Oszilloskope 70 GHz mit höchster Signaltreue

Das neue DPO70000SX von Tektronix erreicht nach Herstellerangaben den höchsten ENOB-Wert am Markt.
Das neue DPO70000SX von Tektronix erreicht nach Herstellerangaben den höchsten ENOB-Wert am Markt.

Immer höhere Datenraten erfordern neue Testsysteme. Dazu gehören Oszilloskope mit höheren Bandbreiten und einem trotzdem hoher Signaltreue. Tektronix stellt ein Oszilloskop vor, das durch eine neue Technik auch bei einer Bandbreite von 70 GHz nur ein sehr kleines Eigenrauschen hat.

Im neuen Oszilloskop DPO70000SX mit 70 GHz Bandbreite setzt Tektronix zum ersten Mal die neue patentierte ATI-Technologie (Asynchronous Time Interleaving) ein, die einen hohen Störabstand für höchste Signaltreue gewährleistet. Bisher wurde die Frequenz-Interleaving-Technik angewendet, um Oszilloskope mit extrem hohen Bandbreiten zu bauen. Dabei wird das Signal in ein hoch- und ein niederfrequentes Band aufgeteilt, die getrennt digitalisiert werden. Eine getrennte Digitalisierung der Bänder hat zusätzliche Störungen zur Folge und verursacht Phasen- und Amplitudenfehler, sowie andere Fehlanpassungen, wenn die beiden Bänder wieder zusammengesetzt werden. Die ATI-Technologie nutzt Zeit-Interleaving statt Frequenz-Interleaving. Dabei wird das volle Signalspektrum durch zwei symmetrische Signalpfade mit übereinstimmenden Eigenschaften digitalisiert. Damit lassen sich die Störungen deutlich reduzieren, wenn das volle Spektrum wiederhergestellt wird.

Tektronix erreicht damit im DPO70000SX nach eigenen Angaben den höchsten ENOB-Wert (Effective Number of Bit), der derzeit am Markt erhältlichen Echtzeit-Oszilloskope mit extrem hoher Bandbreite.

Bei einer Abtastrate von 200 GS/s kommt es auch auf das Timing an. Mehrere Einzelgeräte können mit der UltraSync-Architektur sehr genau synchronisiert werden. Dadurch sind Mehrkanal-Anwendungen problemlos möglich. UltraSync beinhaltet einen 12,5 GHz Referenztakt und einen koordinierten Trigger-Bus für einen geringen Eigenjitter von Signalerfassung zu Signalerfassung. Außerdem umfasst es einen High-Speed-Datenpfad, um Signale von Erweiterungseinheiten in die Master-Einheit für die Analyse zu übertragen. Da jedes Oszilloskop seine erfassten Signale selbst verarbeitet, werden nur vollständige Signale an die Master-Einheit geschickt und die Leistungsfähigkeit bleibt so auch bei mehreren Kanälen erhalten.

Die DPO70000SX Oszilloskope sind mit ihrer 5¼-Zoll-Bauform sehr kompakt gebaut, so dass sie nah am Messobjekt positioniert werden können. Dadurch können kurze Kabel verwendet werden, was eine hohe Signaltreue ermöglicht. Zur Anzeige kann ein normaler Bildschirm angeschlossen werden. Die Steuerung erfolgt über Maus und Tastatur, über eine optionale Fernbedienung oder auch über einen touch-fähigen Bildschirm.

Die Oszilloskope sind ab sofort bestellbar. Ein Einzelgerät ist ab 250.000 Euro erhältlich und kann mit einem Kanal mit 70 GHz und 200 GS/s oder mit zwei Kanälen mit je 33 GHz und 100 GS/s genutzt werden. Daneben sind auch Doppelgerätesysteme erhältlich. Diese kosten ab 381.000 Euro und bestehen aus zwei Geräten als einzelnes koordiniertes Instrument. Damit sind zwei Kanäle mit 70 GHz und 200 GS/s oder vier Kanäle mit 33 GHz und 100 GS/s möglich.