auf der ganzen Welt«, heißt es in einer Mitteilung des Unternehmens. »ADI hat sich verpflichtet, seinen Teil dazu beizutragen, um die Gesundheit und Sicherheit seiner Mitarbeiter, Kunden und der Öffentlichkeit zu fördern.«

CEO Vincent Roche stellte außerdem die internationalen Kooperationen mit Biosensor-Firmen, Forschungskrankenhäusern und »dem internationalen Open-Source-Beatmungsgeräteprojekt« heraus. Damit dürfte das Projekt »E-Vent« (Emergency Ventilator) des Massachusetts Institute of Technology (MIT) gemeint sein. In einem Notfall-Forschungsprojekt geht eine Gruppe des MIT zusammen mit Klinikfachpersonal der Frage nach, ob es sicher und zuverlässig möglich ist, Handbeatmungsgeräte mit Automatisierungstechnik schnell und kostengünstig zu einem Beatmungsgerät umzurüsten. Die Initiatoren des Projekts wollen damit eine Möglichkeit schaffen, um den erwarteten Engpass bei Beatmungsgeräten abzufedern.

Auf der Webseite werden Dokumentationen für Minimalanforderungen an Beatmungsgeräte, Bauanleitungen und Testergebnisse für registrierte Benutzer bereit gestellt und kontinuierlich aktualisiert. Das Projekt wurde laut Webseite in unter einer Woche ins Leben gerufen. Es basiert auf freiwilligem Engagement und wird von Spenden getragen.