Oszilloskop für mmWellen-Analyse 110 GHz zum Preis von 25 GHz

080: Oszilloskop UXR1104A
Die neuen Infiniium-UXR-Oszillo­skope verfügen – im Spitzengerät der Serie bei Maximalausbau – über eine Rekord-Echtzeit-Bandbreite von 110 GHz und eine Sampling­rate von 256 GSa/s bei extrem niedrigem Rauschpegel. Verantwortlich für diese Daten ist ein neuer Chipsatz, basierend auf Keysights proprietärer Indium-Phosphid-Technologie (InP). Die Signal-Digitalisierung dieser Scopes erfolgt mit 10-bit-A/D-Wandlern; verfügbar sind 2- und 4-Kanal-Typvarianten. Praxisgerecht ist bei diesen Geräten die vollständige Selbstkalibrierung, die für eine kontinuierlich hohe Messgenauigkeit sorgt, ohne dass das Gerät außer Betrieb genommen werden muss.
Für die UXR-Oszillo­skope wurde das Bezahlmodell geändert: Bezahlt wird nach benötigtem Bandbreitefenster.

Keysight erweitert seine UXR-Oszilloskope um eine Breitband-Analysefunktion. Bis 110 GHz können Bandbreitenfenster gewählt werden. Bezahlt wird die Bandbreite, nicht mehr die Maximalfrequenz.

Der US-Messtechnikhersteller führt ein neues Bezahlmodell für seine UXR-Oszilloskope ein. Nicht mehr die maximale Bandbreite, sondern die benötigte Analysebandbreite soll für den Preis ausschlaggebend sein. Adressiert werden damit Entwicklungslabore für 5G, WiGig (802.11ay), Radar und Gigabit Wireless (802.11ad). Hier wird in Frequenzbereichen um 100 GHz gearbeitet, jedoch nicht über die volle Frequenzbreite.

Mit der neuen Funktion »mmWave Wideband Analyzer« für UXR-Oszilloskope kann der Anwender 5-GHz- und 10-GHz-Analysefenster auswählen, die auch außerhalb der erworbenen Bandbreitenlizenz liegen. Das Limit wird durch die maximale Bandbreite der Hardware gesetzt. Eine hardwareunterstützte digitale Frequenzmischung (Digital Down Conversion) ermöglicht ein längeres Aufzeichnen von hochabgetasteten Signalen über mehrere Sekunden und eine um den Faktor 100 schnellere Signalverarbeitung. Der Fehlervektor des Messsystems liegt bei Konformitätstests nach 5G NR im FR2-Band bei unter 0,6 Prozent und für 802.11ay bei unter einem Prozent. Der Einfluss des Messsystems auf die Signaltreue ist damit vernachlässigbar.

Durch das neue Preismodell will Keysight Oszilloskope für HF-Entwickler interessant machen. Die 170.000 US-Dollar Startpreis (rund 154.000 Euro) für ein 4-Kanal-UXR-Oszilloskop mit mmWave Wideband Analyzer entsprechen aktuell einem 25 GHz Oszilloskop. Mit einem aktuellen High-Performance-Netzwerkanalysator lässt sich das FR2-Band auch für unter hunderttausend Euro untersuchen. Das Oszilloskop bleibt trotzdem auch wirtschaftlich eine interessante Alternative, weil es, anders als ein auf HF spezialisierter Netzwerkanalysator,  auch für andere Aufgaben genutzt werden kann.