Medica und Compamed 2016: Alles für die Medizinelektronik

Vom 14. bis zum 17. November finden in Düsseldorf die Medica und die Compamed 2016 statt. Die Elektronik spielt auf beiden Messen eine große Rolle: Mehr als die Hälfte der Aussteller kommt aus den Bereichen Elektromedizin/Medizintechnik sowie Informations- und Kommunikationstechnik.

Auf der Medica stellen fast 5000 Aussteller aus ungefähr 70 Nationen Produkte und Dienstleistungen für die ambulante und stationäre Versorgung von Patienten vor. Auf der Fachmesse für Medizintechnik-Zulieferer Compamed werden gut 800 Aussteller erwartet. Mit 18.800 Besuchern verbuchte die Compamed im Vorjahr ihren bislang höchsten Zuspruch. Insgesamt kamen zur Medica und Compamed 2015 130.000 Fachbesucher aus rund 120 Nationen. In diesem Jahr soll die Besucherzahl weiter steigen.

Auch die Zahl der präsentierten Neuheiten wird wieder hoch sein. Laut Europäischem Patentamt gab es im Jahr 2015 keinen Technologie-Bereich, aus dem so viele Patentanträge weltweit eingereicht wurden wie aus dem der Medizintechnik.

Diese Entwicklung zeigt sich natürlich auch auf der Messe. Ein sehr wichtiges Thema ist die Digitalisierung des Gesundheitswesens im abulanten und im klinischen Bereich sowie gleichermaßen bei Arzt und Patient. Das vor Kurzem verabschiedete E-Health-Gesetz soll in Deutschland dafür sorgen, dass die Vernetzung der Akteure im Versorgungsprozess durch eine effektivere Erfassung und Nutzung von Patientendaten optimiert wird. Der bislang vorherrschende digitale Flickenteppich von mehreren zwar modernen, aber wenig aufeinander abgestimmten Systemen soll nun für die bessere Datenintegration zu einem großen Ganzen verwoben werden.

Ein anderer Aspekt der Digitalisierung ist die Weiterentwicklung von Weara­bles und Smart­phones mit speziellen Gesundheits-Apps, die vom Patienten selbst angewendet werden können. Auf diesem Gebiet werden wie schon 2015 auch in diesem Jahr zahlreiche Innovationen erwartet. Besonders großes Anwendungspotenzial zeigt sich hier bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes sowie bei der Therapie-Fernüberwachung.

Auch Big Data bleibt im Fokus der Medizintechnikmesse. Im Kern geht es hier um die Zusammenführung und Auswertung enorm vieler Patientendaten, um daraus Erkenntnisse hinsichtlich der Entstehung und der wirkungsvollen Therapie bestimmter Krankheiten zu gewinnen.

Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf unterstützenden Systemen für Operationen. Fortschritte im Bereich der Endoskopie und der Instrumente für minimalinvasive Chirurgie stehen dabei im Vordergrund (Bild). Zum Beispiel die sogenannten 3D-Laparoskopiesysteme: Bei diesen befinden sich am Ende des Endoskops zwei exakt aufeinander ausgerichtete Bildsensoren, die dem Operateur ein naturgetreues endoskopisches 3D-Bild während des minimalinvasiven Eingriffs liefern. Auf der Compamed sind vor allem Mikrosystemtechnik-Systeme für mobile Diagnostik-, Monitoring- und Therapiesysteme im Trend: Smarte Sensoren und Energiespeicher zur Verwendung in Wearables, Mikrotechnik für intelligente Implantate oder auch gedruckte Elektronik gehören in diesem Jahr zu den Top-Themen. Außerdem gewinnen die Auftragsfertigung und das Outsourcing von Dienstleistungen in allen Prozessketten-Elementen (unter anderem Entwicklung, Produktion, Lieferketten-Management, Qualitätsmanagement und Ersatzteil-Handling) weiter an Bedeutung.