Geschäftsbericht 2019 Ams steigert Umsatz um 508 Millionen US-Dollar

Der TCS3701 ist ein Umgebungslichtsensor-IC für das automatische Farb- und Helligkeitsmanagement von Smartphone-Displays mit zusätzlichem Näherungssensor. Er muss nicht im Rahmen integriert werden, sondern lässt sich direkt hinter dem Display platzieren. Für die Unterscheidung zwischen Eigenlicht des Displays und dem Umgebungslicht arbeitet der IC mit einer integrierten ALS-Engine (Ambient Light Subtraction) mit Selbstkalibrierfunktion und Kompensationsalgorithmen. Verstärkung und Integrationszeit sind frei programmierbar. Die Auflösungsgrenze liegt bei 1 mlux. Für das Helligkeits- und Farbmanagement stellt der IC fünf Kanäle bereit: RGB, Clear und ein Breitbandkanal als Referenz ohne Farbfilter. Über sie werden Lichtstärke, Farbtemperatur und Farbart errechnet, um das Erscheinungsbild des Displays darauf anzupassen. Zur Annäherungsdetektion sind eine Proximity-Engine und ein parametrierbarer IR-LED-Treiber integriert. Auflösung, Strombedarf und Rauschen lassen sich durch Anpassen der LED-Leistung für eine spezifische Anwendung optimieren.
Die Wachstumstreiber für Ams waren 2019 vor allem Großaufträge von Smartphone-OEMs. Aus dem Bereich erwartet die Geschäftsführung auch 2020 eine ungebrochene Nachfrage.

Der Sensorspezialist aus Österreich trotzt der verhaltenen Konjunktur. Hohe Nachfrage aus der Konsumelektronik führten zu 32 Prozent Umsatzsteigerung.

Für das Geschäftsjahr 2019 weist Ams einen Umsatz von 2,086 Mrd. Dollar aus. Eine Steigerung von rund 508 Mio. Dollar im Vergleich zum Vorjahr. Der Gewinn beläuft sich auf 332 Mio. Dollar, 2018 waren es 103 Mio. Dollar. Rund dreiviertel des Umsatzes werden mit Sensorik für Konsumelektronik erwirtschaftet. Dieser Bereich zog im vergangenen Jahr stark an und ist für rund 90 % des Umsatzwachstums verantwortlich. Das Geschäft mit Sensorik für den industriellen Bereich, Automotive und Medizintechnik blieb stabil.

Als Gründe für das Wachstum nennt der Ams-Geschäftsbericht Großaufträge von Smartphone-OEMs und einen signifikanten Ausbau der Marktanteile bei Android-Geräten. Laut Yolé Développement beliefert Ams unter anderem Emitter und VCSEL-Bausteine zur 3D-Erkennung für die Smartphones von LG und dem chinesischen Hersteller Vivo. Mit SL (Structured Light) und ToF (Time-of-Flight) gibt es zwei etablierte Messverfahren zur 3D-Erkennung. Für beide Verfahren liefert Ams Komponenten und Systeme. Im letzten Jahr wurde mit ASV (Active Stereo Vision) eine dritte Technik eingeführt, an der Ams maßgeblich beteiligt ist. Sie wird von einigen OEMs für Smartphones genutzt und unterstützt Sicherheitsfunktionen für mobile Bezahlsysteme. Für 2020 erwartet Ams, dass die Technik auch im industriellen Bereich eingesetzt wird, da sie einen einfacheren Systemaufbau und geringere Stückkosten erlaube.

Hoher F&E-Anteil trotz Rekordumsatz

Für Forschung und Entwicklung investierte der Konzern rund 289 Mio. Dollar. Das entspricht 13,9 % F&E-Anteil. Damit liegt Ams, trotz Rekordumsatz, in der Investitionsbereitschaft noch vor Technologiefirmen wie Infineon (12 %) oder Osram (10,2 %). 2018 investierte Ams rund 16,8 % des Umsatzes in Forschung und Entwicklung.

Auszug aus dem Ams-Geschäftsbericht für das Geschäftsjahr 2019:

USD thousands20192018
Total revenues2.085.8581.578.065
Research and development–288.970–264.500
Net result331.716103.355

 

Effizientere Fertigung in Singapur, eigene VCSEL-Fertigung in Österreich

2019 wurden die Fertigungslinien am Standort in Singapur neu ausgerichtet. Durch die Maßnahme werde nun deutlich effizienter und mit höherer Fertigungsausbeute produziert. Die Produktion von Front-End-Wafern in Österreich war 2019 laut Geschäftsbericht voll ausgelastet. Eine eigene Fertigungslinie für VCSEL-Bausteine ging Ende 2019 in Betrieb und wird seine Produktionsleistung 2020 schrittweise steigern. Strategisch will man sich auf den Bereich High-Power-VSCEL konzentrieren und sich durch eigene Entwicklung und eigene Fertigung vom Wettbewerb differenzieren.

Ausblick auf 2020 und Osram-Übernahme

Die Ams-Geschäftsführung rechnet für das aktuelle Jahr mit einer ungebrochenen Nachfrage aus der Konsumelektronik und einem Abflachen in Industrie und Automotive. Insgesamt werde das Geschäft 2020 weiter wachsen, sofern sich der Coronavirus nicht negativ auf das Geschäft in Fernost auswirke. Die Übernahme von Osram verlaufe weiterhin wie geplant und soll im zweiten Quartal 2020 abgeschlossen werden.